Eine Strategie gegen die Übermacht der großen Onlineshops

Jammern ist in Deutschland fast schon zu einer Art Volkssport geworden. Auch im Geschäftsleben suchen leider viele Unternehmer die Schuld an sinkenden Umsätzen woanders. Besonders gefährdet sind hier Einzel- oder Kleinunternehmer. Als vorrangiger Lieblingsfeind gilt häufig der böse Onlinehandel.

Online Shopping, © pixabay.com / Mohamed Hassan
Online Shopping, © pixabay.com / Mohamed Hassan

Dieser zerstöre die kleinen Läden durch Dumpingpreise, schaffe lediglich Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor und wirke sich zudem nachteilig auf die Umwelt aus.

Doch vielfach ist die wachsende Bedeutung des E-Commerce auch den Fehlern der Kleinunternehmer geschuldet, die den Wandel der Zeit nicht richtig eingeschätzt haben und eine Weiterentwicklung ihrer Verkaufsstrategie nicht oder nicht in ausreichendem Maße stattgefunden hat.

Dabei sind die Inhaber kleiner Läden nicht notwendigerweise im Nachteil.

Kundenbindung leben!

Ja, der Onlinehandel wächst. Und er wächst schnell.

Auch wird sich der Trend vermutlich nicht nennenswert umkehren. Doch nichtsdestotrotz gibt es nach wie vor ausreichend Nischen, die durch die Inhaber kleiner Läden besetzt werden können.

Der persönliche Kontakt und die Kundenbindung sind im stationären Handel von unschätzbarem Wert. Längst nicht alle ziehen die anonymen Dienstleistungen großer Onlinehändler vor.

Persönliche Beratung ist nach wie vor etwas, das viele Kunden zu schätzen wissen und wofür sie auch bezahlen. Instrumente zur Kundenbindung gibt es genügend.

Dies kann beispielsweise eine Bonuskarte sein, die mit individuellen Stempeln versehen wird, welche beim fünften oder zehnten Einkauf zu einem Gratisprodukt oder einer Ermäßigung berechtigen.

Vorteile des stationären Handels

Die persönliche Beratung ist wichtig, gerade bei Produkten, die sich nicht selbst erklären, sondern eine gewisse Komplexität aufweisen.

Solche Artikel werden online nicht gerne gekauft. Auch wissen die Kunden zu schätzen, wenn sie die Produkte anschauen, befühlen, vielleicht sogar riechen können.

Das Leder der neuen Schuhe, der Geruch fabrikneuer Autos oder der Duft von Espressobohnen in einem Fachhandel für Kaffeevollautomaten – wenn die Ladeninhaber lernen, mit diesen Gegebenheiten zu punkten und sie konsequent zu ihrem Vorteil nutzen, kann kein Onlineshop dieser Welt damit konkurrieren.

Auch das Märchen, dass die Artikel online stets deutlich günstiger sind, wird durch die ständige Wiederholung nicht wahrer.

Häufig lassen sich im stationären Fachhandel sehr gute Rabatte erzielen, die mitunter sogar den besten Onlinepreis schlagen.

Selbst einen Onlineshop gründen!

Unbestritten haben Onlineshops aber gewichtige Vorteile, die ein kleiner Laden in der Form nicht bieten kann.

Dazu gehören beispielsweise die Kosten, sowie die Öffnungszeiten. Im Onlineshop lassen sich an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr Umsätze generieren.

Der stationäre Handel dagegen ist an Öffnungszeiten gebunden. Doch nicht nur der zeitliche Faktor ist entscheidend. Auch die Anzahl der möglichen Kunden erfährt Grenzen.

Niemand wird wegen eines neuen Fernsehers von München nach Stuttgart fahren. Online dagegen kann man Produkte aus der ganzen Welt mit einem Klick nach Hause bestellen.

Es spricht übrigens nichts dagegen, auch als Kleinunternehmer einen eigenen Onlineshop zu gründen. Die Kosten hierfür sind überschaubar und die Möglichkeiten erweitern sich signifikant.

Fazit

Natürlich ist es menschlich, seinen eigenen Wettbewerbsnachteil lautstark zu beklagen. Doch dadurch wird dieser nicht kleiner.

Lokale Geschäfte sollten sich dagegen endlich auf ihre eigenen Stärken besinnen, die regionale Karte spielen und dabei nicht vergessen, neue Technologien zu nutzen, um ein breiteres Publikum zu erreichen.

Die Kombination aus persönlicher Beratung, hoher Fachkompetenz und mehreren Vertriebskanälen machen so manchen Wettbewerbsnachteil schnell wieder wett.

Quelle: performanceLiebe

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