Mobilitätskonzept für Kiel-Gaarden
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Kiel-Gaarden bekommt ein umfassendes Mobilitätskonzept mit rund 200 Maßnahmen. Ziel: sichereres Radfahren, besseres Zufußgehen und mehr Lebensqualität. Über 80 Maßnahmen könnten noch bis 2029 umgesetzt werden – von Superblocks bis zu Bewohnerparkzonen.
Was plant Kiel für Gaarden?
Das neue Mobilitätskonzept umfasst sechs Handlungsfelder und etwa 200 Einzelmaßnahmen. Dazu gehören Superblocks mit Einbahnstraßen, Fahrradstraßen und Mobilitätsstationen. Die Ratsversammlung berät am 19. Februar über die ersten 80 Maßnahmen der Stufe 1. Stadträtin Alke Elisabeth Voss erklärt: "Wir möchten in den kommenden Jahren durch organisatorische und verkehrliche Maßnahmen die Lebensqualität in Gaarden verbessern."
Gaarden ist verkehrstechnisch besonders. 79 Prozent nutzen bereits den Umweltverbund – mit 29 Prozent ÖPNV-Anteil Spitzenreiter in Kiel. Nur 15 Prozent fahren Rad, vermutlich wegen der vielen Kopfsteinpflasterstraßen ohne Radwege. Diese Ausgangslage bietet großes Potenzial für nachhaltige Mobilität und mehr Aufenthaltsqualität.
Wie sollen die Kiezblocks funktionieren?
Drei Superblocks nach Barcelonaer Vorbild werden das Herzstück der Planung. Der Superblock im Gaardener Zentrum liegt zwischen Werftstraße, Ostring und Karlstal. Hinzu kommen der "ElKi-Kiez" und das Holsteiner Viertel. Einbahnstraßen verhindern Durchgangsverkehr, neugeordnetes Parken schafft mehr Platz auf Gehwegen.
Fahrradstraßen mit Asphaltdecke statt Großpflaster sollen das Radfahren attraktiver machen. Die erste könnte schnell auf der Norddeutschen Straße entstehen. An mehreren Stellen sind dringend benötigte Abstellanlagen geplant. Neue Querungsmöglichkeiten am Ostring erleichtern das Überqueren der vielbefahrenen Straße.
Parkmöglichkeiten für Autos werden auf die Straße verlegt und freie Gehwegflächen entstehen zum Spielen für Kinder. Weitere abgesenkte Bordsteine an Kreuzungen verbessern die Barrierefreiheit. Der Henry-Vahl-Platz könnte als Treffpunkt aufgewertet werden, mehr Grün auf dem Vinetaplatz steigert die Aufenthaltsqualität.
Was ändert sich beim Parken?
Vier Bewohnerparkzonen sollen Parksuchverkehr reduzieren und Anwohnenden mit Parkausweis Plätze vor der Haustür sichern. Große Parkplätze an Supermärkten oder am Hörnbad könnten nachts von Bewohnern genutzt werden. Voss betont: "Es geht nicht darum, die Autos aus Gaarden zu verbannen", sondern die Lebensqualität zu verbessern.
Erste Vorschläge könnten noch in diesem Jahr angepackt werden. Die etwa 80 Maßnahmen der Stufe 1 sollen bis 2029 umgesetzt werden. Die Umsetzung aller drei Stufen könnte bis 2035 abgeschlossen sein. Voss ist gespannt auf die Diskussion: "Nun wollen wir auf dieser guten Grundlage aufbauen und zum Wohle der Menschen in Gaarden so viele Ideen wie möglich so schnell wie möglich umsetzen."
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