Kieler Schloss Planungen für Konzertsaal-Sanierung werden konkreter

Seit der Norddeutsche Rundfunk erklärt hat, seine Räume im Konzertsaal des Kieler Schlosses vor der anstehenden Sanierung zu verlassen, kann die Stadt die Planung für das Gesamtgebäude weiter vorantreiben. Jetzt liegen konkretere Zahlen vor.

Konzertsaal Kieler Schloss, © Kiel Concerts Veranstaltungs- und Betreibergesellschaft mbH
Konzertsaal Kieler Schloss, © Kiel Concerts Veranstaltungs- und Betreibergesellschaft mbH

Durch die Erweiterung des Konzertsaalbereichs um die hinter der Bühne liegenden NDR-Räume wird der Konzertsaal in seiner Funktionalität deutlich verbessert. So können sich die  Künstler sich beispielsweise auf zusätzliche Garderoben und Stimmzimmer sowie einen besseren Zugang von dort zur Bühne freuen.

"Die Planungen für die Sanierung des Konzertsaales schreiten zügig und sehr professionell voran", sagt Oberbürgermeister Ulf Kämpfer. "Die aktuelle Kostenschätzung liegt nun bei etwa 35,5 Millionen Euro. Diese deutliche Steigerung liegt vor allem an der Berücksichtigung der in den letzten Jahren erheblichen Steigerung der allgemeinen Baukosten. Für die Finanzierung des ehrgeizigen Projektes wollen wir Bundesmittel beantragen, die möglicherweise einen Großteil der zusätzlichen Kosten ausgleichen."

Projekt Konzertsaal liegt gut im Zeitplan

Baudezernentin Doris Grondke ist erfreut über den Stand der Planung: "Das Projekt Konzertsaal wird federführend von der städtischen Immobilienwirtschaft gemeinsam mit einer Arbeitsgemeinschaft zweier exzellenter Architekturbüros geplant und von einem erfahrenen Projektbüro sehr gut und hochprofessionell gesteuert. Wir liegen gut im Zeitplan, durch die Corona-Pandemie gibt es keine nennenswerten Verzögerungen."

Die Projektsteuerung wird von dem Büro Schmitz Reichard aus Aachen wahrgenommen. Die Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) haben mit den Kieler bbp:architekten bda einen erfahrenen lokalen Player an ihrer Seite. 
Aktuell läuft die Phase der Vorplanung, dabei wurde auch ein differenzierter Zeit- und Kostenplan für das Sanierungsprojekt erarbeitet. Darin ist die mit der Einbindung der bisherigen NDR-Flächen verbundene Erweiterung des Bereichs hinter der Bühne bereits berücksichtigt.

Die Zeitplanung geht davon aus, dass im März oder April 2021 der Bauantrag eingereicht werden kann. Die Sanierung soll dann im Herbst 2021 mit den einleitenden Rückbauarbeiten beginnen. Bei einem störungsfreien Verlauf wird mit einem Ende der Bauarbeiten im Februar 2024 gerechnet. Rund zwei Monate werden dann für die Inbetriebnahme benötigt. Ende April 2024 könnte der Konzertsaal wiedereröffnet werden. 

Frühere Berechnungen des Sanierungskonzepts von 2016 hatten ein Sanierungsende zur Saison 2023/24 vorgesehen. Nicht enthalten waren darin aber erforderliche Prüfzeiten und Vergabefristen sowie die Integration der bisherigen NDR-Flächen.

Die Gesamtkosten wurden im Sanierungsgutachten von 2016 auf rund 24,5 Millionen Euro geschätzt. Die Verfasser des Gutachtens hatten aber auch darauf hingewiesen, dass die Untersuchungen nur einen ersten Eindruck des Bestands und der erforderlichen Arbeiten geben konnten. In der weiterführenden Prüfung seien noch diverse Punkte tiefergehend zu beleuchten.

Die aktuelle Kostenschätzung liegt nun bei etwa 35,5 Millionen Euro. Die Differenz zu den Annahmen von 2016 ist zum Teil begründet durch die Erweiterung der Planungen um die bisherigen NDR-Flächen (1,8 Millionen Euro). Vor allem sind aber die Baupreise und Baunebenkosten seit 2016 deutlich gestiegen, und sie werden es bis zum Zeitpunkt der Auftragsvergabe weiter tun (zusammen 9,2 Millionen Euro).

Abgesehen von der Erweiterung des Projekts und unter Berücksichtigung der Baupreissteigerungen bewegt sich also auch die aktuelle Kostenschätzung im Rahmen der Prognose von 2016. 

Der Projektsteuerer schlägt vor, darüber hinaus einen Risikozuschlag von 15 Prozent der Gesamtkosten (rund 5,325 Millionen Euro) einzuplanen. Sollte dieser Risikozuschlag vollkommen benötigt werden, liegen die Kosten über 40 Millionen Euro.

Das Land Schleswig-Holstein hatte zugesagt, sich an den Kosten für die Sanierung und Modernisierung des Konzertsaalgebäudes mit bis zu 8 Millionen Euro zu beteiligen. Auch war das Land bereit, sich an Mehrkosten zu beteiligen, die sich nach der Sanierungsplanung ergeben. Darüber werden Stadt und Land nun Gespräche führen. Ein Teil der Kosten soll außerdem durch Spenden und Bundesfördermittel gedeckt werden. 

Untersuchung für Kongresszentrum im Kieler Schloss

Die Sanierung des Konzertsaals ist ein wesentlicher Baustein für die Weiterentwicklung des Gesamtareals Kieler Schloss. Die Machbarkeit eines Kultur- und Kongresszentrums im historischen Herzen Kiels soll nun geprüft werden. Die Stadt hat das Büro Congress-Consult Michael Maugé beauftragt, ein Raum- und Funktionsprogramm für ein solches Zentrum zu erstellen und mit den Gegebenheiten am Kieler Schloss abzugleichen. Die Ergebnisse werden im September 2020 erwartet.

Ausweichspielstätte für Orchester scheint gefunden

Das Philharmonische Orchester Kiel und andere Orchester können während der Sanierung keine Konzerte im Konzertsaal des Schlosses geben. Nach einer längeren Suche nach einer Interimsspielstätte freut sich Kulturdezernentin und Bürgermeisterin Renate Treutel mit Generalmusikdirektor Benjamin Reiners und anderen Beteiligten, zusammen mit dem Geschäftsführer der Sparkassen-Arena, Stefan Wolf, eine gute Lösung ins Visier zu nehmen. Ein Akustikgutachten klärt derzeit, wie die Arena für philharmonische Konzerte ertüchtigt werden kann. "Die Sparkassen-Arena als bekannter Veranstaltungsort mitten im Herzen Kiels bietet gute Ausgangsbedingungen. Nach Herstellung der akustischen Voraussetzungen bietet die Sparkassen-Arena auch nach der Sanierung eine Perspektive für besondere Formate philharmonischer Konzerte mit einem größeren Publikum."

In einem abgehängten Bereich der Arena könnten Konzerte mit bis zu 1500 Zuhörern stattfinden. 

Das Philharmonische Orchester Kiel erhält für den Probenbetrieb in der Sanierungsphase eine neue "Heimstätte" im Kleinen Saal des Schlosses.

Quelle: Landeshauptstadt Kiel

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Ortsinformationen

Konzertsaal im Kieler Schloss
Dänische Straße 44
24103 Kiel