HPV-Impfung schützt Leben

Eine Impfung, die Krebs verhindern kann und trotzdem noch zu selten genutzt wird. Mit einer neuen Kampagne macht die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft e. V. ab dem 10. März auf den wichtigen Schutz durch die HPV-Impfung aufmerksam. Großflächige Plakate in ganz Schleswig-Holstein setzen ein Zeichen gegen vermeidbare Krebserkrankungen.

Drei Menschen vor einem frisch aufgetragenen Plakat, auf dem auf eine Kampagne hingewiesen wird, die sich für Krebsvorsorge einsetzt
Gemeinsam mit Ströer-Niederlassungsleiterin Iris Petersen (vorne links) präsentieren Maxi Liekfeldt, Projektleiterin bei der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft e.V., und Schatzmeister Jörg Arndt die ersten prominenten Plakatflächen mit den neuen Kampagnenmotiven, ©SHKG

Eine bedeutende Kampagne

Unter dem Slogan "Baby, don't hurt me!" startet die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft e. V. eine landesweite Aufklärungsoffensive. Die Plakate erscheinen an prominenten Standorten und sollen vor allem junge Menschen und ihre Eltern erreichen. Die Botschaft ist klar: Eine frühe HPV-Impfung schützt alle Geschlechter vor verschiedenen Krebsarten. Die Kampagne knüpft an die erfolgreiche "Check dich selbst"-Initiative zur Früherkennung von Brust- und Hodenkrebs an.

Humane Papillomviren sind extrem verbreitet: 8 von 10 Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens damit. Bei etwa jedem zehnten Betroffenen entwickelt sich daraus Krebs. Das Virus kann Gebärmutterhalskrebs, Anal- oder Peniskrebs sowie Krebs im Mund- und Rachenraum auslösen. Die gute Nachricht: Diese Krebsarten sind durch eine rechtzeitige Impfung vermeidbar.

Wer sollte sich impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen ab 9 Jahren. Besonders wirksam ist sie vor dem ersten sexuellen Kontakt. Aber auch danach bietet sie noch wichtigen Schutz vor relevanten HPV-Typen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten vollständig bis zum 18. Lebensjahr. Eine Investition in die Gesundheit, die nichts kostet.

Trotz der hohen Schutzwirkung liegt die Impfquote in Schleswig-Holstein bei nur 60 Prozent. Besonders alarmierend: Bei Jungen sind es gerade einmal 41 Prozent, bei Mädchen deutlich mehr. "HPV-bedingter Krebs ist vermeidbar. Doch in Deutschland lassen sich noch immer zu wenige junge Menschen impfen", erklärt Barbara Dalmer, Vorsitzende der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft e. V.

Woran liegt die niedrige Quote?

Viele Eltern wissen zu wenig über die Relevanz der Impfung oder schieben die Entscheidung auf. Oft wird das Thema mit Sexualität verknüpft und dadurch tabuisiert. Dabei geht es in erster Linie um Krebsprävention. "Wir müssen dringend mehr in Aufklärung investieren – an Schulen, in Familien und bei Ärzten", betont Dalmer. Die Kampagne will genau hier ansetzen.

Die aufmerksamkeitsstarken Plakate fallen ins Auge und machen neugierig. Das Layout stammt von der Kieler Botschaft, unterstützt wird die Aktion vom Medienhaus Ströer. "Es geht um Schutz, nicht um Sexualität. Wir wollen zeigen, dass Impfen Leben retten kann", sagt Maxi Liekfeldt, Kopf der neuen HPV-Kampagne. Die klare Botschaft: HPV-Prävention muss raus aus der Tabuzone.

Ausführliche Informationen und Materialien zur HPV-Aufklärung stehen euch online zur Verfügung, hier findet ihr alles Wissenswerte rund um die Impfung, Schutzmöglichkeiten und Antworten auf häufige Fragen. Die Plattform bietet fundierte Aufklärung für Jugendliche, Eltern und alle Interessierten.

Ihr wollt mehr über Gesundheitsthemen in eurer Region erfahren? Wir von kiel-magazin.de halten euch auf dem Laufenden.

Quelle:  Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft e.V.