125 Jahre Gaarden: Ein Stadtteil feiert

Ab dem 1. April 2026 wird gefeiert: Gaarden gehört seit 125 Jahren zu Kiel. Die Kulturinitiative Gaarden begleitet das Jubiläumsjahr mit Veranstaltungen, die zum Nachdenken anregen. Denn die Geschichte des Stadtteils wirft Fragen auf, die bis heute aktuell sind.

Eine Brücke in Kiel über die ein Auto fährt und bei der im Hintergrund Häuser zu sehen sind
Blick über die Gablenzbrücke, die nach Gaarden führt, ©LH Kiel/Philipp Kellner

Was macht das Jubiläum besonders?

125 Jahre Eingemeindung bedeuten 125 Jahre bewegte Geschichte. Zwei Weltkriege prägten Gaarden durch die zentrale Rolle der Werften und die einsetzende Globalisierung veränderte das Viertel grundlegend. Ohne diese historischen Einflüsse sähe Gaarden heute völlig anders aus.

Die Kulturinitiative Gaarden startet am 1. April 2026 mit einem historischen Spaziergang. Im September folgt eine Ausstellung zur Entwicklung des Stadtteils. Kulturelle Aktivitäten begleiten die gesamte Veranstaltungsreihe. Alle Termine findet ihr online auf der Seite der Kulturinitiative.

Welche Befürchtungen gab es damals?

Bereits 1879 warnte Gemeindevorsteher Dibbern vor den Folgen. Er fürchtete, Gaarden würde lediglich als Wohnraum für Werftarbeiter dienen. Die Stadt Kiel könnte in die Infrastruktur nicht investieren, das Viertel drohte zu einer "Ablagestelle für die Arbeiterschaft" zu werden.

Gaarden hat seinen eigenen Charakter bewahrt, trotz ständiger Veränderungen. Für Neuankömmlinge aus dem ganzen Reich und der Welt bot es einen ersten Ort zum Leben und Arbeiten. Bis heute dient es als Anlaufstelle für Menschen aus aller Welt, wodurch sich das Straßenbild durch die Jahrhunderte immer wieder wandelte.

Warum braucht Gaarden Aufmerksamkeit?

Die meisten Entwicklungen wurden durch externe Einflüsse gesteuert. Gaarden kämpft mit vielen "Altlasten", die seine Entwicklung beeinträchtigen. Das Viertel hat großes Potential, aber strukturelle Defizite. Diese betreffen Soziales, Kultur und Bildung gleichermaßen.

2026 könnte neue Impulse setzen, schließlich ist es nach 125 Jahren Zeit dafür. Die Suche nach Identität in einem multikulturellen Stadtteil steht im Mittelpunkt. Thilo Pfennig von der Kulturinitiative hofft auf spannende Diskussionen und neue Ideen, denn eine Angleichung der Verhältnisse bleibt das Ziel.

Die Kulturinitiative Gaarden wurde 2023 gegründet und setzt sich für Kultur von allen für alle ein. Ihre Ziele: Kultur erfahrbar machen, Kommunikationsfähigkeit fördern und Stimmen Gehör verschaffen. Sie schafft Räume für gemeinsame Nutzung in einem diversen Stadtteil.

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Quelle:  Kulturinitiative Gaarden