Fotoalben aus Kieler Kliniken in einer Ausstellung entdecken
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Fotoalben erzählen Geschichten – doch was passiert, wenn Unbeteiligte sie betrachten? Die Medizin- und Pharmaziehistorische Sammlung in Kiel zeigt ab Mittwoch, 13. Mai 2026, wie historische Fotoalben aus Universitätskliniken zu faszinierenden Zeitdokumenten werden. Fünf Alben aus dem Zeitraum 1885 bis 1986 enthüllen persönliche Perspektiven auf den Klinikalltag.
| Wann? | ab Mittwoch, 13. Mai 2026, Di-Do 10.00-16.00 Uhr, So 12.00-16.00 Uhr |
| Wo? | Medizin- und Pharmaziehistorische Sammlung |
| Eintritt: | regulär 5,- Euro und ermäßigt 2,- Euro |
Was erwartet euch in der Ausstellung?
Die Ausstellung präsentiert fünf historische Fotoalben aus drei Kliniken der Kieler Universität. Drei Alben stammen aus der Klinik für Gynäkologie, je eines aus der Psychiatrischen Klinik und der Ersten Medizinischen Klinik. Ergänzt werden sie durch private Fotosammlungen eines Medizinstudenten und eines jungen Arztes aus der Chirurgie. Alle Alben waren ursprünglich persönliche Geschenke, nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.
Wie wurden die Alben erforscht?
Ein Team aus Kunsthistorikerinnen und Museumsmitarbeiterinnen hat mit detektivischem Spürsinn den Kontext der Bildmotive ermittelt. Obwohl die meisten Fotografien betitelt sind, zeigte sich schnell: Die Bilderzählungen waren stets im Zusammenspiel mit mündlicher Erläuterung und persönlicher Erinnerung gedacht. Ohne die Stimmen der Zeitzeugen verändert sich das Verständnis des Gezeigten grundlegend.
Welche Themen ziehen sich durch die Alben?
Die Ausstellung gliedert sich in acht wiederkehrende Themen, die alle Alben verbinden:
- Darstellung von Klinikgebäuden und Räumen
- Medizintechnik und ihre Entwicklung
- Menschen im Klinikalltag
- Fotografische Technik und Kunstfertigkeit
- Motivgestaltung und Bildauswahl
Warum ist die Bildauswahl so bedeutsam?
Jedes Fotoalbum erzählt eine eigene Klinikgeschichte aus individueller Perspektive. Die Motivgestaltung und Bildauswahl spiegeln das Verhältnis derer, die das Album erschufen, zu ihrer Klinik und zum Empfänger wider. Was die Alben zeigen, ist sorgfältig gewählt – was sie verschweigen, lässt sich nur erahnen. Genau dieser Interpretationsspielraum macht sie als historische Quelle so faszinierend.
Was verrät die fotografische Technik?
Der Stand der fotografischen Technik und die Kunstfertigkeit der Fotografen prägen die Alben entscheidend. Von frühen Aufnahmen aus dem Jahr 1885 bis zu professionellen Fotografien von Gerda Schliemann aus den 1970er Jahren – die technische Entwicklung wird sichtbar. Die Dramaturgie der sehr unterschiedlichen Alben wurde vom Forschungsteam detailliert analysiert.
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