Vibrionen in der Ostsee: Wie man sich gegen Sie schützen kann

Auch wenn die Temperaturen es gerade nicht vermuten lassen, aber bei Sommer und Sonne ist an der Ostsee doch Vorsicht ist geboten: Bei hohen Wassertemperaturen vermehren sich Vibrionen, natürliche Bakterien im Meer. Über offene Wunden können sie Infektionen auslösen. Das Kieler Gesundheitsamt gibt wichtige Tipps, wie ihr euch schützt.

Die Kieler Innenförde aus der Luft bei Hasselfelde aus gesehen mit dem Hinweis, dass in der Ostsee entstehen bei Hitze Bakterien, die für offene Wunden gefährlich sein können
Die Kieler Förde bei Hasselfelde, © LH Kiel / Bodo Quante

Was sind Vibrionen und wo kommen sie vor?

Vibrionen gehören zur natürlichen Bakterienflora von Meeres- und Brackwasser. Sie kommen nicht jedes Jahr und nicht überall in gleicher Menge vor. Mit steigenden Wassertemperaturen, besonders ab 20 Grad Celsius, kann ihre Anzahl jedoch deutlich zunehmen. Flache Uferbereiche, in denen sich das Wasser stark erwärmt, sind besonders betroffen.

Die Gefahr einer Infektion steigt, wenn mehrere Faktoren zusammentreffen. Hohe Wassertemperaturen und flache Bereiche sind kritisch. Besonders riskant wird es, wenn offene Hautstellen mit dem Meerwasser in Kontakt kommen. Zum Beispiel Schnitt-, Schürf- oder Operationswunden, frische Tätowierungen oder entzündete Hautstellen. Wichtig: Das Risiko besteht nicht nur beim Schwimmen, sondern auch beim Waten im flachen Wasser.

Schutz durch einfache Maßnahmen möglich

Mit einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich senken. Bei offenen, größeren oder frischen Wunden solltet ihr das Baden oder Waten in warmem Ostseewasser meiden. Kleinere Wunden müssen möglichst wasserdicht abgedeckt werden. Beim Waten sollten geeignete Wasserschuhe getragen werden, sie schützen vor Verletzungen durch Muscheln, Steine oder scharfkantige Gegenstände.

Hat eine Wunde Kontakt mit Ostseewasser gehabt, sollte sie gründlich mit sauberem Leitungswasser ausgespült und die Stelle in den folgenden Tagen aufmerksam beobachtet werden. Dabei sollte auf lokale Hautreaktionen wie Rötungen, Schwellungen oder Schmerzen geachtet werden. Schnelles Handeln ist wichtig, um Komplikationen zu vermeiden.

Woran erkennt man eine Infektion?

Typische Warnzeichen sind eine schnell rötende Wunde, die stark anschwillt, pocht oder extreme Schmerzen verursacht. Oft treten Fieber oder Schüttelfrost hinzu. Bei solchen Symptomen solltet ihr sofort einen Arzt oder eine Notaufnahme aufsuchen. Weist das medizinische Personal unbedingt auf den Kontakt mit Ostseewasser hin, diese Information ist für die richtige Behandlung entscheidend.

Während längerer Hitzeperioden steigen die Wassertemperaturen an der Ostsee deutlich an. Dadurch können sich Vibrionen stärker vermehren. Das Kieler Gesundheitsamt empfiehlt deshalb gerade in den Sommermonaten einen bewussten Umgang mit offenen Wunden beim Aufenthalt an der Küste. Aktuelle Informationen zur Wasserqualität und zu Vibrionen findet ihr online.

Ihr plant einen Ausflug ans Meer? Wir von kiel-magazin.de haben noch viele weitere Tipps für euren sicheren Ostsee-Urlaub.

Quelle:  Landeshauptstadt Kiel