Dr. Seltsam – Kubricks Meisterwerk im Kieler Kino
Kultur Kino
Kubricks legendäre Satire über den Atomkrieg kehrt auf die große Leinwand zurück. Am Mittwoch, 18. Februar 2026, erlebt ihr im Kommunalen Kino Kiel eine filmhistorische Meisterleistung – mit Einführung und Diskussion durch die IPPNW.
| Wann? | Mittwoch, 18. Februar 2026, um 18.30 Uhr |
| Wo? | Kommunales Kino in der Pumpe |
| Eintritt: | 7,- Euro |
| Tickets: | Direkt vor Ort zu an der Abendkasse |
Was erwartet euch an diesem Abend?
Stanley Kubricks "Dr. Seltsam – oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben" zählt zu den bedeutendsten Filmen der Kinogeschichte. Der 93-minütige Schwarzweiß-Klassiker aus dem Jahr 1964 verwandelt den drohenden Atomkrieg in eine bitterböse Komödie. Peter Sellers brilliert in gleich drei Rollen, während George C. Scott als kriegslüsterner General unvergesslich bleibt. Die Vorstellung beginnt um 18:30 Uhr im Kinosaal des Kommunalen Kinos in der Haßstraße 3.
Kubrick wollte ursprünglich einen ernsten Thriller über die atomare Bedrohung drehen. Doch je tiefer er in die Materie eintauchte, desto absurder erschien ihm das "Gleichgewicht des Schreckens". Die Abkürzung für "mutual assured destruction" – MAD – bedeutet ironischerweise "wahnsinnig". Erst durch die Zusammenarbeit mit Komikautoren gelang es ihm, diesen Wahnsinn in zeitlose Satire zu übersetzen.
Worum geht es in Dr. Seltsam?
General Jack D. Ripper hat sich so sehr in die atomare Bedrohung hineingesteigert, dass er eigenständig einen Atomkrieg anzettelt. Er schickt eine Bomberflotte Richtung Sowjetunion und ist der einzige, der den Rückrufcode kennt. General Buck Turgidson schlägt daraufhin vor, gleich alle Atomraketen hinterherzuschicken – das würde die amerikanischen Opfer auf "nur" 10 bis 20 Millionen reduzieren. Fast gelingt es, die Bomber zurückzurufen, doch ein Flugzeug empfängt den Funkspruch nicht.
Die Vorstellung findet in Kooperation mit der IPPNW statt – den internationalen Ärzten für die Verhütung des Atomkrieges. Dr. med. Mechthild Klingenburg-Vogel von der Kieler Gruppe führt in den Film ein und moderiert die anschließende Diskussion. Sie ordnet Kubricks Vision in den historischen Kontext des Kalten Krieges ein und zieht Verbindungen zur heutigen Zeit.
Aktuelle Relevanz trotz seines Alters
Das "Gleichgewicht des Schreckens" aus den 1960er Jahren wirkt erschreckend aktuell. Kubricks Film übersetzt die atomare Bedrohung in ein zeitloses Dokument über menschlichen Wahnsinn. Die absurde Komik macht die Beklemmung erträglich und schärft zugleich den Blick für die Realität. Der Film zeigt, wie dünn der Faden ist, an dem das Überleben der Menschheit hängt.
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