Kinder gestalten den Platz der Kinderrechte

Jedes Jahr am 20. November wird der Internationale Tag der Kinderrechte gefeiert. Zu diesem Anlass wurde der Platz der Kinderrechte am Querkai der Hörn errichtet. Dieser soll nun gemeinsam mit Kieler Kindern und Jugendlichen in drei Workshops gestaltet werden.

Platz der Kinderrechte Workshop, © Landeshauptstadt Kiel
Platz der Kinderrechte Workshop, © Landeshauptstadt Kiel

Jedes Jahr am 20. November wird der Internationale Tag der Kinderrechte gefeiert. Anlässlich dieses Aktionstages wurde auf Initiative der Kieler Ratsversammlung im letzten Jahr offiziell der Platz der Kinderrechte am Querkai der Hörn – mit einer Infotafel und einem Straßenschild versehen – eingeweiht. Die weitere Gestaltung stand noch aus.

Jetzt wird gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen an der Weiterentwicklung des Platzes sowie weiterer Elemente in unmittelbarer Umgebung gearbeitet. An dieser Schnittstelle zwischen Ost- und Westufer soll ein Begegnungsort mit hoher Aufenthaltsqualität, insbesondere für Familien mit Kindern und Jugendlichen, geschaffen werden.

"Die Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen hat für uns eine sehr hohe Priorität", unterstreicht Bürgermeisterin Renate Treutel. "Die Kinderrechte müssen noch stärker umgesetzt werden. Dazu braucht es Erwachsene, die sie dabei unterstützen und die Möglichkeiten für Beteiligung schaffen. Mit dem groß angelegten Beteiligungsverfahren zum Platz der Kinderrechte sollen diese in Kiel noch sichtbarer werden."

Ein zentrales Kernprinzip der Kinderrechtskonvention ist das subjektive, individuelle und persönliche Recht der Kinder auf Beteiligung und angemessene Berücksichtigung ihrer Meinungen.

Um direkt mit ihnen ins Gespräch zu kommen, ist Bürgermeisterin Treutel bereits seit vergangenem November auf einer Kinderrechtetour regelmäßig an Kieler Schulen zu Gast. Die Schüler sind dabei sehr aktiv und geben wesentliche Hinweise zur Verbesserung in ihrem Lebensraum.

"Wir möchten Kinder auf ihrem Lebensweg zu starken und demokratischen Persönlichkeiten begleiten. Dafür ist es wichtig, dass sie ihre Rechte kennen, sich von klein auf an Entscheidungsprozessen beteiligen können und auch Rechte für sich einfordern dürfen. Kinder sind gleichberechtigte Mitglieder der Gesellschaft. Es ist wichtig, dass sie ihre Rechte wahrnehmen und bei der Durchsetzung unterstützt werden. Genau dies konnten die Kinder und Jugendlichen aller Altersstufen in drei Workshops erfahren", sagt Jugendamtsleiterin Marion Muerköster.

Die drei Workshops richteten sich jeweils an eine bestimmte Altersgruppe. Künstlern, ein Team von Spielplatzerbauern und pädagogische Fachkräfte begleiteten die Kinder und Jugendlichen während der Veranstaltungstage.

Der Kreativität vorangestellt wurde eine auf die Altersgruppen zugeschnittene Auseinandersetzung mit dem Thema Kinderrechte: Welche Rechte gibt es und was ist mir wichtig? Natürlich war auch die Verpflegung inklusive Eis an den heißen Tagen gesichert.

Im Workshop zur Gestaltung des Platzes der Kinderrechte am Ende der Hörn durften Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis zwölf Jahren ein Modell für ein Spielgerät auf der Grünfläche konstruieren und in einer Skizze festhalten. Aus den gesammelten Ideen wird nun ein Entwurf erarbeitet, der möglichst bis zum Tag der Kinderrechte Ende November vor Ort umgesetzt werden soll wird.

Der Platz der Kinderrechte soll von weither, vom Ost- und vom Westufer, sichtbar sein. Hierfür wurde von den Kindern das Wort "Kinderrechte" in riesigen Zinkbuchstaben gestaltet.

Mit großer Begeisterung hämmerten die Kinder. Sie durften entscheiden, wie "ihr" Buchstabe in Form und Ausgestaltung aussehen soll. Ab Errichtung der Spielobjekte auf dem Platz sollen auch die Riesenbuchstaben stehen und weithin zu sehen sein.

Für die neue farbliche Gestaltung des Bodens am Platz der Kinderrechte erkundeten Jugendliche ab zwölf Jahren gemeinsam mit einem Künstlerteam die Umgebung am Ende der Hörn. Die farbliche Gestaltung der riesigen Fläche aus Gehweg und Stufen hinunter zum Wasser wurde in mehreren Schritten vorbereitet.

Assoziationen und Ideen wurden gesammelt, skizziert, auf dem Platz angeordnet und ausgearbeitet. Vor der Umsetzung auf dem Boden wurde das Malen und Vergrößern auf einer großen Plane geübt. Im Anschluss setzte das Künstlerteam die Entwürfe gemeinsam mit Jugendlichen auf dem Boden um.

Im dritten Workshop wurden nun Kunstwerke von jungen Menschen zu Kinderrechten gestaltet. Mit der Installation von Schaukästen am Platz der Kinderrechte soll die Möglichkeit geschaffen werden, regelmäßig Kunstwerke von Kindern und Jugendlichen zum Thema Kinderrechte auszustellen.

Das Ziel für die Zukunft ist es, zu einer immer neuen Auseinandersetzung anzuregen und jungen Menschen Raum zu geben, ihre eigenen Gedanken und Ideen zu diesem Thema zu präsentieren. Die Auswahl der Ausstellungsobjekte soll in einer Jury in Kooperation mit dem jeweils amtierenden Jungen Rat erfolgen.

Diesen dritten Workshop mit zwei Elementargruppen aus der KTE in der Halle 400 und der DRK-Kita Blocksberg begleiteten die Künstler Katja Reimers und Lukas Garms. Dabei entstanden erste Werke für die zukünftigen Schaukästen.

Weitere Elemente der Gestaltung des Areals an der Hörn sollen zeitnah umgesetzt werden. So ist neben der Hörnbrücke an der östlichen Kaimauer in Richtung offene Kieler Förde die Dauerausstellung eines Kunstprojekts geplant.

Bei der Erstellung waren zwei Kieler Schulen sowie eine Nortorfer Schule beteiligt. Eine Installation dieser Kunstwerke wird noch für das Jahr 2022 angestrebt.

Angedacht ist, die Ausstellung regelmäßig – etwa alle fünf Jahre – neu auszuschreiben und somit auch an dieser Stelle eine kontinuierliche gestalterische Beteiligung von Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen.

Als Verbindung zwischen dem Platz der Kinderrechte und der entstehenden Dauerausstellung könnte an der gesamten Kaimauer zwischen Germaniahafen und Hörnspitze ebenfalls eine Gestaltung erfolgen.

Eine Idee ist, einen interaktiven Kinderrechteparcours anzulegen, der zum Beispiel von Schulklassen besucht werden kann. Die Umsetzung ist für das Jahr 2024 geplant.

Unmittelbar hinter dem Platz der Kinderrechte soll baldmöglichst ein barrierefreier Spielplatz auf dem heutigen Parkplatz am Hörn-Campus entstehen.

Der Bedarf dafür ist groß: Im Baugebiet an der Hörn und umliegend entstehen viele Wohneinheiten und drei weitere Kitas mit wenig Außengelände. Kinder brauchen aber genügend große Außenflächen, um sich zu bewegen und um zu spielen.

Bürgermeisterin Treutel und Jugendamtsleiterin Muerköster betonen: "Die Ausgestaltung des Platzes der Kinderrechte gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen ist eine großartige Sache. Sie erlebten ganz direkt, dass ihr Handeln sofort Wirkung erzielt. Dieses positive Erlebnis wird sie stärken und lange begleiten. Wir hoffen, am Tag der Kinderrechte mit allen Beteiligten den neu gestalteten Platz hier vor Ort einweihen zu können."

Hintergrund:

Die Bezeichnung UN-Kinderrechtskonvention ist eine Abkürzung für das Übereinkommen über die Rechte des Kindes. Es ist das wichtigste internationale Menschenrechtsinstrumentarium für Kinder und wurde am 20. November 1989 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet.

Somit gelten die Kinderrechte weltweit. Zu den wichtigsten Kinderrechten gehören das Recht auf Gleichbehandlung aller Kinder, das Recht auf Schutz und Fürsorge, das Recht auf Leben und Entwicklung sowie das Recht auf Beteiligung.

Zu den Kinderrechten gehören:

  • Das Recht auf Gleichbehandlung und Schutz vor Diskriminierung unabhängig von Religion, Herkunft und Geschlecht;
  • Das Recht auf einen Namen und eine Staatszugehörigkeit;
  • Das Recht auf Gesundheit;
  • Das Recht auf Bildung und Ausbildung;
  • Das Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung;
  • Das Recht, sich zu informieren, sich mitzuteilen, gehört zu werden und sich zu versammeln;
  • Das Recht auf eine Privatsphäre und eine gewaltfreie Erziehung im Sinne der Gleichberechtigung und des Friedens;
  • Das Recht auf sofortige Hilfe in Katastrophen und Notlagen und auf Schutz vor Grausamkeit, Vernachlässigung, Ausnutzung und Verfolgung;
  • Das Recht auf eine Familie, elterliche Fürsorge und ein sicheres Zuhause;
  • Das Recht auf Betreuung bei Behinderung.

Quelle: Landeshauptstadt Kiel

Ortsinformationen

Platz der Kinderrechte
Willy-Brandt-Ufer 995
24143 Kiel
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