Fotografie neu denken im spce

Neun Studierende zeigen im sp.ce der Muthesius, wie Bilder gegen die Bilderflut ankommen. Die Ausstellung "was sichtbar wird – all I might see" läuft vom 16. Juli bis 24. Oktober 2026 und stellt die Frage: Wie entstehen heute Fotografien, die wirklich gesehen werden?

Mehrere Personen, die gerade einen Teil der Ausstellung bestaunen
Einblicke in die Vorstellung der Ausstellung, © Redaktion kiel-magazin.de
Wann? 16. Juli bis 24. Oktober 2026, Mi-Sa 15.00 bis 18.00 Uhr
(Sommerpause vom 27. Juli bis 25. August)
Wo? Spce Muthesius
Eintritt: frei

Die diesjährige Sommerausstellung

Die Sommerausstellung im sp.ce widmet sich ganz der zeitgenössischen Fotografie. Neun Studierende des Kommunikationsdesigns präsentieren neue Arbeiten, die von Christine Erhard, Professorin für Fotografie an der Muthesius Kunsthochschule, betreut wurden. Die Ausstellung zeigt Serien, Sequenzen und räumliche Installationen, die bewusst mit dem Kontext spielen. Ihr erlebt Fotografie nicht als isolierte Einzelbilder, sondern als vielschichtige Erfahrung.

Im Zentrum steht die Frage, wie Bilder unter Bedingungen von Öffentlichkeit, Distanz und Aufmerksamkeit funktionieren. Wie generieren sie Konzentration, statt das mediale Rauschen zu verstärken? Die Arbeiten werden erstmals einer breiten Öffentlichkeit gezeigt und dabei neu kontextualisiert. Sie fordern euch auf, euch zu ihnen zu verhalten und einen Dialog zu beginnen.

Die Themen spiegeln die akuten Fragen einer jungen Generation wider. Mit den Mitteln der Fotografie verschaffen sich die Künstler vielschichtig eine Stimme. Die Spanne reicht von intimen Momenten bis zu kollektiven Ideen. Ihr erlebt keine klassische Galeriehängung, sondern begehbare Installationen und multimediale Arbeiten, die Raum und Bild verbinden.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

Mit dem Klick auf „Beitrag anzeigen“ akzeptieren Sie die Datenverarbeitung durch Instagram. Mehr Informationen entnehmen Sie unserer Datenschutzerklärung .

Kombination aus Fotografie und 3D-Scan bei Freya Stoermer

Freya Stoermer präsentiert "a growing collection of trouble", eine Videoinstallation über Momente des Unbehagens. Flimmernd zwischen Schärfe und Punktwolken bewegen sich Kamerafahrten durch Gaussian-Splat-Scans, eine Form des 3D-Scannens von Landschaften. Bilder frieren ein, buffern und unterbrechen sich selbst. Im Stocken verhandeln sie die operative Transparenz sozialer und technischer Systeme in alltäglichen Szenen.

Die Installation sinnt über einen Ausweg aus Binaritäten und strengen Regimenten nach. Während in unsicheren Zeiten eindeutige Kategorien an Beliebtheit gewinnen, sucht diese Arbeit nach einer Sprache für das Ungewisse. Sie spricht für Körper im Dazwischen, Außerhalb und Mittendrin. Beginnend in konkreten Alltagssituationen führt sie hin zu kollektiven Ideen.

Begehbare Leinwandfotos

Marisa Velthuis zeigt "Paravent", eine begehbare Installation mit Fotografien auf Leinwand. Die Arbeit präsentiert FLINTA*-Personen in ihrem häuslichen Kontext. Der Paravent schafft einen eigenen Raum und ermöglicht eine Neuordnung von Blick und Gegenblick. Jede Fotografie misst 198 x 108 cm und ist auf einen Holzrahmen gespannt.

Die Porträts bilden ein gemeinsames Gegenüber, das den Blick erwidert und euch in den Fokus nimmt. Der Paravent bietet Privatheit an einem öffentlichen Ort und dient als Objekt des Schutzes. So wird der Raum selbst zum Träger der fotografischen Arbeit und erweitert die Porträts um eine räumliche Erfahrung. In der räumlichen Anordnung treten die einzelnen Porträts miteinander in Beziehung.

Was ist noch zu sehen?

Mit Isabelle Dapperheld, Denis Folk und Marlene Krömer präsentieren drei weitere Studierende ihre fotografischen Positionen. Amelie Pechtold und Milla Pukall ergänzen die Ausstellung mit ihren Arbeiten. Auch Alexander Rudd und Leander Schroeder zeigen neue Perspektiven auf zeitgenössische Fotografie. Jede Position setzt eigene thematische Schwerpunkte und experimentiert mit unterschiedlichen fotografischen Ansätzen.

Die neun Positionen verbindet die Frage nach der Wirksamkeit von Bildern in der Gegenwart. Sie entwickeln Strategien gegen die Bilderflut und suchen nach Formaten, die Aufmerksamkeit binden. Dabei nutzen sie Installationen, Serien und multimediale Formate, um Fotografie als räumliche und zeitliche Erfahrung zu inszenieren und damit den Aspekt der "klassischen" Fotografie eindrucksvoll zu erweitern.

Auf der Suche nach weiteren Kunst- und Kulturhighlights in Norddeutschland? Wir von kiel-magazin.de zeigen euch die spannendsten Ausstellungen der Region.

Quelle:  Muthesius Kunsthochschule

Ortsinformationen

spce Muthesius
Andreas-Gayk-Straße 7-11
24103 Kiel