Taxi-Teller in Kiel: Ruhrpott trifft Förde
Gastronomie Essen & Trinken
Der Taxi-Teller, eine deftige Kombination aus Pommes, Currywurst und Gyros, erobert von NRW aus die Republik. In Kiel findet ihr dieses Ruhrpott-Soulfood z.B. in der Bambule am Henry-Vahl-Platz. Perfekt für alle, die echte Imbisskultur lieben und dieses Social-Media gehypte Gericht schon lange einmal probieren wollen.
Der Taxi-Teller vereint deutsche und griechische Imbissklassiker auf einem Teller. Pommes bilden die Basis, darauf kommen Currywurst mit entsprechender Sauce und Gyrosfleisch. Tzatziki, Zwiebeln und frische Kräuter runden das Ganze ab, dazu kommen Mayo oder Ketchup nach Wahl. Das Gericht ist sättigend, deftig und unkompliziert, typisch für die bodenständige Küche des Ruhrgebiets und steht damit im Kontrast zu den immer ausgefalleneren Gerichten der modernen Küche, die sonst in den sozialen Netzwerken dominieren.
Doch nun ist noch die Frage, wie ist es zu dieser Kreation von Gericht eigentlich gekommen? Eine Legende besagt: Ein Taxifahrer bestellte kurz vor Ladenschluss Gyros in einem Imbiss und weil der Spieß fast leer war, füllte der Betreiber die Portion mit Currywurst auf, die er noch über hatte. Und weil der Taxifahrer diese Kombination so dermaßen lecker fand, sprach es sich herum und immer mehr Menschen wollten dieses Gericht genießen. Ob die Geschichte stimmt, ist nicht belegt, aber sie passt perfekt zum pragmatischen Charakter des Gerichts. Der Name blieb und wurde zum Symbol für spontane Imbisskreativität.
Warum ist der Taxi-Teller so beliebt?
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Das Gericht steht für schnelle, ehrliche Küche ohne Schnickschnack. Ursprünglich bei Schichtarbeitern und Nachtschwärmern beliebt, wird es heute von allen geschätzt, die Hunger haben. Der hohe Sättigungswert und der erschwingliche Preis machen ihn zum idealen Feierabend-Essen und durch Social Media und Food-Blogs erlebt der Taxi-Teller seit etwa einem halben Jahr einen regelrechten Hype, der auch immer mehr Städte und Regionen erfasst, die eigentlich mit dem Ruhrgebiet so gar keinen Berührungspunkt haben.
Wo findet ihr den Taxi-Teller in Kiel?
Ich war für den allerersten Taxi-Teller, den ich in Kiel gegessen habe, in der Bambule am Henry-Vahl-Platz in Gaarden. Das Restaurant gibt es seit mehr als 40 Jahren und es ist eine regelrechte Institution geworden, wo sich die Menschen zum Essen und gemeinsamen Austausch treffen. Im Sommer und auch so langsam bei dem guten Frühlingswetter lädt der Biergarten im Hinterhof zum Verweilen ein. Auch für Feiern und besondere Anlässe seid ihr hier richtig.
Das Restaurant liegt direkt am Henry-Vahl-Platz, benannt nach dem Kieler Schauspieler. Henry Vahl verbrachte seine Jugend in der Iltisstraße und besuchte später regelmäßig seine Familie in Gaarden. Seit 1982 gibt es die Bambule in den historischen Räumen der ehemaligen "Iltishalle".
Auf dem Weg zum "Kulturerbe"?
Der Taxi-Teller ist mehr als ein Gericht, er ist gelebte Esskultur. Er spiegelt die multikulturellen Einflüsse wider, die das Ruhrgebiet prägen. Die Kombination aus griechischem Gyros und deutscher Currywurst zeigt, wie Integration auf dem Teller funktioniert. Das Gericht steht für die industrielle Arbeitswelt und deren unkomplizierte, sättigende Küche.
Vor etwas mehr als vier Jahren war ich zu Besuch im Ruhrgebiet und mit Freunden dort unterwegs und wir waren nach einem langen Kneipenabend auf der Suche nach etwas Deftigem zu Essen, Döner hatten wir erst zum Mittag am Tag davor und ansonsten gab es nachts um halb 1 auch nicht mehr die allzu große Auswahl an Orten und Gerichten. Und so landeten wir mitten im Stadtzentrum von Essen am Ende in einem kleinen Imbiss, bei dem und der eine von den ortskundigen Ruhrpottlern uns die Empfehlung gab, doch einmal diesen ominösen Taxi-Teller zu probieren, der dort als allgemeines Kulturgut und typisches Essen bekannt ist. Gesagt getan, bestellt, gegessen und für gut empfunden.
Nun sind wir einmal im Jahr vor Ort im Ruhrpott und jedes Mal, wenn wir dort sind, müssen wir in einem Imbiss dieses Kulturgut des Ruhrgebiets essen. Zuletzt in Marl im alten Imbiss der Mutter von Frank Rosin und umso mehr freut es mich, dass wir dieses, zumindest auf den ersten Blick, abenteuerliche Gericht nun auch endlich in Kiel haben.
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