Aus Kiel ins Ferienhaus nach Dänemark – mieten oder lieber kaufen?

Wer in Kiel oder Umgebung lebt, weiß nicht nur die landschaftlichen und kulturellen Vorzüge seiner Heimat zu schätzen. Viele Bewohner schätzen die Region nämlich auch aufgrund ihrer Nähe zu Dänemark.

Dänemark lockt Urlauber mit schönen Strandlandschaften, Foto pixabay.com, © kordi_vahle
Dänemark lockt Urlauber mit schönen Strandlandschaften, Foto pixabay.com, © kordi_vahle

Von Kiel aus mit dem Zug oder Auto schnell erreichbar, lassen sich hier schöne Tage oder ein ganzer Urlaub verbringen. Einige Kieler denken darum sogar über ein eigenes Ferienhaus in Dänemark nach. 

Viel Erholung und Gemütlichkeit in Dänemark

Aufgrund der langen und ansprechenden Küstenlinie, eher wenigen Regentagen und den vielen Inseln ist Dänemark als Ausflugsziel besonders beliebt. Gerade Menschen aus der Region Kiel wissen dabei nicht allein die Radwanderroute an der deutsch-dänischen Grenze zu schätzen. Vielmehr besuchen sie Dänemark auch für Urlaube oder einen Wochenendbesuch immer wieder gerne. Kein Wunder, schließlich lässt sich dort nicht nur die dänische Gastfreundschaft genießen. Auch ein umfangreiches Angebot an Aktivitäten für die Freizeit und die dänische Gemütlichkeit machen das Land unter Kielern besonders beliebt. 

Viele Menschen, die ihre Zeit gerne in einem Ferienhaus in Dänemark verbringen, denken darum über eine eigene Immobilie in Dänemark nach. Allerdings gibt es rund um den Hauskauf in Dänemark einiges zu beachten – oft ist es sinnvoller, ein Ferienhaus weiterhin zu mieten. 

Dänemark und sein Immobilienmarkt

Das Königreich Dänemark besteht aus dem Kernland mit einer Fläche von fast 43.000 Quadratkilometermetern. Außerdem gehören die Färöer Inseln mit einer Fläche von 1.396 Quadratkilometern und Grönland zu Dänemark. 

Viele der rund 6 Millionen Einwohner Dänemarks leben in den Metropolregionen rund um Kopenhagen. Außerdem sind Aarhus und die Regionen Idense, Midtjyllan und Aalborg bevölkerungsreich. Der Rest des Landes wiederum hat viele ruhige Regionen zu bieten, die bei Besuchern besonders beliebt sind. Gerade diejenigen, die Ruhe und Erholung suchen, haben prinzipiell die Chance, in Dänemark eine passende Immobilie zu finden. 

Zu bedenken ist allerdings: Nicht zuletzt aufgrund der niedrigen Zinsen haben auch in Dänemark viele Menschen in Immobilien investiert. Der Markt ist daher vielerorts recht angespannt. Allerdings gibt es nach wie vor Regionen, in denen erschwinglichere Immobilien zu finden sind. 

Zu diesen Regionen zählt Midtjylland. Insbesondere in Ebeltorft, Horsens oder Århus finden sich noch attraktive Immobilien zu vergleichsweise erschwinglichen Preisen. Ganz anders sieht es in der Hauptstadt Kopenhagen aus. Hier ist das Immobilienangebot aktuell deutlich limitiert. 

Viele Deutsche träumen von einem Ferienhaus in Dänemark, Foto pixabay.com © 9685995
Viele Deutsche träumen von einem Ferienhaus in Dänemark, Foto pixabay.com © 9685995

Welche Regionen sind für den Kauf eines Ferienhauses besonders beliebt?

Wer Dänemark von Deutschland aus erreichen möchte, gelangt besonders schnell ins dänische Sydjylland. Diese Region und das dortige Grenzgebiet sind darum unter deutschen Immobilieninteressenten besonders beliebt. Schließlich fällt die Anreise mit dem Auto besonders kurz aus. So wird es möglich, Dänemark auch für einen Wochenendtrip spontan zu besuchen. 

Ebenfalls als Ferienhaus-Standort interessant ist die dänische Ostseeküste. Sie wird auch als dänische Südsee bezeichnet und besticht durch ihre schönen Fjorde und Inseln. Ebenfalls attraktiv ist die dänische Nordseeküste. Durch ihre weißen, langen Sandstrände wird sie zum perfekten Standort für ein Strandhaus. 

Schwierigkeiten ergeben sich bei der Immobilienfinanzierung

Wer eine Immobilie in Deutschland finanzieren möchte, kann dies meist recht unproblematisch tun. Wer über ein geregeltes Einkommen und etwas Eigenkapital verfügt, kann die zum Kauf benötigte Summe über einen Immobilienkredit erhalten. Dabei stellt die kreditgebende Bank die für den Haus- oder Wohnungskauf benötigte Summe zur Verfügung. Anschließend kann die Finanzierungssumme zuzüglich Zinsen an die Bank zurückgezahlt werden.

Die Kreditvergabe durch die Bank erfolgt dabei meist eher unkompliziert. Grund dafür ist der Umstand, dass die finanzierte Immobilie als Kreditsicherheit fungieren kann. Das bedeutet: Sollte der Immobilienkredit nicht zurückgezahlt werden, ist es der Bank möglich, auf die Immobilie zuzugreifen. Sie kann die Immobilie veräußern, um die geschuldete Summe doch noch zu erhalten. 

Befindet sich die zu finanzierende Immobilie aber im Ausland, ist das aus Sicht der Bank komplizierter. Sie kann den Wert der Immobilie schlechter einschätzen und sie im Ernstfall weniger einfach verkaufen. Soll eine Immobilie im Ausland finanziert werden, verlangen viele Banken darum eine deutsche, schuldenfreie Immobilie als Kreditsicherheit. Das bedeutet: Wer eine Immobilie in Dänemark über eine deutsche Bank finanzieren möchte, muss eine abbezahlte Immobilie in Deutschland als Sicherheit vorweisen. 

Genau das können viele Immobilieninteressenten aber nicht. Entweder verfügen sie nicht über Wohneigentum oder haben Haus oder Wohnung noch nicht abbezahlt. Ist das der Fall, kann die Ferienimmobilie in Dänemark nur über eine dänische Bank finanziert werden. Auch das ist oft nicht ganz unkompliziert. Schließlich müssen Immobilieninteressenten in diesem Fall die dänische Sprache fließend beherrschen – oder alternativ bei sämtlichen Bankterminen einen Übersetzer hinzuziehen. 

Was beim Hauskauf in Dänemark außerdem zu beachten ist

Die Finanzierung einer Immobilie in Dänemark gestaltet sich für deutsche Käufer oft schwierig. Allerdings müssen auch diejenigen, die sich Haus oder Wohnung ohne die Hilfe einer Bank leisten können, einiges beachten:

Besonderheiten bei der Kaufabwicklung:

In Dänemark unterscheidet sich die Kaufabwicklung bei einem Hauskauf von der Vorgehensweise in Deutschland: Hat sich der Käufer für eine Immobilie entschieden, wird von den Anwälten beider Vertragsparteien ein Vorvertrag ausgearbeitet. Bereits nach der Unterzeichnung des Vorvertrags muss der Käufer dann eine Kaufpreisanzahlung leisten. Diese beträgt regelmäßig zwischen 5 und 10 Prozent des vereinbarten Immobilienkaufpreises.

Einige Zeit später wird der eigentliche Kaufvertrag unterzeichnet und durch einen Notar beglaubigt. Ist das geschehen, müssen der restliche Kaufpreis sowie alle anfallenden Steuern direkt gezahlt werden. 

Anschließend erfolgen eine Hinterlegung des Kaufvertrags beim dänischen Grundbuchamt und die Eintragung des Immobilienerwerber in das Grundbuch.

Kauf-Restriktionen für ausländische Immobilienkäufer:

In Dänemark können Immobilien nicht immer problemlos von Ausländern erworben werden. Deutsche Käufer müssen daher bestimmte Regeln einhalten, um überhaupt eine Immobilie erwerben zu können. Das bedeutet: Verfügt der Immobilieninteressent aus Deutschland nicht über einen Wohnsitz in Dänemark, kann er prinzipiell kein Ferienhaus kaufen. Etwas anderes gilt lediglich dann, wenn er zu einem früheren Zeitpunkt mindestens fünf Jahre in Dänemark gemeldet war. 

Wer diese Vorgaben nicht erfüllt, hat nur mit einer Ausnahmegenehmigung des Justizministeriums die Möglichkeit zum Immobilienkauf. Die Genehmigung wird erteilt, wenn der Immobilienkäufer eine besondere Bindung zu Dänemark nachweisen kann – etwa, weil ein Familienmitglied dort lebt. 

Insgesamt lässt sich sagen: Der Immobilienkauf in Dänemark ist für deutsche Staatsbürger mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Oft ist darum das regelmäßige Mieten eines Ferienhauses die bequemere und günstigere Urlaubs-Lösung. 

Weitere Empfehlungen