Fielmann schenkt Kiel drei Gemälde
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Die Fielmann Group AG bereichert das Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum mit drei wertvollen Gemälden. Die Werke von Hinrich Wrage, Gretel Riemann und André Krigar zeigen Kiel aus verschiedenen Epochen – vom mittelalterlichen Klosterhof bis zur modernen Fördestadt. Bis zum 22. Februar 2026 könnt ihr die Neuzugänge im Warleberger Hof bewundern.
Was macht diese Spende besonders?
Die großzügige Fielmann-Spende umfasst drei Stadtansichten aus unterschiedlichen Jahrhunderten. Kerstin Lemke übergab die Werke am 13. Februar 2026 stellvertretend für die Fielmann Group AG. Zwischen dem ältesten und jüngsten Gemälde liegen über 130 Jahre Stadtgeschichte. Die Bilder dokumentieren den tiefgreifenden Wandel der Fördestadt – von der mittelalterlichen Bebauung über das Gründerzeitviertel bis zur modernen Architektur. Damit wächst die Sammlung "Fördegalerie" um wichtige Zeugnisse der städtebaulichen Entwicklung.
Welche Künstler sind vertreten?
Die Spende vereint drei bedeutende Künstlerpersönlichkeiten mit Kiel-Bezug:
- Hinrich Wrage (1843–1912): Malte um 1870 die "Häuser am Klosterhof"
- Gretel Riemann (1924–2012): Hielt 1996 die "Ecke Gartenstraße / Legienstraße" fest
- André Krigar (*1952): Schuf 2000 das Werk "Kiel bei Nacht"
Alle drei verbindet ihre intensive Auseinandersetzung mit der Fördestadt. Wrage prägte als aufstrebendes Talent die Kieler Kunstszene der 1870er Jahre. Riemann dokumentierte seit den 1970er Jahren den Wandel ihrer Heimatstadt. Krigar gehört zu den Norddeutschen Realisten und ist bereits mit mehreren Werken in der Museumssammlung vertreten.
Was zeigt Wrages historisches Gemälde?
Wrages Werk entstand im Auftrag Wilhelm Ahlmanns und zeigt den mittelalterlichen Klosterkirchhof. Der Blick geht von der heutigen Falckstraße auf das alte Torgebäude des Franziskaner-Klosters. Der Orden hatte dort Mitte des 13. Jahrhunderts sein Kloster gegründet, das 1530 während der Reformation aufgegeben wurde. Die Gebäude verfielen nach dem Universitätsumzug 1768 zusehends. Wrage hielt diese romantisch verklärte Ansicht kurz vor dem endgültigen Abriss 1889–1891 fest. Das Pittoreske steht dabei im Vordergrund.
Wie begann Wrages Künstlerkarriere?
Der 1843 bei Bad Bramstedt geborene Wrage startete seine künstlerische Laufbahn in Kiel. Von 1862 bis 1866 absolvierte er eine Lehre beim Porzellanmaler Friedrich Hess. Parallel besuchte er in den Wintermonaten 1863–1867 den Unterricht an der Kieler Gewerbeschule. Dort lehrten ihn der Landschaftsmaler Joachim Ludwig Bünsow und der Architekturmaler Heinrich Heger. Zu Beginn der 1870er Jahre galt Wrage als eines der vielversprechendsten Talente der Kieler Kunstszene.
Warum ist Riemanns Werk bedeutsam?
Gretel Riemann fing 1996 die Kreuzung Gartenstraße / Legienstraße an einem regnerischen Tag ein. Das Damperhofviertel war um 1850 neu erschlossen worden. Für Riemann hatte dieser Ort besondere Bedeutung – 1973 eröffnete sie in der Legienstraße 26 ihr eigenes Atelier. Ihre Werke im Stil der realistischen Sachlichkeit sind Momentaufnahmen der Kieler Stadtlandschaft. Seit den 1970er Jahren dokumentierte sie konsequent den Wandel ihrer Heimatstadt.
Wie würdigt das Museum Riemann?
Das Museum sammelt seit 1977 Werke von Gretel Riemann als Zeugnisse der Stadtentwicklung. Der Bestand umfasst mittlerweile mehr als 30 Arbeiten. Anlässlich ihres 100. Geburtstages 2024 widmete das Museum ihr eine umfassende Ausstellung. Gezeigt wurden ihre Kieler Stadtbilder aus den Jahren 1970 bis 2012. Diese Werkschau unterstrich ihre Bedeutung als Chronistin der Fördestadt.
Wo könnt ihr die Gemälde sehen?
Die drei Werke werden temporär im Stadtmuseum Warleberger Hof präsentiert. Ihr findet sie im letzten Raum der Ausstellung "Gestern, Heute, Morgen. Perspektiven auf die Sammlung des Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseums". Dort werden die Neuzugänge aus den Jahren 2023 bis 2025 gezeigt. Die aktuellsten Fielmann-Spenden sind bis zum 22. Februar 2026 auf Staffeleien zu bewundern. Sie erweitern den Sammlungsbestand "Fördegalerie" um bedeutende Werke regionaler Künstler mit Stadt- und Fördelandschaftsdarstellungen.
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