Kiel für Remote Worker, die keine digitalen Nomaden sein wollen

Nicht jeder, der remote arbeitet, will mit dem Laptop unter Palmen sitzen. Viele von euch haben einfach einen ganz normalen Job, der sich auch von zu Hause erledigen lässt – oder eben von einem Café mit Blick auf die Förde. Kiel ist dafür der perfekte Ort. Wir zeigen euch die besten Spots zum konzentrierten Arbeiten in der Landeshauptstadt.

Mann sitzt vor einem Laptop und gestikuliert mit den Händen
Coworking Space, © unsplash.com / headway

Coworking Spaces: Mehr als nur ein Schreibtisch

Wer langfristig in Kiel remote arbeitet, kommt an den lokalen Coworking Spaces kaum vorbei. Das COBL in der Legienstraße 40 ist eine der besten Adressen – hier trifft Coworking auf Café-Atmosphäre, Jazz-Sessions und eine offene Community, getragen von der Non-Profit-Organisation opencampus.sh.

Wer es etwas ungewöhnlicher mag, sollte sich das Vekselwerk in der Weimarer Straße 8 anschauen: ein deutsch-dänisches Coworking Space in den historischen Mauern eines ehemaligen Marinelazaretts, direkt am Anscharpark – perfekt für Pausen im Grünen.

Für Gründerinnen und Gründer lohnt sich ein Blick in die StarterKitchen in der Kuhnkestraße im Wissenschaftspark: Ein Flex Desk kostet dort gerade mal 70 Euro im Monat.

Cafés zum Arbeiten: Laptop-freundlich und mit gutem Kaffee

Nicht jeder Arbeitstag braucht einen Coworking Space. Manchmal reichen ein guter Kaffee, stabiles WLAN und eine ruhige Ecke. In Kiel gibt es dafür einige Anlaufstellen, die Laptop-Arbeiter willkommen heißen, statt sie mit schrägen Blicken zu vertreiben.

Die Holtenauer Straße im Stadtteil Blücherplatz ist dafür ein guter Ausgangspunkt – hier reihen sich unabhängige Cafés aneinander, in denen ihr morgens problemlos ein paar Stunden konzentriert arbeiten könnt. Ein Tipp: Unter der Woche vormittags ist es in den meisten Cafés deutlich ruhiger als am Wochenende, und ihr findet fast immer einen Platz mit Steckdose in der Nähe.

Gerade wer viel in öffentlichen WLANs unterwegs ist – ob im Café, in der Bücherei oder am Hafen – sollte sich vorher Gedanken über die Sicherheit der eigenen Verbindung machen. Es lohnt sich, einmal einen Blick auf eine unabhängige Surfshark-Erfahrung zu werfen, um zu verstehen, wie ein VPN eure Daten in offenen Netzwerken schützen kann. Denn Kiel bietet zwar viele kostenlose Hotspots, aber nicht alle sind gleich gut abgesichert.

Die Zentralbücherei: Kiels unterschätzter Arbeitsplatz

Ein echter Geheimtipp für alle, die Ruhe zum Arbeiten brauchen: Die Zentralbücherei im Neuen Rathaus in der Andreas-Gayk-Straße. Kostenloses WLAN, Arbeitsplätze, Internet-PCs und eine zentrale Lage direkt am Hauptbahnhof – besser geht es kaum. Geöffnet ist dienstags bis freitags bereits ab 10 Uhr, montags ab 13 Uhr, samstags bis 14 Uhr.

Ein Büchereiausweis kostet 18 Euro im Jahr, für Studierende ist er kostenlos. Als größte öffentliche Bibliothek Schleswig-Holsteins bietet sie neben rund 250.000 Medien auch eine angenehm ruhige Arbeitsatmosphäre – ganz ohne Konsumzwang. Wer zwischendurch eine Pause braucht, findet in der direkten Umgebung zahlreiche Möglichkeiten zum Mittagessen.

Am Wasser arbeiten: Das Kieler Alleinstellungsmerkmal

Was Kiel von anderen Städten unterscheidet, ist die Nähe zum Wasser. Die Kiellinie, die Uferpromenade entlang der Förde, ist bei gutem Wetter ein beliebter Ort, um sich mit dem Laptop auf eine der Bänke zu setzen und mit mobilem Hotspot zu arbeiten.

Inzwischen arbeiten in Deutschland rund 24 Prozent aller Erwerbstätigen zumindest gelegentlich von zu Hause oder einem Ort ihrer Wahl – fast doppelt so viele wie noch vor der Pandemie. Und ehrlich gesagt gibt es schlimmere Orte als eine Bank mit Fördeblick, während im Hintergrund die Fähren nach Skandinavien ablegen.

Auch der Alte Botanische Garten in der Nähe der Universität bietet sich an wärmeren Tagen als grüne Arbeitsumgebung an. Der Eintritt ist frei, die Anlage wunderschön gepflegt, und wer zwischendurch den Kopf frei bekommen will, macht einfach einen kurzen Spaziergang durch die historischen Gewächshäuser. Im Sommer lohnt sich außerdem ein Abstecher an den Falckensteiner Strand nach Feierabend – die perfekte Belohnung nach einem produktiven Arbeitstag.

Fazit

Kiel ist keine Stadt, die laut "digitaler Nomaden-Hotspot" schreit – und genau das macht sie für Remote Worker so angenehm. Die Infrastruktur stimmt, die Lebenshaltungskosten sind im Vergleich zu Hamburg oder München überschaubar, und die kurzen Wege zwischen Schreibtisch und Strand sorgen für eine Work-Life-Balance, die sich in vielen Großstädten nur schwer finden lässt.

Ob ihr fest in Kiel lebt oder die Stadt erst einmal für ein paar Wochen ausprobieren wollt: Die Mischung aus Coworking Spaces, entspannten Cafés, einer erstklassigen Bücherei und dem Wasser vor der Tür macht Kiel zu einem der angenehmsten Orte in Deutschland, um remote zu arbeiten. Probiert es einfach mal aus.