Erster Personalgipfel im Kieler Rathaus

Zum ersten Kieler Personalgipfel lud Kiels Personaldezernent Christian Zierau Vertreter:innen von Städten, Umlandkommunen und Landesregierung ein, um gemeinsam den Herausforderungen am Arbeitsmarkt zu begegnen.

Personalgipfel im Ratssaal, © LH Kiel
Personalgipfel im Ratssaal, © LH Kiel

Der gemeinsame Austausch, das Abgleichen zukünftiger Netzwerke und einer integrierten Fachkräftegewinnung für Stadt und Land waren Thema des vierstündigen Austausches.

Die Herausforderungen steigen – das haben alle erkannt

"So eine Runde wie heute gab es hier noch nie", so Oberbürgermeister Ulf Kämpfer zu Beginn der Gespräche. "Die Situation am Arbeitsmarkt ist für uns alle die gleiche – und weniger ein Aushandeln, sondern mehr Kooperation ist gerade in Hinblick auf die Entwicklungen der nächsten Jahrzehnte notwendig."

Diese Schwerpunktsetzung griff Stadtrat Christian Zierau auf: "Neben Formaten der Zusammenarbeit mit KGSt und Städtetag braucht es auch regionale Cluster, um miteinander das Markenverständnis des öffentlichen Dienstes zu stärken", hob er hervor. Die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) ist ein bundesweiter Fachverband.

Als ein Vorreiter-Format der Personalgewinnung gilt auch Kiels 2020 gestartetes Traineeprogramm Stadt:TALENTE, durch das inzwischen 30 junge Akademiker:innen für Einstiegsstellen des gehobenen Dienstes gewonnen werden konnten. Trainee Hannah Tolkmitt berichtete als ein Stadt-Talent des ersten Jahres aus der Praxis des akademischen Quereinstiegs in die Verwaltung – und wusste von unkonventioneller Ansprache, persönlich gestalteten Auswahlgesprächen und mitmenschlich bereichernden Begegnungen bei einem Start "aus der klassisch-akademischen Soziologie in das Tiefbauamt einer städtischen Verwaltung" zu erzählen.

Nach dem Auftakt ist noch viel zu tun

"Wir sind losgelaufen, aber es ist noch viel zu tun", konstatierte auch der kommissarische Personalamtsleiter Dr. Timo Rosenberg. "Gerade in belasteten Bereichen, die Aufwuchs brauchen, ist die Möglichkeit, neues Personal einzuarbeiten, geringer. Da müssen wir unterstützen."

Der Krise vorbereitend begegnen

"Sich gemeinsam im Vorgriff der Krise zu verbünden und auszutauschen, das ist ein neuer Gedanke", lobt Rosenberg: "Welche Situation sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren ereignen wird, ist anhand der Zahlen klar ersichtlich." Für diese planbare Krise seien bereits jetzt Gegenmaßnahmen zu ergreifen. "Wir qualifizieren intern gezielt weiter, betreiben Kompetenzentwicklung und erproben im Recruiting Reverse-Pitch-Formate, bei denen sich Ämter den Bewerber:innen vorstellen", so Rosenberg.

Ein Anliegen sei auch, die Vorteile des Arbeitens in und für Kommunen sichtbarer machen: So seien Familienfreundlichkeit, eine langfristige Perspektive und der Gestaltungsaspekt für das gesellschaftliche Zusammenleben oft die Motivation für einen Eintritt in den öffentlichen Dienst. "Damit wollen wir auch Schleswig-Holstein im bundesweiten Vergleich stärker hervorheben", so Stadtrat Zierau zum Abschluss.

Menschen adressieren – und interessieren

Oberbürgermeister Kämpfer blickt in die Zukunft: "Sich bei der Ansprache gleicher Zielgruppen zu verbünden und die Probleme, die uns vor der Brust stehen, gemeinsam zu lösen, das muss für eine starke Region das Ziel sein."

Am Ende stand die deutliche Übereinkunft der rund 40 Teilnehmenden, dieses Format weiter lebendig zu halten.

Quelle: LH Kiel

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