Neues Hilfsangebot für Suchtkranke in Gaarden
Stadtinfo Rund um die Stadt
Die Landeshauptstadt Kiel hat in Gaarden ein neues Aufenthalts- und Beratungszentrum für Menschen mit Suchterkrankungen eröffnet. Am Karlstal 32 bündelt die Stadt Hilfsangebote, erleichtert den Zugang zu Unterstützung und entlastet gleichzeitig den öffentlichen Raum im Stadtteil.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Mit dem Klick auf „Beitrag anzeigen“ akzeptieren Sie die Datenverarbeitung durch Instagram. Mehr Informationen entnehmen Sie unserer Datenschutzerklärung .
Was bietet der neue Standort?
In der ehemaligen Röntgenpraxis am Karlstal 32 findet ihr zentrale Anlaufstelle für Beratung und Aufenthalt. Der geschützte Innenhof wurde mit Unterständen und Toiletten ausgestattet. Montags bis freitags stehen euch dort täglich bis zu vier Stunden Beratungs- und Begleitungsangebote zur Verfügung. Die sozialen Träger Flexwerk der KJSH, Drogenhilfe Ost und Kieler Anker haben einen Teil ihrer Arbeit an diesen Ort verlegt.
In Gaarden halten sich seit längerer Zeit viele Menschen mit Suchterkrankungen im öffentlichen Raum auf. Straßenecken und Hinterhöfe dienten häufig als Treffpunkte, was immer wieder zu Konflikten mit Anwohnerinnen und Gewerbetreibenden führte. Bislang fehlte ein geeigneter Ort, der Beratung, Aufenthalt und niedrigschwellige Hilfen miteinander verbindet. Das neue Konzept soll diese Lücke schließen.
Das Amt für Wohnen und Grundsicherung, das Amt für Gesundheit sowie das Amt für Soziale Dienste haben gemeinsam mit dem Dezernat für Soziales, Gesundheit, Wohnen und Sport das Konzept erarbeitet. Oberbürgermeister Samet Yilmaz und Bürgermeister Gerwin Stöcken betonen: "Wir lassen die Menschen in Gaarden mit dieser Situation nicht allein – weder die Anwohnerinnen noch die Menschen, die Hilfe brauchen."
Wie funktioniert die Betreuung vor Ort?
Ein Sozialarbeiter übernimmt die Funktion eines Concierges und achtet auf die Einhaltung der Hausordnung. Er steht euch als direkter Ansprechpartner zur Verfügung. Die beteiligten Träger bieten regelmäßige Beratungsstunden an und begleiten euch bei euren individuellen Herausforderungen. Das Angebot verbindet niedrigschwellige Hilfe mit professioneller Unterstützung.
Die Polizei begleitet den Ansatz konsequent und arbeitet eng mit der Stadt und den sozialen Trägern zusammen. Polizeioberrat Carsten Ebsen erklärt: "Sicherheit entsteht dort, wo Ordnung und Hilfe Hand in Hand gehen." Die Zusammenarbeit soll sowohl den betroffenen Menschen als auch den Anwohnerinnen eine nachhaltige Verbesserung ermöglichen. Die Herausforderungen im öffentlichen Raum lassen sich nur gemeinsam lösen.
Das Projekt ist zunächst als Modellversuch angelegt. Die Erfahrungen der kommenden Wochen und Monate werden fortlaufend ausgewertet. Ein Projektbeirat begleitet die Umsetzung kontinuierlich und nimmt notwendige Anpassungen vor. Die Federführung liegt beim Amt für Soziale Dienste, das in enger Abstimmung mit allen Beteiligten arbeitet.
Was bedeutet das für Gaarden?
Das neue Angebot schafft mehr Ordnung im öffentlichen Raum und bietet gleichzeitig Unterstützung für Menschen, die aus eigener Kraft oft nicht aus ihrer Situation herausfinden. Die bislang im Stadtteil verteilte Straßenszene erhält einen zentralen Treffpunkt. Die städtische Immobilienwirtschaft hat die Räume vorbereitet, die Bauordnungsbehörde hat die Nutzungsänderung genehmigt.
Seid ihr neugierig auf weitere Entwicklungen in eurer Stadt? Wir von kiel-magazin.de halten euch über wichtige Projekte auf dem Laufenden.