DLRG rettet Leben in Schleswig-Holstein
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21 Menschen ertranken 2025 in Schleswig-Holsteins Gewässern, das sind vier weniger als im Vorjahr. Die DLRG hat mit 3.500 ehrenamtlichen Rettungsschwimmerinnen und -schwimmern über 177 Leben gerettet. Besonders ältere Menschen sind gefährdet.
Die Zahlen für 2025
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft verzeichnete 21 tödliche Badeunfälle in Schleswig-Holstein. Der August war mit sieben Todesopfern der gefährlichste Monat und nur der regenreiche Herbst verhinderte möglicherweise einen weiteren Anstieg. An bewachten Stränden ereigneten sich kaum tödliche Unfälle, die Gefahr lauert an unbewachten Badestellen. Die rot-gelbe Flagge der DLRG markiert sichere Bereiche, wo Rettungsschwimmer wachen.
19 der 21 Todesopfer waren über 50 Jahre alt, eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Sechs Menschen waren sogar über 80. Hitze und der Sprung ins kalte Wasser belasten den Kreislauf enorm. Herz-Kreislauf-Probleme und Selbstüberschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit führen schnell zu kritischen Situationen und insbesondere der Temperaturunterschied zwischen heißem Wetter und kühlem Wasser kann lebensbedrohlich werden.
Deutlich mehr männliche Todesopfer
Drei von vier Todesopfern waren männlich. "Übermut und Selbstüberschätzung treten gerade unter Männern häufiger auf", erklärt DLRG-Landesgeschäftsführer Ken Blöcker. Alkoholkonsum ist oft mitursächlich für tragische Unfälle. Frauen gehen tendenziell vorsichtiger mit Risiken am Wasser um und schätzen ihre Fähigkeiten realistischer ein.
Flüsse werden zunehmend gefährlicher, die Opferzahl stieg von zwei auf sechs Todesfälle. Besonders die Elbe forderte mehrere Menschenleben. Am Meer ging die Zahl der Todesopfer dagegen von neun auf sechs zurück. Unbewachte Gewässer mit Strömungen und wechselnden Wassertemperaturen solltet ihr meiden, denn die sichersten Badestellen sind dort, wo DLRG-Rettungsschwimmer im Einsatz sind.
Immer mehr Wassersportler und Segler verunglücken durch Unbedarftheit. Die DLRG musste 2025 deutlich häufiger zu Rettungseinsätzen für verunglückte Wassersportler ausrücken. Viele unterschätzen die Gefahren beim Stand-up-Paddling oder Segeln. Eine Schwimmweste kann im Ernstfall Leben retten – wird aber noch zu selten getragen.
Schutz ist wichtig
Geht langsam ins Wasser, statt direkt hineinzuspringen, besonders an heißen Tagen. Schätzt eure Leistungsfähigkeit realistisch ein und meidet Alkohol am Wasser. Kinder dürfen niemals unbeaufsichtigt sein. Wählt bewachte Strände mit der rot-gelben DLRG-Flagge. Bei starken Strömungen oder kaltem Wasser solltet ihr besonders vorsichtig sein und eure Kräfte nicht überschätzen.
Von Mai bis September wachen über 3.500 ehrenamtliche Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer an etwa 50 Badestellen im ganzen Land. Sie retteten 2025 insgesamt 177 Menschen unmittelbar vor dem Ertrinkungstod. Ohne diese Lebensretter hätte es deutlich mehr Unglücksfälle gegeben. Die DLRG bietet zudem Schwimmausbildung und Aufklärung über Wassergefahren, sodass sich bundesweit über 640.000 Mitglieder für die Wassersicherheit engagieren.
"Wenn alle Kinder nach der Grundschule sichere Schwimmer wären, hätten wir deutlich weniger Todesopfer zu beklagen", betont Blöcker. Prävention und Ausbildung sind der Schlüssel für mehr Sicherheit. Erfreulich: In Schleswig-Holstein gab es 2025 keine tödlichen Unfälle bei Kindern und Jugendlichen. Das zeigt, dass Schwimmausbildung und Aufsicht wirken. Menschen, die nicht sicher schwimmen können, müssen besonders für Gefahren sensibilisiert werden.
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