Neue Spundwand vor der Kiellinie im Bau

Darauf haben viele Kieler gewartet: Die Förde-Promenade Kiellinie erhält im Abschnitt Berthold-Beitz-Ufer eine neue Spundwand. Eingebaut wird diese vier Meter vor der alten Uferwand aus dem Jahr 1980, die an einigen Stellen löchrig geworden war.

Neue Spundwand vor der Kiellinie im Baubeginn, © LH Kiel, Arne Gloy
Neue Spundwand vor der Kiellinie im Baubeginn, © LH Kiel, Arne Gloy

Auf 480 Meter Länge zwischen dem Sporthafen Düsternbrook und der Bellevuebrücke werden bis zu 11,50 Meter lange Spundbohlen in den Fördegrund gepresst. Dieses Verfahren ist deutlich leiser und zudem schonender für die Natur als das gewohnte Rammen. Die Fertigstellung der neuen Uferwand (Spundwand mit Verankerung) ist für Herbst 2023 geplant.

Schleswig-Holsteins Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack und Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer gaben am Freitag, 7. Januar, am Berthold-Beitz-Ufer das Zeichen für den offiziellen Beginn der Arbeiten. Die Gesamtprojektkosten sind mit rund 15 Millionen Euro veranschlagt.

Die Erneuerung der Uferbefestigung am Berthold-Beitz-Ufer ist Teil der städtebaulichen Gesamtmaßnahme Kiellinie und Düsternbrooker Fördehang. Die Maßnahme ist aufgenommen im Städtebauförderungsprogramm "Lebendige Zentren". Das Ministerium für Inneres, ländliche Räume, Integration und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein hat eine Förderung in Aussicht gestellt.

Die neue Spundwand wird gepresst, nicht gerammt

Seit September 2015 ist die Promenade Berthold-Beitz-Ufer in großen Teilen gesperrt. Bei Untersuchungen waren Korrosionsschäden in der Stahlwand und Unterspülungen des Gehwegs festgestellt worden.

Der Baubeginn für die neue Uferwand erfolgte im Mai 2021 mit dem Rückbau der Promenadenoberfläche. Anschließend wurde der Landbereich auf Kampfmittel untersucht. Die wasserseitige Kampfmittelsondierung erfolgte größtenteils bereits 2020. Im Fördeboden wurde viel Kleinmunition sowie eine Brandbombe gefunden und geborgen.

Nachdem die ersten Bohlen bereits vor Weihnachten 2021 im Vibrationsverfahren eingebaut wurden, werden alle weiteren Spundbohlen nun eingepresst. Dieses Verfahren ist schwingungs- und lärmarm. Einflüsse auf die Umgebung und auf die Meeresbiologie werden somit wesentlich reduziert. Zusätzlich halten Vergrämungsgeräte (Pinger) Schweinswale auf Abstand. Hergestellt wird die neue Uferwand von der Arbeitsgemeinschaft Schwalbe Baugesellschaft und Colcrete-von Essen Wasserbau im Auftrag des Kieler Tiefbauamtes.

Betonteile werden die neue Stahlspundwand schützen

Die Spundbohlen der Uferwand haben eine Länge von bis zu 11,50 Meter. Davor gehängte Betonteile werden die Stahlspundwand vor Korrosion schützen und somit die Lebensdauer des Bauwerks verlängern. Die Uferwand wird gehalten durch horizontale Stahlstäbe, die an einer Ankerwand angeschlossen sind. Der obere Wandabschluss aus einem Betonholm und Abdecksteinen liegt bei 2,63 Meter über Normalnull (normaler Wasserstand). Der Bereich zwischen alter und neuer Uferwand wird mit Sand verfüllt und mit einer Oberfläche aus Asphalt bis zur endgültigen Promenadengestaltung geschlossen.

Geplant ist dieser Bauablauf: Einbringen der Spundwand und der Ankerwand bis September 2022. Betonplatten vor die Uferwand hängen bis Ende 2022. Bis Juni 2023 wird ein Betonholm auf dem Spundwandkopf aufbetoniert. Abschließend werden Betonabdecksteine (wie bereits entlang der Kiellinie) auf den Betonholm gesetzt. Die Herstellung der Promenadenoberfläche erfolgt bis Herbst 2023.

Der Betrieb der Badestelle am Anleger Bellevue wird auch 2022 sichergestellt. Das gilt ebenfalls für den Fährverkehr, der im Frühjahr wieder aufgenommen wird.

Breiteres Berthold-Beitz-Ufer wird Teil der neuen Kiellinie

Das Gestaltungskonzept für den neuen und vier Meter breiteren Gehweg Berthold-Beitz-Ufer wird im Rahmen des Planungswettbewerbs für die gesamte Kiellinie entwickelt. Dieser Abschnitt der Kiellinie wird dann als erstes umgebaut. Der Wettbewerb soll in diesem Frühjahr ausgelobt und noch 2022 entschieden werden. Danach sind umfangreiche Planungen, die Bürgerg, Ausschreibungen und Vorbereitungen erforderlich, bevor der Umbau beginnen kann.

Quelle: Landeshauptstadt Kiel

Weitere Empfehlungen