Ausstellung im Flandernbunker zu Krieg und Frieden

Der Flandernbunker in Kiel, einst ein Symbol kollektiver Bedrohung und militärischer Schutzarchitektur, öffnet seine Türen für eine außergewöhnliche Auseinandersetzung mit den drängendsten Fragen unserer Zeit.

Mehrere Menschen, die in einem ehemaligen Bunker in Kiel an einer Ausstellungseröffnung arbeiten
Installationen der Ausstellung "Krieg und Frieden" im Flandernbunker, ©Jens Rönnau
Wann? Vom 22. Januar bis 6. April 2026
Ausstellungseröffnung am 22. Januar um 18.00 Uhr
Täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr
Wo? Flanderbunker Kiel
Eintritt: 4,- Euro

Die neue Ausstellung "KRIEG & FRIEDEN – Strategien zur Zivilisierung und Konfliktregulierung“ von Wolf Art / Wolfgang R. Vogt lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, die Mechanismen von Gewalt zu verstehen und die Voraussetzungen für einen stabilen Frieden neu zu entdecken.

Ein Ort der Reflexion und des Lernens

Die Ausstellung versteht sich nicht als neutraler Raum, sondern als aktiver Erfahrungs- und Reflexionsraum. Sie basiert auf fundierten friedenspolitischen Grundlagen und verknüpft wissenschaftliche Analysen mit den eindringlichen Impulsen der Kunst. Werke des Künstlers Wolf Art begleiten die sachliche Aufarbeitung als resonanter Gegenpol und machen das Komplexe emotional erfahrbar.

Vom Räderwerk des Krieges zur Praxis des Friedens

Die Räumlichkeiten des Bunkers spiegeln die thematische Teilung wider:

  • Rechter Raumteil: Hier wird Krieg als organisierter Prozess sichtbar gemacht. Installationen wie das „Räderwerk des Krieges“ zeigen, wie Politik, Wirtschaft und Technik ineinandergreifen, während die „TÜV-Konflikt-Station“ die Eskalationsstufen von Angst bis zur Entmenschlichung analysiert.
  • Linker Raumteil: Frieden wird hier nicht als statischer Zustand, sondern als aktive gesellschaftliche Leistung präsentiert. Exponate wie der "Baum der Konfliktkompetenzen“ oder das "Mobile der Zivilisierung“ verdeutlichen die notwendigen Fähigkeiten wie Empathie, Recht und soziale Gerechtigkeit.
  • Zentrale Stellwand: Sie markiert den fließenden Übergang von der ersten Spannung bis zur gewaltsamen Entgleisung und zeigt Wege zur konstruktiven Bearbeitung von Konflikten im Alltag auf
  • Fensterwand: Hier werden aktuelle Gefahren wie die Klimakrise, Ressourcenknappheit und autoritäre Tendenzen thematisiert, die den globalen Frieden bedrohen.

Fokus auf die nächste Generation

Ein besonderes Anliegen der Ausstellung ist die politische Sozialisation junger Menschen. Durch eine zugängliche Sprache und interaktive Stationen werden Jugendliche und Schulklassen dazu ermutigt, Konflikte als unvermeidlich, Gewalt jedoch als veränderbare Entscheidung zu begreifen. Das Ziel ist es, durch aktives Mitgestalten und Reflektieren die eigene Konfliktfähigkeit zu stärken.

Ein Plädoyer für ein neues Sicherheitsverständnis

Die Ausstellung schließt mit einem kritischen Blick auf die aktuelle Sicherheitspolitik. Während Aufrüstung und Abschreckung oft als pragmatisch gelten, bezeichnet die Ausstellung deren Logik als gefährlichen Anachronismus. Wahre Sicherheit sei stattdessen eine politische, soziale und ökologische Daueraufgabe und nur durch einen Prozess der Zivilisierung zu erreichen.

Der Flandernbunker dient heute als Mahnmal und Bildungsstätte. Mit der Ausstellung "KRIEG & FRIEDEN“ setzt das Haus seinen Auftrag fort, Geschichte aufzuarbeiten und zur aktiven Gestaltung einer friedlichen Zukunft anzuregen.

Interesse an noch mehr Ausstellungen und Bildungsangeboten in Kiel? Schaut beim Kiel-Magazin vorbei.

Quelle:  Jens Rönnau, Mahnmal Kilian

Ortsinformationen

Flandernbunker - Mahnmal Kilian
Kiellinie 249
24106 Kiel