HEDDAoder der ewige Tanz um den Maulbeer[/] baum[/]

Samstag, 01.10.2022 20:00 bis 21:40 und  weitere Termine Theater Lübeck (Kammerspiele)

Pressebild
Pressebild

Ibsen-Intervention von Antje Rávik Strubel
Aus dem Norwegischen von Heiner Gimmler
Bearbeitung von Mirja Biel

von Henrik Ibsen

Mit der Uraufführung 1891 sprengte Hedda Gabler das ihr vorbestimmte Korsett. Wie emanzipiert ist sie wirklich? War Henrik Ibsen seiner Zeit und noch dazu als Autor voraus? Und heute - wie leben und lieben angesichts von Gender-Pay-Gap und Selbstoptimierung?

Hedda, Tochter des Generals Gabler, begehrt und ungestüm, spielt mit den Pistolen ihres Vaters und übt auf ihr Umfeld Macht aus. Zugleich entscheidet sie sich für eine Vernunftehe mit dem Soziologen Dr. Jørgen Tesman, der eine Professur anvisiert, als sie schwanger mit ihm von der Hochzeitsreise in die neueingerichtete Villa zurückkehrt. Allein Heddas Jugendfreund Ejlert Løvborg, einst ihr Mittelsmann zur Halbwelt und dem Alkohol verfallen, nun gefeierter Autor eines sozialwissenschaftlichen Bandes, durchkreuzt als Tesmans Konkurrent Heddas Lebensplan. Ihm zur Seite steht Thea Elvsted, die ihren älteren Gatten und dessen Kinder verlassen hat, um Løvborg bei seinem Werk zu unterstützen. Beide eint ihr geistiges »Kind«, das Heddas Ungeborenem samt Mutterpflichten entgegensteht. Der Freigeist Hedda sieht sich durch diese intellektuell-libidinös aufgeladene Verbindung gefährdet und lädt die Pistolen: Sie stürzt Løvborg in den Suizid und verbrennt sein Manuskript. Den Skandal erahnend und von Richter Brack als Mitwisser zur Liaison erpresst, greift auch Hedda zur Pistole.

Hedda und Thea agieren als Gegenspielerinnen um Løvborg - zwei Lebenskonzepte inmitten patriarchaler Strukturen des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Thea Elvsted, zumeist als femme fragile verstanden, gilt es, 2022 eine schärfere Kontur zu verleihen. Nach Heinrich Manns »Der Untertan« unterzieht Mirja Biel auch Ibsens Klassiker einer Neubefragung anhand der dichotomen Geschlechtsidentität, unterstützt von Antje Rávik Strubel. Die Autorin und Übersetzerin Joan Didions und Virginia Woolfs wurde 2021 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet.

powered by Hamburg-Tourismus

Termine der Veranstaltung

Samstag, 01.10.2022
20:00 bis 21:40 Uhr
Freitag, 14.10.2022
20:00 bis 21:40 Uhr
Donnerstag, 20.10.2022
20:00 bis 21:40 Uhr
Sonntag, 30.10.2022
18:30 bis 20:10 Uhr
Donnerstag, 17.11.2022
20:00 bis 21:40 Uhr
Freitag, 25.11.2022
20:00 bis 21:40 Uhr
Samstag, 10.12.2022
20:00 bis 21:40 Uhr
Donnerstag, 22.12.2022
20:00 bis 21:40 Uhr
Freitag, 30.12.2022
20:00 bis 21:40 Uhr
Samstag, 14.01.2023
20:00 bis 21:40 Uhr
Sonntag, 26.02.2023
18:30 bis 20:10 Uhr
Freitag, 17.03.2023
20:00 bis 21:40 Uhr

Ortsinformationen

Theater Lübeck (Kammerspiele)
Beckergrube 10-14
23552 Lübeck
Weitere Empfehlungen