Kieler Baustellen: Das passiert 2026
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Kiel investiert auch 2026 kräftig in seine Infrastruktur. Von der Holstenstraße bis zur Kanalstraße entstehen barrierefreie Wege, sichere Radrouten und moderne Verkehrslösungen. Hier erfahrt ihr, wo gebaut wird und was euch erwartet.
Was macht Kiel besonders zukunftsfähig?
Das Tiefbauamt setzt auf innovative Mobilitätskonzepte, die allen Verkehrsteilnehmenden zugutekommen. Nach dem preisgekrönten Holstenfleet folgen nun weitere Leuchtturmprojekte. Die Holstenstraße erhält ein komplett neues Gesicht, die Kanalstraße in Holtenau wird rundum saniert. Tiefbauamtsleiter Peter Bender betont: Trotz finanzieller Herausforderungen bleiben die Belange aller im Fokus. Vom Radverkehr bis zum motorisierten Individualverkehr.
Das Tiefbauamt kann 2026 mit rund 23 Millionen Euro für die Instandhaltung der Straßen arbeiten. Mehrere Baustellen, die bereits für das vergangene Jahr geplant waren, können nun endlich starten – die Haushaltssperre ist beendet. Das bedeutet: Mehr Projekte werden parallel umgesetzt, mehr Sanierungen kommen schneller voran. Die Stadt nutzt die finanziellen Spielräume gezielt für nachhaltige Infrastrukturmaßnahmen.
Wo wird 2026 am meisten investiert?
Die Kanalstraße zwischen Gravensteiner Straße und Kastanienallee wird ab März vollumfänglich erneuert. Das bedeutet: neue Regen- und Schmutzwasserkanäle, modernisierte Versorgungsleitungen und frische Gehwege. Die Arbeiten laufen abschnittsweise bis Ende 2028. Auch die Beleuchtung wird komplett modernisiert, sodass Anwohner und Radfahrende gleichermaßen von mehr Sicherheit und Komfort profitieren.
Seit Fertigstellung der Veloroute 1 nutzen immer mehr Radfahrende auch die Schönberger Straße. Von März bis Mai wird der Abschnitt zwischen Werftstraße 15 und Havemeisterstraße umgebaut. Eine Mittelinsel ermöglicht stadtauswärts fahrenden Radlern den sicheren Seitenwechsel. Gleichzeitig werden Fahrbahndecke saniert und Nebenflächen barrierefrei gestaltet. Ein Gewinn für alle.
Die Obere Holstenstraße bekommt ein attraktives neues Gesicht nach Plänen der Gewinner des Planungswettbewerbs. Ab März werden Regen- und Schmutzwasserkanäle zwischen Faulstraße und Altem Markt neu verlegt. Danach folgt neues Pflaster, moderne Beleuchtung sowie Tische und Bänke für mehr Aufenthaltsqualität. Die Fertigstellung ist für Herbst 2027 geplant – mit Unterbrechungen während der Kieler Wochen.
Welche Baustelle beeinflusst den Verkehr am stärksten?
Die "Herzogbaustelle" am Westring wird 2026 zur verkehrsreichsten Großbaustelle. Der Abschnitt zwischen Eckernförder Straße und Gutenbergstraße wird ab Frühjahr auf 460 Metern im Vollausbau erneuert. Drei Bushaltestellen werden barrierefrei umgebaut, die Nebenflächen verbreitert. Der Radverkehr verlagert sich auf die Nebenflächen, parkende Fahrzeuge auf die Fahrbahn. Die Arbeiten laufen in vier Bauabschnitten bis Frühsommer 2028 – mit erheblichen Auswirkungen auf den Durchgangsverkehr.
Zwischen Rathausplatz und Kleinem Kiel entsteht endlich eine Fußgängerinsel. Die Maßnahme verbessert die Querungssicherheit deutlich und schafft mehr Raum für den Fußverkehr. Allerdings stellt sich die Frage: Warum wurde diese nicht bereits bei der Sanierung des Holstenfleets mitgestaltet? Die nachträgliche Umsetzung bedeutet erneute Bauarbeiten in einem Bereich, der erst kürzlich fertiggestellt wurde – eine Entscheidung, die für Diskussionen sorgt und noch sorgen wird.
Wie wird der Radverkehr gefördert?
Der Kreuzungsbereich Steenbeker Weg/Torfmoorkamp/Torfende wird im Sommer barrierefrei ausgebaut. Eine Querungshilfe für Fußgänger, getrennte Geh- und Radwege sowie eine Mittelinsel an der Bushaltestelle Rehbenitzwinkel sorgen für mehr Sicherheit. Bodenindikatoren zur Orientierung und Ampelmasten mit Anforderungstaster machen die Kreuzung für alle zugänglich. Die Bauzeit beträgt etwa drei Monate.
An gleich zwei Stellen wird 2026 der Fuß- vom Radverkehr getrennt. Zwischen Max-Eyth-Straße und Olshausenstraße entsteht ein begleitender Gehweg. Zwischen Saarbrückenstraße und Winterbeker Weg macht eine neue Umgehungsstrecke eine bisher unübersichtliche Wegebiegung sicherer. Zusätzlich wird der Gehweg zwischen Schauenburger Straße und Krausstraße zum Schutz von Wurzeln höher gelegt und mit Fahrbahneinengungen versehen.
Was plant die Autobahn GmbH?
Die Autobahn GmbH des Bundes kümmert sich 2026 um den Ausbau der A215 und A210. Die Arbeiten zielen auf eine leistungsfähigere Verkehrsinfrastruktur und bessere Anbindung Kiels an das überregionale Autobahnnetz. Details zu den einzelnen Bauabschnitten werden sukzessive bekannt gegeben. Die Maßnahmen sind Teil eines langfristigen Modernisierungsprogramms, das die Verkehrssicherheit erhöht und Engpässe beseitigt.
In der Alten Lübecker Chaussee gehen die Brückenbauarbeiten der Deutschen Bahn weiter. Die Sanierung der dortigen Brücken ist notwendig, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und den Schienenverkehr langfristig zu sichern. Die Arbeiten ziehen sich über mehrere Bauphasen und können zu temporären Verkehrsbeeinträchtigungen führ. Die Deutsche Bahn koordiniert die Maßnahmen eng mit der Stadt, um die Auswirkungen möglichst gering zu halten.
Was droht der Alten Weide?
Aufgrund von Straßenarbeiten könnte die Alte Weide einseitig gesperrt werden. Das hätte direkte Auswirkungen auf die Erreichbarkeit von Bartels Langeness, Aldi und Markant. Kundinnen und Kunden müssten mit Umwegen und eingeschränkten Parkmöglichkeiten rechnen. Die genauen Termine und das Ausmaß der Sperrung stehen noch nicht endgültig fest. Anwohnende und Geschäfte warten auf konkrete Informationen von der Stadt.
Stromnetzmodernisierung durch die Stadtwerke
Die Stadtwerke sanieren bis 2028 rund neun Kilometer Hochspannungsleitung von der Wik bis zum Konrad-Adenauer-Damm. Der erste Bauabschnitt zwischen Gerhardstraße und Kirchhofallee startet im Frühjahr. Zunächst werden Leerrohre für die 110-kV-Trasse eingebracht, später folgen die Kabel. Der Abschluss ist für Ende 2026 geplant.
Seit vergangenem Jahr treiben die Stadtwerke im Philosophenviertel in enger Kooperation mit der Stadt die Wärmewende voran. Mehr als 130 Häuser werden an das Fernwärmenetz angeschlossen, zusätzlich werden Strom- und Wassernetz erneuert. Die Fertigstellung ist für Herbst 2026 geplant. Das Philosophenviertel ist das erste von 49 Gebieten, die die Kommunale Wärmeplanung für eine Fernwärmeerweiterung vorsieht. Ein Leuchtturmprojekt für ganz Kiel.
Wie wirkt sich die Energiewende aus?
Die Energiewende macht sich bei den Stadtwerken deutlich spürbar. Immer mehr Kielerinnen und Kieler installieren Photovoltaikanlagen auf ihren Dächern oder nutzen Wärmepumpen für die Heizung. Das führt zu veränderten Anforderungen an das Stromnetz und erfordert intelligente Lösungen. Die Stadtwerke reagieren mit dem Ausbau der Netzinfrastruktur und der Integration erneuerbarer Energien – für eine klimafreundliche Zukunft.
Zwischen den Wasserbrunnen und den Wasseraufbereitungsanlagen in Russee sanieren die Stadtwerke auch die Rohwasserleitungen mit einem Durchmesser von etwa 50 Zentimetern. Diese Leitungen sind essentiell für die Trinkwasserversorgung der Stadt. Die Sanierung sichert langfristig die Wasserqualität und soll Ausfälle verhindern. Die Arbeiten laufen parallel zu anderen Infrastrukturmaßnahmen und werden so koordiniert, dass Beeinträchtigungen minimiert werden.
Welche weiteren Straßen werden saniert?
Neben den Großprojekten finden 2026 Sanierungen an über 20 weiteren Standorten statt. Dazu gehören:
Masurenring – Sanierung von Kanälen und Fahrbahn
Wehdenweg – Umbau der Bushaltestelle Rosenfelder Straße
Rathausstraße – Bau einer Mittelinsel zwischen Rathausplatz und Kleinem Kiel
Sophienblatt – Arbeiten zwischen Harmsstraße und Gablenzstraße
Eichhofstraße – Sanierung zwischen Eckernförder Straße und Mühlenweg
Alle Infos zu den städtischen Baumaßnahmen findet ihr jederzeit aktuell online auf der Seite der Stadt.
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