Kiel bleibt bei der Wärmewende
Stadtinfo Rund um die Stadt
Während die Bundesregierung die Heizungsregeln lockern will, hält Kiel an seinen ambitionierten Klimazielen fest. Die Stadt setzt weiter auf erneuerbare Energien und eine fossilfreie Wärmeversorgung bis 2040. Für euch bedeutet das: klare Orientierung statt Unsicherheit.
Was ändert sich beim Heizungsaustausch?
Die Bundesregierung plant mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz einen Kurswechsel. Die bisherige Pflicht, ab Juli 2026 beim Heizungstausch 65 Prozent erneuerbare Energien einzusetzen, soll wegfallen. Stattdessen kommt die sogenannte "Biotreppe" – eine schrittweise Beimischung von CO2-neutralen Brennstoffen ab 2029. Das würde bedeuten: Ihr könntet weiterhin neue Öl- und Gasheizungen einbauen.
Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein warnt eindringlich vor diesem Schritt. Wer heute noch in Gas- oder Ölheizungen investiert, geht eine gefährliche Wette ein. Synthetische und biogene Brennstoffe werden aufgrund knapper Verfügbarkeit teurer. Hinzu kommen steigende CO2-Preise und höhere Netznutzungsentgelte, weil immer weniger Menschen Erdgas beziehen. Die Betriebskosten könnten euch in wenigen Jahren massiv belasten.
Wie ist Kiel bei der Wärmeplanung aufgestellt?
Kiel hat seine Wärmeplanung bereits 2024 erfolgreich abgeschlossen und ist damit Vorreiter. Über 200 Gebäudeeigentümer haben bereits kostenfreie Energieberatungen genutzt. Die Sinnhaftigkeit der 65-Prozent-Regelung wurde dabei nie angezweifelt. Umweltdezernentin Alke Voß betont: Die Stadt hat einen klaren Fahrplan für eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2040.
Die Wärmeplanung gibt euch eine wertvolle Orientierungshilfe für eure Entscheidungen. Ihr erfahrt konkret, wo ein Fernwärmeanschluss, ein Nahwärmenetz oder eine Eigenversorgung am kosteneffizientesten ist. Bei der Eigenversorgung haben sich Luft-Wärmepumpen in vielen Gebäudetypen als wirtschaftlichste Lösung etabliert. Alle Informationen und das umfangreiche Beratungsangebot findet ihr online.
Warum setzt Kiel auf energetische Unabhängigkeit?
Die Energiekrise 2022 durch den Ukrainekrieg und der derzeitige Nahostkonflikt zeigen deutlich: Energieimporte aus dem Ausland sind ein Risiko. Kiel macht sich davon unabhängig und setzt konsequent auf erneuerbare Energien. Dr. Jörg Teupen von den Stadtwerken Kiel betont: Die Fernwärme ist die Zukunft, die kommunale Wärmeplanung die optimale Grundlage. So bleibt die Wärmeversorgung für euch bezahlbar und wird perspektivisch klimaneutral.
Kiel übernimmt Verantwortung für eure sichere und nachhaltige Wärmeversorgung im Rahmen der Daseinsvorsorge. Der Ausstieg aus fossilen Energieträgern schützt euch vor steigenden Kosten und Abhängigkeiten. Gleichzeitig ermöglicht er den kommenden Generationen eine lebenswerte Zukunft. Während andere Städte noch abwarten, habt ihr in Kiel bereits jetzt Planungssicherheit und konkrete Handlungsoptionen für eure persönliche Wärmewende.
Seid ihr neugierig auf weitere nachhaltige Projekte in der Region? Wir von kiel-magazin.de zeigen euch viele spannende Initiativen im Norden.