Nordsee: Inseln und Halligen - kiel-magazin.de

Anzeige

Ausflüge

Nordsee: Inseln und Halligen

Zur Sommerfrische auf die HalligenFoto: Nordsee-Tourismus-Service GmbH

Die Halligen – Das sind kleine, nicht eingedeichte Inseln im nordfriesischen Wattenmeer an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins. Sie sind einzigartig auf der Welt und stehen unter besonderem Schutz. Diese flachen Eilande wurden im Laufe der Jahrhunderte aus dem fruchtbaren Schlickboden aufgehäuft oder sind nach den großen "Mandränken", den Sturmfluten des Mittelalters, als Teil größerer Landteile zurückgeblieben. Sie besitzen keinen Deich und werden während der Herbst- und Winterstürme regelmäßig überflutet. Ihre Häuser stehen darum auf künstlich aufgeschütteten Hügeln, den Warften.

Die fünf großen Halligen Hooge, Langeneß, Oland, Gröde und Nordstrandischmoor – "groß" bedeutet 1,5 bis 9 km² – sind das ganze Jahr über bewohnt und für Urlauber ein willkommenes Ziel für eine Auszeit von Hektik und Stress. Reine Luft, klares Licht und leuchtende Farben lassen den Alltag vergessen, und das Wettergeschehen im 360°-Panorama ist großes Kino für alle Sinne.

Historische Kirchen, Heimatmuseen und nicht zuletzt der Königspesel auf Hallig Hooge berichten vom Leben draußen im Wattenmeer. In den gemütlichen Kneipen und Cafés erfährt man bei einem Pharisäer mehr über das moderne Halligdasein und das letzte "Landunter".

Auf der Hamburger Hallig, die über einen Damm mit dem Festland verbunden ist, hat der Naturschutzbund (NABU) eine Beobachtungsstation für Tagesausflügler eingerichtet. Der "Hallig-Krog" ist für seine sommerlichen Grillabende mit Fleisch vom Salzwiesenlamm bekannt.

Auf Süderoog betreiben die Matthiesens eine ökologische Landwirtschaft. Zweimal wöchentlich macht sich der Wattpostbote Knud Knudsen von Pellworm aus mit seinem gelben Rucksack auf den Weg nach Süderoog. Während des Sommers begleitet er hin und wieder auch Brautleute durch Schlick und Priele, denn in Matthiesens guter Stube, dem Pesel, kann auch geheiratet werden.

Die drei Halligen Norderoog, Südfall und Habel werden im Auftrag des Nationalparkamtes vom Verein Jordsand betreut. Auf Südfall empfängt das Ehepaar Erichsen Tagesgäste, die zu Fuß oder mit dem Pferdefuhrwerk durchs Watt kommen. Auf Norderoog lebt ein Vogelwart, der außerhalb der Brutzeit Führungen anbietet. Habel, mit 3,6 ha die kleinste Hallig, gehört allein der Natur.

Überall im Nationalpark gehen Urlauber mit Kescher und Lupe barfuß auf Wattwanderung oder liegen mit dem Fernglas am Deich auf der Lauer. Doch um Ebbe und Flut, Vogelzug und Wetter und viele weitere Phänomene zu verstehen, braucht es mehr als scharfe Sinne. Info-Stationen und vor allem die vielen professionellen Wattführer öffnen Gästen die Augen und Ohren für die Geheimnisse der Landschaft. Kindern und Erwachsenen erschließt sich dabei eine völlig neue Welt: Die platte braune Schlickfläche wird zum lebensprallen Dschungel, Salzwiesen, Priele und Strand zu einer Experimentierzone der Naturgewalten und jede Hallig zu einem eigenen kleinen Kosmos voller versteckter Überraschungen.

Weitere Informationen zu Naturführungen gibt die NationalparkService GmbH, Telefon 0 48 61/9 62 00. Eine Liste aller Infozentren im Nationalpark steht unter www.nordseetourismus.de zum Download bereit.

Weitere Informationen zu Halligrundfahrten finden Sie hier.

24.12.2008

Anzeige
Anzeige
Anzeige