Mobilitätskonzept – Handlungsfelder für das Parken in Kiel

Mit Blick auf den Klimaschutz und die Mobilitätswende und zur Umsetzung des sogenannten Green City Plans muss sich die Parksituation auf Kiels Straßen in Teilen verändern. Aber wie?

Car-Sharing, © iStock.com/Tero Vesalainen
Car-Sharing, © iStock.com/Tero Vesalainen

Das jetzt als Entwurf vorliegende Mobilitätskonzept | ruhender Verkehr 2035 zeigt Wege auf, um die Verkehrsflächen gerechter zu verteilen, Parksuchverkehr zu reduzieren und ausreichend Platz für Fußgänger auf den Gehwegen zu schaffen, wo dieser fehlt. Eine Neuordnung des Parkens soll Kiel lebenswerter machen.

Das Konzept fußt auf diversen Kieler Ratsbeschlüssen, beispielsweise zu den Masterplänen für Klimaschutz und Mobilität oder zum Green City Plan. Vorgeschlagen werden unter anderem eine Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung, die Einrichtung von Lieferzonen und eine faire Bepreisung des öffentlichen Parkraums, aber auch eine Rücknahme des Gehwegparkens, die Förderung von CarSharing und die Umgestaltung ehemaliger Parkplätze zu Sitzecken und Treffpunkten.

Eine Basis für das Konzept war ein umfangreiches Gutachten des Büros IKS Mobilitätsplanung (Kassel) zum Parkraum und zur Nutzung von Parkplätzen in Kiel. Der Entwurf des Mobilitätskonzepts und das Gutachten werden jetzt im November in mehreren Fachausschüssen und der Ratsversammlung diskutiert.

Sechs Handlungsfelder für das Parken in Kiel

In großen Teilen Kiels, vor allem in und rund um die erweiterte Innenstadt, herrscht hoher Parkdruck. Für diesen Bereich etwa zwischen Düsternbrook und Universität sowie Moorteichwiese und Gaarden stellt das Mobilitätskonzept | ruhender Verkehr 2035 die Ziele, die Ausgangslage und die Potenziale dar. Kern des Konzepts sind sechs Handlungsfelder:

  • Parkflächen Neuordnen: beispielsweise durch Rücknahme des Gehwegparkens; Einrichtung von Lieferzonen; Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung mit verschiedenen Formen wie Bewohnerparken oder Kurzzeitparken; faire Bepreisung des öffentlichen Raumes unter anderem durch Anpassung der Parkgebühren; effiziente Nutzung bestehender Parkflächen wie Parkhäusern; Nutzung halböffentlicher Parkflächen etwa von Supermärkten oder Schulen.
  • Nachhaltige Mobilitätsangebote fördern und verbessern: unter anderem durch die Ausweitung des CarSharing-Angebots, Park+Ride, Bike+Ride, Mobilitätsstationen.
  • Öffentliche Flächen hochwertiger nutzen: zum Beispiel durch Begrünung oder Schaffung neuer Begegnungsräume.
  • Regeleinhaltung stärken: durch Ausweitung der Kontrollen.
  • Chancen der Digitalisierung nutzen: unter anderem beim Parkleitsystem und durch Parkplatzsensoren.
  • Kommunikation und Beteiligung: beispielsweise mit Bürgerdialogen, und Informationsbroschüren sowie im Internet.

Diese Handlungsfelder bilden die Basis für die Erarbeitung konkreter Maßnahmen, die schrittweise bis 2035 umgesetzt werden sollen.

Jetzt wird über einzelne Maßnahmen diskutiert

Die Stadtverwaltung strebt einen Ratsbeschluss für das Mobilitätskonzept | ruhender Verkehr 2035 im Frühjahr 2022 an. Bestandteil sein soll dann auch ein abgestimmtes Stufenprogramm mit konkreten Einzelmaßnahmen, beispielsweise die Erneuerung des Parkleitsystems in der Innenstadt, Parksensoren in der Altstadt oder neue Bewohner*innenparkzonen.

Das Maßnahmenprogramm soll in mehreren Informations- und Beteiligungsveranstaltungen mit der Kommunalpolitik jetzt im November vorgestellt, diskutiert und abgestimmt werden. Dazu ist auch ein Workshop mit den Ortsbeiräten geplant.

Das vorliegende Gutachten macht zu den Maßnahmen Vorschläge, die nun zu diskutieren sind. Nach erfolgter Verabschiedung des Mobilitätskonzeptes und des zugehörigen Maßnahmen-Stufenprogramms erfolgt die Detailplanung beispielsweise für weitere Bewohnerparkzonen. Auch in der Umsetzungsphase wird es weitere Beteiligungsformate für die Ortsbeiräte und die Öffentlichkeit geben.

Quelle: Landeshauptstadt Kiel

Weitere Empfehlungen