Flandernbunker wieder geöffnet

Nach dem langen Lockdown hat der Flandernbunker nun wieder seine schweren Eisentüren geöffnet. Von Montag bis Freitag ist der historische Ort zwischen 11.00 und 15.00 Uhr geöffnet, sonntags von 11.00 bis 17.00 Uhr. Damit können – unter Einhaltung der Hygienevorschriften – wieder alle Ausstellungen im Bunker direkt besucht werden. 

Texte in Flaschen und Weckgläsern – Installation von Nine Gerhard im Flandernbunker, © Jens Rönnau
Texte in Flaschen und Weckgläsern – Installation von Nine Gerhard im Flandernbunker, © Jens Rönnau

Die Dauerausstellung zur NS- und Kriegsgeschichte sowie die Ausstellungen zur ehemaligen Ruine des U-Bootbunkers Kilian und zum Thema Flucht.

Insbesondere sind auch die aktuellen Wechselausstellungen geöffnet, die Ende April abgebaut werden: Die Ausstellung "War mein Opa Nazi" hat zahlreiche Besucher angezogen und animierte viele Menschen, sich um die Geschichte der eigenen Familie zu kümmern.

Noch gar nicht durfte bislang Ausstellung "Konfliktlandschaften" betreten werden, die am 27. Januar 2021 ohne Publikum eröffnet worden war. Studierende und Lehrende der Universität Osnabrück besuchten 2019 die KZ-Gedenkstätten um Auschwitz und Krakau und näherten sich diesen Orten des Grauens künstlerisch mit Grafik-Novels, Gemälden, Videos und Installationen. So dürfen Besucher die Bilder von Ella Malin Wissel nun selbst mit dem Föhn erwärmen und entdecken, was sich unter den Thermochromatischen Lackschichten verbirgt. Details ehemaliger Konzentrationslager wie Auschwitz oder Płaszów, wo auch der Film Schindlers Liste gedreht wurde, kommen so geheimnisvoll zum Vorscheinen – und verschwinden beim Erkalten wieder. Es geht der Künstlerin dabei ganz real wie auch symbolisch um den Prozess des "Erinnern und Vergessens".

In diesem Sinne kann man auch versuchen herauszufinden, welche Texte sich in den Flaschen und Weckgläsern der Installation von Nine Gerhard befinden oder was die Geschichten in den Graphic Novels von Iwona Sasinkska erzählen. Sie illustriert die Berichte ihrer Großmutter, die in einem Dorf bei Krakau während des Zweiten Weltkriegs aufgewachsen war. Die Ausstellungsbesucher sind auch eingeladen, der Installation von Helene Baldursson ein winziges Steinchen zu entnehmen und es sich in den Schuh zu legen. Die Steinchen stammen aus Auschwitz und Birkenau – in einer Rückantwort an die Künstlerin kann man dann mitteilen, wo der Schuh gedrückt hat.

Abends ist in zwei Fenster-Videos – pandemiegerecht – auch ein Teil der Ausstellung außen vor dem Flandernbunker zu erleben. So führt der Kurator Ruppe Koselleck in einem 15-minütigen Video durch die Ausstellung. In einem anderen Film begeht Sarah Büchel das KZ-Gelände von Plaszów. Ihr dabei immer wieder gesprochener Satz "Das Leben ist wertvoll!" tönt nun fremdartig aus dem Bunker heraus. Die Videos laufen bis zum 24. April 2021 täglich von 18.00 bis 22.00 Uhr

Quelle: Verein Mahnmal Kilian e.V.

Ortsinformationen

Flandernbunker - Mahnmal Kilian
Kiellinie 249
24106 Kiel
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