Die Baltic Sea Darts Open 2026

Wer in den letzten Tagen durch die Kieler Innenstadt gelaufen ist, wird sich gewundert haben, warum allerhand kostümierte Gruppen durch die Innenstadt liefen und lauthals Lieder sagen. Die Antwort ist einfach, Kiel war dieses Wochenende bereits zum vierten mal Standort der Baltic Sea Darts Open, die von Freitagnachmittag ab etwa 14.00 Uhr bis zum Sonntagabend um kurz nach 22.00 Uhr viele Menschen in die Ostseehalle lockte.

Ein Mann mit dunklen Haaren vor einer roten Wand, der das Turnier in Kiel gewonnen hat
Luke Woodhouse, der Sieger des Turniers, ©Kiel-Magazin
Für all diejenigen, die mit dem Thema Dart bisher keinerlei Berührungspunkte hatten, hier einmal in Kürze die wichtigsten Informationen, um den untenstehenden Text besser verstehen zu können. Geworfen wird mit jeweils 3 Pfeilen immer abwechselnd auf eine Scheibe, auf der die Zahlen 1 bis 20 in der nicht richtigen Reihenfolge als Felder zu treffen sind. Gespielt wird von 501 Punkten abwärts und das Ziel ist es, als erster die Punktzahl auf 0 zu bringen. Die schnellste Möglichkeit, dieses zu schaffen, ist mit 9 Darts, dem sogenannten "9 Darter", der allerdings sehr selten vorkommt. Normalerweise spricht man bei den Profis bei allem unter 18 Darts von einem sehr guten Spiel.

Der Weltverband ist die "Professional Darts Corperation" (PDC), in dem die Spieler und Spielerinnen anhand ihrer Leistungen und dem damit verbundenen gewonnen Preisgeld in eine Weltrangliste eingeordnet sind. Das Publikum liebt es sich bei Turnieren mit Publikum sich zu Verkleiden und mit mehr oder weniger tiefgängigen Liedern für Stimmung zu sorgen.

Premierentitel für den Woodhouse

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Woodhouse gelingt ein Titel-Doppelpack innerhalb von nur zwölf Tagen. Nach seinem ersten PDC-Titel beim Players Championship 18 folgt nun der Durchbruch auf der European Tour. Bereits 2025 hatte er bei der Swiss Darts Trophy sein erstes Finale erreicht, damals noch erfolglos. Diesmal behielt er die Nerven und zeigt eine überragende Leistung mit knapp 99 Punkten pro Aufnahme im Durchschnitt.

Der Start könnte kaum besser sein: Woodhouse eröffnet mit einem 13-Darter und zieht dank eines brillanten 140er-Finishes schnell auf 3:0 davon. Joyce kämpft sich zwar zurück, doch immer wenn er näher kommt, hat "Relentless", so sein Spitzname, die passende Antwort. Mit einem spektakulären 160er-Finish beim Stand von 7:4 macht Woodhouse den Sack zu und ließ sich von den Kieler Fans feiern.

Welche Serie setzt dieser Sieg fort?

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Bei den ersten acht European-Tour-Events 2026 gibt es acht verschiedene Sieger, ein Kunststück, das in der Geschichte der Turnierserie erst einmal gelang. 2014 teilten sich Gary Anderson, Michael van Gerwen, Phil Taylor, Vincent van der Voort, James Wade, Peter Wright, Mervyn King und Michael Smith ebenfalls die ersten acht Titel. Nach Wessel Nijman und Ross Smith ist Woodhouse der dritte Premierensieger in diesem Jahr.

Wer überzeugte noch in Kiel?

Jimmy van Schie aus den Niederlanden gab sein European-Tour-Debüt und erreicht auf Anhieb das Viertelfinale. Dort scheitert der Niederländer erst an Woodhouse mit 3:6. Der deutsche Qualifikant Jason Riedtke schied dagegen direkt in der ersten Runde aus, ebenso wie Max Hopp, Lukas Wenig und Martin Schindler.

Cameron Menzies aus Schottland spielt den besten Durchschnitt des Turniers: Mit 108,41 Punkten gegen Rob Cross stellt der Schotte eine neue persönliche Bestmarke auf. Im Achtelfinale konnte er diese Leistung nicht wiederholen und verlor gegen Woodhouse. Ricky Evans, der sich durch sein charismatisches Auftreten als Fanliebling in Kiel nach dem Ausscheiden aller Deutschen herauskristalisierte, er selbst sagt über sich selbst, er sei doch einfach nur ein etwas zu korpulenterer Typ, der Pfeile auf eine Scheibe wirft, warum sollte man ihn nicht anfeuern, erreichte erstmals seit über sieben Jahren wieder das Halbfinale, scheiterte dort jedoch deutlich mit 2:7.

Wie lief es für die deutschen Spieler?

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Die deutschen Profis erlebten ein enttäuschendes Turnier. Neben Hopp, Wenig und Schindler verloren auch die drei weiteren deutschen Qualifikanten ihre Auftaktpartien. Einzig Niko Springer erreichte nach zwei Siegen den Finaltag, muss sich dort aber Ryan Joyce mit 4:6 geschlagen geben. Die heimischen Fans hoffen auf bessere Ergebnisse bei den kommenden Events.

Was bedeutet das Ergebnis für den anderen Finalisten Joyce?

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Für Ryan Joyce ist es bereits das zweite verlorene Finale auf der European Tour. Schon 2025 hatte der Engländer das Endspiel der European Darts Trophy verloren. Gegen Woodhouse findet er zwar besser ins Spiel und verkürzt zwischenzeitlich, doch wirklich in Schlagdistanz kommt er nicht mehr. Die Suche nach dem ersten großen Titel geht somit weiter.

Und wie die Kieler Nachrichten in einem Interview mit Werner von Moltke, dem Geschäftsführer der PDC Europe, in Erfahrung bringen konnten, wird es auch im nächsten Jahr wieder ein Turnier in Kiel geben. Einem weiteren spannendem Dartswochenende in Kiel steht somit nichts im Weg.

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Quelle:  PDC Europe