Straßenbaustellen 2021 schneller und besser kommunizieren

Die Landeshauptstadt investiert in ihre Infrastruktur. Und wo in die Zukunft der Stadt investiert wird, sind Staus, Verspätungen oder Umleitungen oftmals unausweichlich. Davon betroffen sind neben Anwohnern und Verkehrsteilnehmern vor allem Händlern, Gastronomen und Dienstleistern. Deshalb müssen Baustellen nicht nur besser koordiniert und Bauzeiten optimiert werden, sondern es bedarf auch einer guten öffentlichen Kommunikation. 

Pflasterarbeiten Straßenbaustelle, © Petra Bork/pixelio.de
Pflasterarbeiten Straßenbaustelle, © Petra Bork/pixelio.de

Dazu erklärt Oberbürgermeister Ulf Kämpfer: "Wir investieren viel in den Verkehr, in die Erneuerung von Kanälen, Straßen und Wegen und in die Mobilität der Zukunft. Das ist eine gute Nachricht für die Bürger*innen und die Wirtschaft der gesamten Kiel-Region. Aber die Umsetzung dieser Investitionen bringt auch Belastungen mit sich. Daher ist es so wichtig, dass wir bei der Planung von Baustellen rechtzeitig und umfassend informieren und zum Beispiel mit betroffenen Firmen auch das direkte Gespräch suchen. Die Betriebe haben so die Chance, sich rechtzeitig darauf einzustellen. Und wir können mitunter auch noch deren Bedürfnisse und Anregungen in der Planung der Maßnahmen berücksichtigen."

Für eine bessere Baustellenkommunikation wurde eine verwaltungsinterne Vereinbarung geschlossen. Die IHK zu Kiel, die Handwerkskammer und die Kieler Kreishandwerkerschaft sind in den Prozess der Baustelleninformation als wichtige Akteure eingebunden. Auch der Unternehmensverband Kiel will sich daran beteiligen.  

"Die IHK zu Kiel begrüßt das Vorgehen der Landeshauptstadt Kiel, die Wirtschaft rechtzeitig in diese Prozesse einzubinden und die Gewerbetreibenden zu informieren", sagt Jörg Orlemann, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Kiel. Die Unternehmen bekämen mehr Planungssicherheit und die Stadt könne vom Lokalwissen der Unternehmer profitieren. In den vergangenen Monaten hat die IHK zusammen mit den zuständigen Stellen der Stadtverwaltung die Bedürfnisse der Unternehmen bei Baustellen und dauerhaften Verkehrsmaßnahmen analysiert und so die Belange der Wirtschaft passgenau einbringen können. "Für uns ist das ein sehr vielversprechendes Pilotprojekt, welches wir zeitnah auch in unserem gesamten Kammerbezirk anwenden wollen", erläutert Orlemann.

Zeitnah umfassende Informationen zu Bauarbeiten der Stadt

In Kiel gibt es jährlich rund 5.500 Tiefbaustellen im öffentlichen Raum, darunter 500 städtische. Bei vielen dieser Baustellen ist die frühzeitige Information von dort ansässigen Unternehmen ein wichtiges Anliegen. Dafür arbeiten das städtische Tiefbauamt, das Pressereferat und das Referat für Wirtschaft nun enger zusammen und informieren auf unterschiedlichen Wegen: Pressemeldungen und Bürgerbriefe sind allgemeiner Standard, bei Baustellen von erhöhter Relevanz werden auch die städtischen Social-Media-Kanäle sehr aktiv genutzt.

Wo individuelle Lösungen nötig sind, gehen die Bauleiter*innen des Tiefbauamtes in das direkte Gespräch mit den Betroffenen. Bei sehr umfangreichen Baumaßnahmen und damit einhergehenden Beeinträchtigungen erstellt die Landeshauptstadt Kiel auch projektbezogene Veröffentlichungen. Ein Beispiel dafür ist das Faltblatt "Mobil bleiben in Pries/Friedrichsort" zu Beginn der ersten Vollsperrung des Schusterkrugs im Sommer 2020.

Ein wichtiger Baustein der Baustellenkommunikation ist auch die Baustellenkarte auf www.kiel.de/baustellen. Die interaktive Karte informiert über alle aktuellen und bevorstehenden Baustellen im Straßenverkehr.

Die Vereinbarung "Kommunikation von Tiefbaustellen der Landeshauptstadt Kiel" soll nicht nur dazu beitragen, dass möglichst zeitnah, transparent und umfassend über bevorstehende Bauarbeiten und damit verbundene Einschränkungen informiert wird. Es geht der Stadt auch darum, mehr Verständnis, Respekt und Wertschätzung für die Bauarbeiten des Tiefbauamtes zu wecken

Erste Bewährungsprobe: Sanierungsarbeiten am Theodor-Heuss-Ring

Mit der Einrichtung der Großbaustelle beginnt der zweite Abschnitt der Sanierungsarbeiten am Waldwiesenkreisel und der Hochstraße im Verlauf des Theodor-Heuss-Rings (B 76). Während der neunmonatigen Arbeiten ist eine der beiden Fahrspuren in Fahrtrichtung Süden (Preetz) gesperrt. 

Im vergangenen Jahr hat die Stadt bereits im Theodor-Heuss-Ring (B 76) in Fahrtrichtung Norden (Eckernförde) gebaut. Dabei wurde der Beton an der Unterseite der Hochstraße von der B 404 zur B 76 saniert und unter dem Waldwiesenkreisel wurden Korrosionsschäden an den Stützwänden beseitigt.

Neben der Fahrbahn hat das Tiefbauamt zudem den Geh- und Radweg neu gepflastert und eine kleine Schutzmauer aufgestellt. Die Plattenbeläge und der Anstrich der Schutzmauer enthalten Titandioxid, mit dem Schadstoffe aus der Luft abgebaut werden können. Damit sind sie weitere Mosaiksteine im Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Luftreinhaltung an dieser Stelle. Jetzt folgen die gleichen Arbeiten auf der anderen Straßenseite. Die Baukosten betragen rund 2,7 Millionen Euro.

Zunächst muss die Baustelle eingerichtet werden. Dies geschah in der Nacht von Freitag, 5. Februar 2021, auf Samstag, 6. Februar 2021. Während die Sicherung für die Arbeiten an den Stützwänden aufgebaut wird, ist der Theodor-Heuss-Ring in Höhe Waldwiesenkreisel in Richtung Süden gesperrt. Die Autos fahren so lange über ausgeschilderte Umleitungsstrecken. 

Während der mehrmonatigen Instandsetzungsarbeiten wird der Verkehr einspurig an der Baustelle vorbeigeführt. Ebenso wird jeweils eine Fahrspur der Abfahrt von der B 76 zur Hamburger Chaussee sowie der Zufahrt von der Hamburger Chaussee zur B 76 für die Dauer der Bauarbeiten gesperrt. Die Arbeiten am Waldwiesenkreisel dauern voraussichtlich bis Ende Oktober.

Mitte April kommt eine weitere Baumaßnahme im Verlauf des Theodor-Heuss-Rings in Richtung Süden hinzu: die Instandsetzungsarbeiten an der Hochstraße Barkauer Kreuz. Auch dort muss die Baustelle zunächst über Nacht bei Vollsperrung eingerichtet werden. Auch in diesem Bereich läuft der Verkehr während der Bauarbeiten nur einspurig. 

Die diesjährigen Bauarbeiten betreffen insbesondere den Brückenabschnitt über dem Theodor-Heuss Ring der Fahrtrichtung Süden und sollen von Mitte April bis Ende Juli dauern. Während der Instandsetzungsmaßnahmen an der Brückenunterseite muss die Hochstraße für den Verkehr zum Theodor-Heuss-Ring / B 76 wieder komplett gesperrt werden.

Von Ostern an und damit im Zuge der einspurigen Verkehrsführung ab dem Waldwiesenkreisel arbeitet das Tiefbauamt auch an den Nebenflächen des Theodor-Heuss-Rings. Ohne zusätzliche Einschränkungen für den Pkw-Verkehr werden die Geh- und Radwege zwischen der Hamburger Chaussee und der Neuen Hamburger Straße (B 404) erneuert und zur Verbesserung der Verkehrssicherheit eine Betonschutzwand aufgebaut. 

Zur Verstetigung des Verkehrsflusses auf dem Theodor-Heuss-Ring wird die derzeit provisorisch geschlossene Ausfahrt in den Krusenrotter Weg auch auf dieser Straßenseite dauerhaft geschlossen. Abschnittsweise nutzen zudem die Stadtwerke Kiel die Arbeiten, um Kabel und Leitungen zu erneuern. Diese Bauarbeiten sind – abgestimmt auf die Arbeiten an den Brückenbauwerken – in drei Abschnitte gegliedert und werden bis Oktober andauern.

Informationen zur Baustelle und eine Übersicht der einzelnen Bauphasen stehen auf www.kiel.de/thr.  

Die Landeshauptstadt Kiel empfiehlt den Autofahrern, den Abschnitt des Theodor-Heuss-Rings während der Bauarbeiten möglichst weiträumig zu umfahren. Auf mögliche Staus auf der B 76 wird weiträumig an den großen Straßen in Kiel und an der A 215 hingewiesen. 

Wie im Vorjahr hat das Tiefbauamt in Abstimmung mit dem Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr sowie den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Plön ein Verkehrslenkungskonzept entwickelt. Hierbei handelt es sich um die Ausschilderung weiträumiger Umleitungsempfehlungen über die A 215 und weiter über anschließende Kreisstraßen nach Preetz beziehungsweise Plön und Eutin. Über eben diese Strecken wird auch der Verkehr von der A 215 in Richtung Kieler Ostufer geleitet.

Zur Entlastung des Verkehrs in der Stadt verzichtet das Tiefbauamt außerdem weitgehend auf zeitgleich laufende Baumaßnahmen in der Nähe des Theodor-Heuss-Rings. Vor allem die Ausweichrouten sollen baustellenfrei bleiben.  

Nicht nur im Theodor-Heuss-Ring wird 2021 gebaut

Das Tiefbauamt hat eine Liste seiner wichtigsten Baumaßnahmen 2021 zusammengestellt.

Der zweite Bauabschnitt im Schusterkrug hat bereits begonnen und im Jungfernstieg werden die Arbeiten ebenfalls fortgesetzt. 

Größere Kanalbauarbeiten beginnen demnächst im Krummbogen (zehn Monate Bauzeit, 1,3 Millionen Euro Baukosten). Im März sollen dann in der Eckernförder Straße zwischen B 76 und Westring Fahrbahn und Radwege saniert werden (sechs Monate Bauzeit, 2,1 Millionen Euro Kosten). Auch der Umbau der Kreuzung Westring / B 76 / B 503 am Holsteinstadion beginnt noch im Frühjahr (fünf Monate Bauzeit, 1,0 Millionen Euro Baukosten). Über die Sanierung von Fahrbahn und Radweg in der Kiellinie zwischen Feldstraße und Generaldirektion Wasserstraße und Schifffahrt (fünf Monate Bauzeit, 1,5 Millionen Euro) entschied der Bauausschuss am 4. Februar 2021. 

Fahrbahn und Radwege werden auch saniert im Steenbeker Weg zwischen B 76 und Holmredder (ab Sommer, fünf Monate Bauzeit, 2,4 Millionen Euro Kosten). Am Hauptbahnhof muss die Straße Sophienblatt saniert werden (vier Wochen im Sommer, 1,2 Millionen Euro Kosten). In der Bahnhofstraße werden ab Sommer Kanäle saniert (fünf Monate Bauzeit, 1,1 Millionen Euro Kosten). Ebenfalls im Sommer – nach der für Ende Juni geplanten Kieler Woche – soll die bis 2023 andauernde Uferwandsanierung am Berthold-Beitz-Ufer beginnen. Das wird mit 4 Millionen Euro Baukosten (bei Gesamtkosten von etwa 15 Millionen Euro) in diesem Jahr die teuerste Baustelle. 

Deutlich günstiger und kürzer sind andere Arbeiten, die aber die Vollsperrung einer wichtigen Straße erfordern: Bau einer Mittelinsel im Knooper Weg in Höhe Jungfernstieg / Waisenhofstraße (Mitte Februar bis Mitte April); neue Fahrbahndecken auf der Friesenbrücke im Theodor-Heuss-Ring in Fahrtrichtung Eckernförde (Wochenende im März), dem Ostring stadteinwärts in Höhe Schwanenseepark und dem Grasweg (jeweils ein Wochenende im zweiten Quartal). 

Außerdem erhält der Klausdorfer Weg von April an eine neue Fahrbahndecke, zwei neue Mittelinseln und barrierefreie Bushaltestellen. In der Holtenauer Straße wird ab Mai zwischen Esmarchstraße und Belvedere die Fahrbahn saniert und der Radschutzstreifen verbreitert. Im September beginnt der Umbau der Gutenbergstraße zwischen Westring und Eckernförder Straße und im Oktober startet der auf drei Jahre angelegte Gehweg- und Brückenneubau an der Straße Zum Forst.

Darüber hinaus plant das Tiefbauamt noch diverse kleinere Arbeiten wie die Asphaltierung von Radwegen. Diese bringen nur kurzfristige Beeinträchtigungen mit sich. Außerdem soll der neue ZOB für Reisebusse an der Auguste-Viktoria-Straße in diesem Jahr fertig werden.

Bei all diesen Maßnahmen soll die neue Kommunikationsvereinbarung zum Tragen kommen.

Quelle: Landeshauptstadt Kiel
Bildquelle: www.pixelio.de 

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