Die Muthesius Kunsthochschule bei der Global Grad Show in Dubai

Zwei Projekte von Studierenden des Medical Design der Muthesius Kunsthochschule sind bei der "Global Grad Show" in Dubai aus mehr als 3.000 Bewerbungen unter die weltweit besten 150 Projekte gewählt worden. Absolventen aus mehr als 70 Ländern und von 470 Hochschulen und Instituten zeigen seit kurzem ihre Arbeiten bei einer digitalen Ausstellung.

Spritze? Spritzer! von Julia Berg und Paul Ullrich, Pressefoto
Spritze? Spritzer! von Julia Berg und Paul Ullrich, Pressefoto

Die Jury überzeugen konnten auch Industriedesigner aus Kiel: Julia Berg und Paul Ullrich mit ihrer Vision zur Zukunft des Impfens ("Spritze? Spritzer!"), die im Sommersemester 2021 entstanden ist.

Außerdem beeindruckte David Rieche die Juroren mit seinem Entwurf "Flexision" aus dem Sommersemester 2020 – dafür ist ihm bereits beim Mia Seeger Preis eine Anerkennung zugesprochen worden.

Beide Projekte sind von Professor Detlef Rhein betreut worden. Er lobt: "Die Studierenden, die bei uns an der Global Grad Show teilgenommen haben, haben ihre Sicht auf die Welt tatsächlich verändert. Sie sehen sich als Teil einer viel größeren Design-Community. Durch das entrepreneurship programme werden sie zudem gefragt und gefordert, ihre Ideen auf einem professionellem Niveau hinsichtlich Machbarkeit und Marktchance weiter zu denken und zu konkretisieren. Für ihre berufliche Zukunft und ihre eigene Haltung sind das ganz besonders wichtige Erfahrungen."

Julia Berg und Paul Ullrich, die während des Sommersemesters im Frühjahr 2021 die Idee für ihr Impf-Projekt entwickelt haben, sagen: "Ziel unseres Projektes war es gar nicht, neue Impfmöglichkeiten für die jetzige Pandemie zu entwickeln, sondern zu überlegen, wie Impfungen im Jahr 2050 aussehen könnten. Dass unser derzeitiges Impfsystem nicht wirklich nachhaltig und auch nicht langfristig gedacht ist, haben wir während unserer Recherche schnell erkannt."

Recherchiert haben sie in einem Impfzentrum, außerdem interviewten sie geimpfte Personen. "Besonders inspirierend für uns war zu sehen, wie früher geimpft wurde und wie Massenimpfungen zum Beispiel während der Pockenepidemie aussahen", sagen die Studierenden.

Eine wissenschaftliche Studie über neue Verabreichungsmethoden brachte sie auf die Idee, dass Impfstoffe auch per Spray oder Creme auf die Haut aufgetragen werden könnten, was das Aufkommen an Sondermüll reduzieren und viele pragmatische Vorteile mit sich bringen könnte.

Auch das medizinische Projekt von David Rieche ist für die "Global Grad Show" in Dubai ausgewählt worden: Er hat unter dem Titel "Flexision" das Hämmerchen zum Messen der Reflexe zur raffinierten Sensortechnik weiterentwickelt.

Kombiniert mit einer Datenbank lassen sich – so seine Idee – aus dem gemessenen Reflexbild der Patienten frühzeitig neurologische Erkrankungen diagnostizieren.

Wie er auf die Idee kam, den Reflexmesser neu zu denken? "Ein Arzt hatte mir den Bedarf präziserer Reflexmessung nach einem Schlaganfall geschildert, was sich dann im Laufe des Projektes zur allgemeinen, hochpräzisen Reflexmessung für die Diagnose neurologischer Störungen entwickelte", erklärt David Rieche.

Für Medizintechnik hat sich der Absolvent der Muthesius Kunsthochschule "schon immer interessiert", wie er sagt; heute arbeitet er in Hamburg bei einer Firma, die medizinisches Design umsetzt.

Hintergrund: Die Global Grad Show in Dubai

Die Global Grad Show in Dubai ist das einzige Wettbewerbsformat, das Designern eine weltweite Plattform bietet. Hier präsentieren Nachwuchstalente einmal im Jahr einem internationalen Publikum ihre Design- und Technikprojekte.

Bereits 2019 waren Industriedesigner der Muthesius Kunsthochschule bei der "Dubai Design Week" aus mehr als 1.000 Bewerbungen ausgewählt worden. In diesem Jahr wird die Ausstellung wie schon 2020 ausschließlich online gezeigt.

Die Auswahl der Projekte erfolgt nach den Kriterien der sozialen Innovationskraft und der Relevanz für nachhaltig orientierte Zukunftsmärkte. Für die Muthesius Kunsthochschule ist es die dritte Teilnahme in Folge.

Quelle: Muthesius Kunsthochschule

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