Plattdeutsch mit starker Stimme – der Plattdeutsche Rat!
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Der Plattdeutsche Rat Schleswig-Holstein ist neu gewählt. Sieben engagierte Mitglieder vertreten ab sofort die Regionalsprache auf politischer Ebene – mit frischen Ideen und bewährter Erfahrung für die nächsten vier Jahre.
Wer wurde in den Rat gewählt?
Fünf erfahrene Mitglieder wurden in ihrem Amt bestätigt: Ingrid Bindzus aus Lauenburg, Marianne Ehlers aus Welt, Christel Fries aus Eckernförde, Klaus Jensen von Pellworm und Dirk Söhren aus Kiel. Neu dabei sind Jutta Hanke aus Heikendorf und Sylvia Glismann aus Schwentinental. Zwölf Kandidaten stellten sich am Freitag auf der Niederdeutschen Bühne am Wilhelmsplatz der Wahl.
Das ehrenamtliche Gremium vertritt seit 2000 die Belange der plattdeutschen Sprechergruppe gegenüber der Politik. Der Rat setzt sich dafür ein, dass die Regionalsprache in Kitas, Schulen und Universitäten angeboten wird. Auch in der Pflege und Verwaltung soll Plattdeutsch seinen festen Platz finden. Zudem engagiert sich das Gremium für mediale Angebote wie die PLATTform, die Anfang 2026 startete.
Warum ist diese Arbeit wichtig?
Nur durch gebündelte Interessen und eine starke gemeinsame Stimme sind zukunftsweisende Absprachen mit der Kulturpolitik möglich. Peter Stoltenberg, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes (SHHB), betonte: "Plattdüütsch bruukt Stütt un dorför schölen wi uns gemeensam stark maken." Der SHHB führt die Geschäfte des Rates und sichert volle Unterstützung zu. 2025 feierte der Rat bereits sein 25-jähriges Jubiläum.
Die sieben Mitglieder des Rates werden alle vier Jahre neu gewählt. Kandidaten aus dem ganzen Land stellen sich in einem "Fohrstohl-Plädoyer" vor – einer Art Elevator Pitch auf Plattdeutsch. Nach der Vorstellung folgt die direkte Abstimmung durch die Wähler. Das Gremium ist dem Schleswig-Holsteinischen Heimatbund angegliedert und arbeitet komplett ehrenamtlich.
Welche Ziele verfolgt der Rat?
Der Rat will Plattdeutsch als lebendige Alltagssprache erhalten und fördern. Dafür braucht es Angebote in Bildung, Medien und öffentlichen Einrichtungen. Die Mitglieder bringen die Interessen der Sprecher gebündelt in die Kulturpolitik ein. Nur so lässt sich die Regionalsprache langfristig sichern und an kommende Generationen weitergeben.
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