Landesfinale "Schölers leest Platt" in Kiel

Drei Mädchen haben sich beim Landesfinale des Plattdeutschen Vorlesewettbewerbs "Schölers leest Platt" in Kiel durchgesetzt. Nele Reimann, Charlotte Litwin und Juli Niemann begeisterten die Jury mit ihren ausdrucksstarken Darbietungen auf der Niederdeutschen Bühne und sicherten sich die Landessiege.

Britta Poggensee mit allen Lesenden auf der Bühne, die am Landesfinale teilgenommen haben
Britta Poggensee mit allen Lesenden auf der Bühne, ©Kiel-Magazin

Empfohlener redaktioneller Inhalt

Mit dem Klick auf „Beitrag anzeigen“ akzeptieren Sie die Datenverarbeitung durch Instagram. Mehr Informationen entnehmen Sie unserer Datenschutzerklärung .

Vorlesewettbewerb für das Niederdeutsche

Der Schleswig-Holsteinische Heimatbund organisiert "Schölers leest Platt" bereits seit den 1970er-Jahren. Der Vorlesewettbewerb findet alle zwei Jahre statt und sensibilisiert Kinder für die Regionalsprache Niederdeutsch. Über 160 Schulentscheide, 22 Viertel- und fünf Halbfinale führten zum großen Finale in Kiel. Zwölf Kinder und Jugendliche aus drei Altersgruppen traten auf der Niederdeutschen Bühne gegeneinander an. 2026 fand der Wettbewerb bereits zum 23. Mal statt.

Die sechsköpfige Jury, die vor Ort in Kiel über die Preisvergabe entschied, setzte sich aus ausgewiesenen Plattdeutsch-Expertinnen und Experten zusammen. Hans Kallsen von der Niederdeutschen Bühne Kiel, Marie-Sophie Koop vom Plattdüütsch Zentrum Holsteen und Silke Kühl von der Sparkasse Westholstein bewerteten die Lesungen. Außerdem gehörten Gesa Retzlaff vom Plattdüütsch Zentrum Sleswig, Kreisfachberaterin Anne-Beke Sontag und Dirk Söhren vom Plattdeutschen Rat Schleswig-Holstein zur Jury. Sie achteten auf Aussprache, Lesefertigkeit und Ausdruck der jungen Vortragenden.

Wie schwer fiel die Entscheidung?

"Wi hebbt bi de Kinner, de leest hebbt, wedder en bannig hooch Niveau", betonte Moderatorin Britta Poggensee vom SHHB. Die Jury hatte es nicht leicht mit ihrer Entscheidung, denn alle zwölf Finalistinnen und Finalisten zeigten beeindruckende Leistungen. "De Besluss is uns nich licht fullen. Ji hebbt all so schöön leest un wi hebbt söss Menen", erklärte Silke Kühl bei der Verkündung. Am Ende waren es nur Nuancen und kleine Unterschiede, die den Ausschlag gaben.

Nele Reimann aus Ascheffel von der Grundschule Hüttener Berge gewann bei den Dritt- und Viertklässlern. Sie trug die Geschichte "En Hund för Malin" lebendig und ausdrucksstark vor und begeisterte damit die Jury. Tamme Hansen aus Goldebek von der Lüttschool Drelsdorf-Joldelund sicherte sich den zweiten Platz. Gesa Kretzschmar von der Grundschule Bünningstedt wurde Dritte, Enola Johanna Kilian von der Grundschule Hemmingstedt belegte den vierten Platz.

Charlotte Litwin aus Kiel vom Gymnasium Kronshagen setzte sich bei den Fünft- bis Siebtklässlern durch. Mit ihrer ausdrucksstarken Darbietung der Geschichte "Speel mit Grips" überzeugte sie die sechsköpfige Fachjury vollständig. Den zweiten Platz belegte Tjark Preben Holm aus Eggestedt von der Meldorfer Gelehrtenschule. Er war bereits 2024 Sieger in der jüngsten Kategorie gewesen und zeigte erneut sein Talent. Klara Thun von der Jürgen-Fuhlendorf-Schule Bad Bramstedt wurde Dritte, Tamme Pöhlmann von der Gemeinschaftsschule Viöl-Ohrstedt-Haselund Vierter.

Juli Niemann gewinnt bei den Acht- bis Zehntklässlern

Juli Niemann aus Itzehoe von der Kaiser-Karl-Schule gewann in der Kategorie der Acht- bis Zehntklässler. Sie stand bereits 2024 im Finale und nahm diesmal mit "De Bökerhöker" das Publikum mit in fantasievolle Welten. Johanna Jahnke aus Fahrdorf von der Lornsenschule Schleswig erreichte den zweiten Platz mit einer überzeugenden Darbietung. Vienna Schmidt von der Auenwaldschule Gemeinschaftsschule Böklund wurde Dritte. Lina Maaßen von der Grund- und Gemeinschaftsschule Tellingstedt komplettierte die Top Vier.

Slampoet Tim Jürgensen, bereits erfolgreich bei den deutschen Poetry-Slam-Meisterschaften, sorgte zwischen den Lesungen mit seiner beeindruckenden Bühnenstimme für Unterhaltung. Er trug plattdeutsche Geschichten über "en Dörp achter Laboe" vor und begeisterte mit einem Generationen-verbindenden Kleingarten-Rap. Seine Auftritte sorgten für Lacher im Publikum und zeigten den Nachwuchstalenten, wie man Ausdruck und Bühnenpräsenz perfektioniert. Vielleicht konnten sich die jungen Leserinnen und Leser das ein oder andere für den nächsten Wettbewerb abschauen.

Wettbewerb mit breiter Unterstützung

Die Sparkassen in Schleswig-Holstein fördern "Schölers leest Platt" als Hauptsponsor. Der Landesverband Bibliotheken SH, der Norddeutsche Rundfunk NDR und das Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur unterstützen die Veranstaltung. Diese breite Förderung ermöglicht den reibungslosen Ablauf des landesweiten Wettbewerbs. Die Zusammenarbeit mit mehreren Kooperationspartnern sichert die Zukunft des traditionsreichen Formats nachhaltig.

Wichtiger Wettbewerb für die sprachliche Sichtbarkeit

Der Wettbewerb leistet einen wichtigen Beitrag zur Vermittlung schleswig-holsteinischer Kultur und Identität. Seit 1979 sensibilisiert er Kinder, Eltern und Schulen für die Regionalsprache Niederdeutsch. Britta Poggensee, Referentin für Niederdeutsch und Friesisch beim SHHB, betonte das hohe Niveau der Teilnehmenden. Die zwölf Finalistinnen und Finalisten haben bereits einen wahren Ritt durch zahlreiche Qualifikationsrunden hinter sich und damit ihr sprachliches Talent bewiesen.

Ihr möchtet mehr über kulturelle Highlights im Norden erfahren? Wir von kiel-magazin.de berichten regelmäßig über spannende Veranstaltungen und Traditionen in der Region.

Quelle:  Heimatbund SH