Science Comes to Town: Alltag trifft Forschung
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Wenn Straßensticker, Schulgeschichte oder vergessene Forscherinnen zu wissenschaftlichen Projekten werden, zeigt sich: Große Fragen beginnen im Kleinen. Science Comes to Town macht genau das möglich – und sucht bis 15. April neue Ideen aus dem Alltag.
Science Comes to Town geht in die nächste Runde und sucht nach neuen Projekten, die nach dem ersten Bewerbungszeitraum, der seit Beginn des Jahres stattgefunden hat. Kiel ist seit Beginn des Jahres, neben Brest und Split, eine von drei europäischen Städten, in denen aktiv die Wissenschaft aktiv den Austausch zwischen Regionen fördert.
Welche Projekte wurden ausgewählt?
Die 12. Klasse der Hebbelschule erforscht ihre Schule als gesellschaftlichen Mikrokosmos unter der Frage "Wie prägen gesellschaftliche Umbrüche den Schulalltag?". Mit Interviews, Archivmaterial und historischen Fotografien untersuchen die Schülerinnen und Schüler, wie Kriege, Reformen oder Fridays for Future den Alltag prägen. "Die Entscheidung zeigt, dass scheinbar kleine Strukturen eine gesellschaftlich relevante Bedeutung haben", erklärt Lehrkraft Ann-Christin Schwarz. Prof. Birgit Brouër von der CAU begleitet das Projekt wissenschaftlich.
Was erzählen Sticker im öffentlichen Raum?
Charlie Brodersen und Paul Rasmus Lindhorst kartieren Sticker an Ampeln, Laternen und Straßenschildern. Diese kleinen Botschaften verraten viel über politische Haltungen, Protest und Zugehörigkeit. "Wir sind gespannt auf den Forschungsprozess und darauf, was dabei herauskommt", sagt das Team. Unterstützt werden sie von Prof. Ulrich Müller vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der CAU.
Warum brauchen Naturwissenschaftlerinnen mehr Sichtbarkeit?
Das dritte Projekt rückt brillante, oft übersehene Forscherinnen ins Rampenlicht. Ihre Biografien werden als Podcast, Trickfilm oder Bühnenstück erlebbar gemacht. "Wir möchten Wissenschaft niedrigschwellig erfahrbar machen und neue Perspektiven auf Vorbilder im MINT-Bereich eröffnen", berichtet Dr. Madeleine Freund vom Netzwerk NaturSpielpädagogik. Dr. Anneke Steegh vom IPN begleitet die Umsetzung fachlich.
Mitmachen in der zweiten Phase
Die zweite Wettbewerbsrunde läuft bis 15. April. Bewerben können sich Bürger, Schüler, Initiativen und Vereine aus Kiel sowie den Landkreisen Plön und Rendsburg-Eckernförde. Ihr habt eine Frage aus eurem Alltag, die ihr wissenschaftlich untersuchen möchtet? Dann reicht eure Idee ein. Die ausgewählten Teams erhalten bis zu 1.000 Euro Preisgeld, fachliche Begleitung und eine öffentliche Präsentationsplattform.
Was erwartet die Gewinnerinnen und Gewinner?
Im Mai werden die ausgewählten Projekte bekannt gegeben. Die Umsetzung erfolgt zwischen Juni und November 2026. Alle Gewinner sind zur Abschlusszeremonie des internationalen Projekts eingeladen. Eine unabhängige Jury wählt die Teams aus, die dann ihre Ergebnisse öffentlich präsentieren dürfen. Sprechstundentermine für eure Fragen findet ihr unter www.sctt-2026.de.
Ihr wollt mehr über spannende Initiativen in eurer Region erfahren? Wir von kiel-magazin.de halten euch auf dem Laufenden.