Kiel setzt auf Mehrweg im Alltag

Kiel startet den Mehrwegverbund: 18 Betriebe mit über 100 Verkaufsstellen verpflichten sich freiwillig, die Mehrwegquote für to-go-Getränkebecher auf 50 Prozent zu steigern. Die Stadt unterstützt mit der Kampagne "Kiel geht Mehrweg" – für weniger Abfall und mehr Klimaschutz.

In einem Kasten sind Mehrweg Becher
Kasten mir Mehrweg Bechern, © unsplash.com / Globelet Reusable

Was ist der Kieler Mehrwegverbund?

Der Kieler Mehrwegverbund ist eine freiwillige Initiative von Stadt und Betrieben für mehr Abfallvermeidung. 18 teilnehmende Unternehmen aus Gastronomie, Handel und Catering haben sich verpflichtet, ihre Mehrwegquote schrittweise zu erhöhen. Aktuell liegt sie bei nur sieben Prozent – bis 2035 sollen es 40 Prozent sein. Die Betriebe setzen auf sichtbare Angebote und verstärkte Information, um Mehrweg im Alltag attraktiver zu machen.

Wie unterstützt die Stadt Kiel die Betriebe?

Die Landeshauptstadt begleitet den Mehrwegverbund mit der Kampagne "Kiel geht Mehrweg". Grüne Aufkleber an Türen und Fenstern zeigen, dass Mehrweg willkommen ist. Aufsteller im Innenraum sprechen Kundinnen und Kunden direkt an, Plakate im Stadtgebiet machen auf die Initiative aufmerksam. Zusätzlich informieren Beiträge in sozialen Medien und Zeitschriften über das Thema. Die Kampagne macht Mehrweg sichtbar und schafft Bewusstsein für Abfallvermeidung.

Was müssen teilnehmende Betriebe tun?

Die Betriebe verpflichten sich, die Kampagne sichtbar zu präsentieren und ihre Kundschaft aktiv zu informieren. Sie müssen mitgebrachte Behältnisse akzeptieren und gegebenenfalls Rabatte einräumen. Eine weitere Maßnahme ist die Etablierung von Mehrweg als Standard: Wenn Mehrweg zur voreingestellten Option wird, entscheiden sich mehr Menschen dafür. Finanzielle Anreize wie vergünstigte Mehrwegoptionen oder Aufpreise auf Einweg können den Umstieg zusätzlich fördern.

Wer gehört zum Mehrwegverbund?

Zum Kieler Mehrwegverbund zählen bekannte Namen aus der Region:

  • Bäckereien: Andresen, Günther, Leefen, Lyck/Restez, Rönnau, Steiskal, Gettorfer Backhaus, Bio-Bäckerei Brotgarten
  • Gastronomie: Dean and David, KFC, McDonald's Kiel, Biergarten am Bootshafen
  • Hotels: Hotel Birke, Hotel Kieler Kaufmann
  • Einrichtungen: Campus Suite, Studentenwerk Schleswig-Holstein, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Puls Beteiligungsgesellschaft/GBG Nord Gastronomie

Zusammen betreiben sie über 100 Verkaufsstellen in Kiel.

Warum lohnt sich der Umstieg?

Die Entsorgung von Einwegbechern kostet deutsche Kommunen jährlich 120 Millionen Euro. Laut Deutscher Umwelthilfe ließen sich durch den Umstieg auf Mehrweg bis zu 490.000 Tonnen CO2-Emissionen einsparen. Das zeigt den direkten Zusammenhang von Abfallvermeidung und Klimaschutz. Bastian Reichartz von der Bäckerei Günther betont: "Als Kieler Familienunternehmen übernehmen wir Verantwortung für unsere Region."

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Quelle:  Landeshauptstadt Kiel