Nord-Ostsee-Kanal: Ausbau der Oststrecke zwischen Großkönigsförde und Holtenau

Das Wasserstraßen-Neubauamt Nord-Ostsee-Kanal (WNA NOK) hat mit der Errichtung eines Erdwalls zwischen Autobahn 210 und Flemhuder See begonnen. "Wir rechnen mit einer Bauzeit von voraussichtlich rund acht Monaten", erläutert Projektleiter Georg Lindner vom WNA NOK. 

Bodeneinbau am Erdwall nördlich der A210, © WNA Nord-Ostsee-Kanal
Bodeneinbau am Erdwall nördlich der A210, © WNA Nord-Ostsee-Kanal

Für den Erdwall wird Bodenmaterial vom Ausbau der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals verwendet. Der Boden wird über die neu geschaffene temporäre Anlegestelle auf der nördlichen Kanalseite bei Großkönigsförde auf dem Wasserweg zum Bauhafen am Flemhuder See transportiert und von dort aus zum Erdwall gebracht.

"Dadurch minimieren wir die Belastungen für die Anwohner", erklärt Georg Lindner. "Eine Besonderheit besteht darin, dass aus Gründen der Standfestigkeit des Erdwalls nur statisch geeigneter Boden eingebaut werden darf. Aus diesem Grund hat die Baufirma den Boden schon beim Abtrag sortiert und getrennt gelagert."

Bereits im vergangenen Jahr wurde eine Baustraße von der Umschlagstelle Flemhude zum Standort des zukünftigen Erdwalls errichtet. Zum Schutz der Amphibien hat das WNA NOK entlang der neuen Baustraße spezielle Zäune aufgestellt, die das Einwandern der Tiere in den Bau- und Fahrbahnbereich verhindern.

Am Standort des Erdwalls befindet sich außerdem umfangreiche Messtechnik. Zum Schutz der benachbarten Autobahn überwacht sie den Bodeneinbau und mögliche Setzungen am Erdwall.

Die Arbeiten im ersten Abschnitt zum Ausbau der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals zwischen Großkönigsförde und Schinkel liegen gut im Zeitplan. "Bislang wurde an der Überwasserböschung schon über 700.000 Kubikmeter von den insgesamt geplanten 1,3 Millionen Kubikmeter Boden bewegt. Im April hat nach der witterungsbedingten Winterpause wieder der Bodenabtrag oberhalb der Wasserlinie begonnen“, berichtet Projektleiter Georg Lindner.

Parallel zum laufenden Trockenabtrag am nördlichen Kanalufer entsteht in Teilbereichen schon die neue Kanalböschung.

Neben der Nutzung des Bodens für den Erdwall und die Ablagerungsfläche Flemhude beginnt ab Juli auch der Einbau von Boden in der Ablagerungsfläche Kippland Schinkel. Sobald die Trockenbaggerarbeiten beendet sind, kann das Abbaggern des Bodens unter der Wasserlinie starten. Der Nassbaggeraushub wird, sofern er unbelastet ist, mit Klappschuten auf eine Verbringungsfläche in der Ostsee rund zehn Kilometer östlich der Halbinsel Schwansen transportiert.

Den Abschluss der Arbeiten im ersten Bauabschnitt bilden die Herstellung der Uferbefestigung und des Betriebswegs mit Beleuchtung und Signaleinrichtungen.

"Zur Vorbereitung der nächsten Bauabschnitte zum Ausbau der Oststrecke werden wir ab Juni von der Kreisstraße 90 eine Baustraße zur Ablagerungsfläche Warleberg-Süd herstellen. Diese brauchen wir unter anderem, um im Bereich des zukünftigen Anlegers noch einmal genauer in den Baugrund zu schauen", erläutert WNA-Projektleiter Georg Lindner die anstehenden Arbeiten.

"Damit gewinnen wir wichtige Erkenntnisse für die nächsten Planungsschritte in diesem Bereich. Die weitere Vorbereitung der Flächen und der Bau des Anlegers starten dann erst im kommenden Jahr, ebenso der Bau einer Abbiegespur von der Kreisstra-ße 90 auf die Baustraße."

Hintergrund: Ausbau der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals

Um die Passagezeiten im Nord-Ostsee-Kanal für die Schifffahrt verlässlich zu gestalten und ihn auf die Schiffsverkehre der Zukunft vorzubereiten, baut die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes die Oststrecke zwischen Großkönigsförde und Holtenau in mehreren Bereichen aus. Vorgesehen sind die Verbreiterung des Kanals auf eine Mindestsohlbreite von 70 Metern und die Vergrößerung der Radien enger Kurven, damit die Schifffahrt diese leichter passieren kann.

Begonnen wurde im Jahr 2020 mit der Umsetzung des ersten Bauabschnitts zwischen Großkönigsförde und Schinkel. Daran anschließend können die weiteren Ausbauabschnitte erfolgen.

Quelle: Wasserstraßen-Neubauamt Nord-Ostsee-Kanal 

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