Schleswig-Holstein investiert in die Schiene
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Alle Menschen, die von Kiel nach Hamburg mit der Bahn fahren, kennen und lieben die Verbindungen der RE7 und RE70, mit all ihren Ausfällen und Verspätungen. Hier und bei anderen Problemstellen will das Land ansetzen und macht die Schiene fit für die Zukunft: 900 Millionen Euro fließen in insgesamt 13 neue Bahnprojekte. Mit dem Sondervermögen des Bundes werden Strecken ausgebaut, elektrifiziert und reaktiviert.
Was wird konkret verbessert?
Das Land investiert gemeinsam mit der Deutschen Bahn und der AKN in das 1.350 Kilometer lange Schienennetz bei uns in Schleswig-Holstein. Allein 200 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes fließen zusätzlich in die Infrastruktur und viele Projekte können dadurch früher als geplant umgesetzt werden. Neben den laufenden Großprojekten wie der Fehmarnbelttunnel-Anbindung oder der S4 nach Bad Oldesloe stehen nun 13 weitere Ausbauten auf dem Programm.
Die Marschbahn zwischen Niebüll und Westerland gilt als eines der größten Infrastruktur-Sorgenkinder im Land. Für tausende Pendler zur Insel Sylt gibt es keine Alternative zu dieser Strecke. Der vollständige zweigleisige Ausbau soll durch eine "Sylt-Klausel" im Bundesverkehrsplan unverrückbar festgeschrieben werden. Am 21. April findet dazu ein weiterer Marschbahn-Gipfel auf Sylt statt, diesmal auf Einladung von Ministerpräsident Daniel Günther.
Die DB setzt bereits konkrete Verbesserungen um: Das elektronische Stellwerk Niebüll verbessert die Kapazität zwischen Husum und Bredstedt. Zwischen Glückstadt und Itzehoe werden Gleise, Bahnübergänge und Sicherungstechnik erneuert und in Jübek entstehen modernisierte, barrierefreie Bahnsteige. Auf der Strecke Kiel–Plön wird der Fahrweg instandgesetzt. Jede Baumaßnahme trägt dazu bei, dass das Netz weniger störanfällig wird und Züge pünktlicher verkehren.
Wie profitiert ihr von längeren Bahnsteigen?
Auf der Strecke Kiel–Hamburg werden Bahnsteige verlängert, damit bis zu drei Züge aneinander gekuppelt fahren können. Drei Millionen Euro aus dem Sondervermögen sind dafür in den kommenden zwei Jahren reserviert. So können mehr Menschen zur selben Zeit befördert werden und längere Züge auf der Strecke fahren.
Die neue Klappbrücke in Lindaunis wird zum Jahreswechsel 2027/2028 fertiggestellt. Dann kann der Regionalexpress 72 zwischen Flensburg und Kiel wieder durchgehend fahren. Erstmals wird der Zug auch regelmäßig in Lindaunis halten. Die dafür nötige Bahnsteigverlängerung wird komplett aus dem Sondervermögen finanziert.
Mehrere wichtige Verbindungen stehen auf der Prioritätenliste und sollen ausgebaut werden:
- Neumünster–Bad Oldesloe: Elektrifizierung für eine neue Verbindung Kiel–Hamburg über Bad Segeberg. Die neue Strecke als RE78 soll künftig das Nadelöhr Elmshorn entlasten und euch eine alternative Route bieten.
- Kiel–Preetz: Ausbau ab 2027 geplant
- Knoten Flensburg: Modernisierung der Infrastruktur
- Bergedorf–Geesthacht: Reaktivierung der Strecke
Ausbau auch bei der AKN
Die AKN Eisenbahn kommt bei ihren Großprojekten planmäßig voran. Die Oberleitung der S5 erreicht in diesem Jahr Ulzburg Süd. In Kaltenkirchen entsteht das Umrichterwerk für den künftigen S-Bahn-Betrieb. Auf der Strecke Kiel–Schönberger Strand geht der nächste Abschnitt bis Probsteierhagen in Betrieb. Mit dem Sondervermögen können die neue Haltestelle Henstedt-Ulzburg West, der AKN-Expresszug und die Erneuerung der A7-Brücke früher realisiert werden.
Die kommenden Jahre bleiben durch die vielen Baumaßnahmen herausfordernd für euch als Fahrgäste und der Nachholbedarf bei der Infrastruktur ist bekanntermaßen enorm, doch der Bund stellt so viel Geld für die Modernisierung bereit wie nie zuvor. NAH.SH, Land und Infrastrukturunternehmen setzen die Projekte gemeinsam um. Die Investitionen sollen die Kapazität erhöhen, die Betriebsqualität verbessern und die Anbindung Schleswig-Holsteins ans überregionale Netz stärken.
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