Das Welttheater in Gaarden

Anton Brade ist vielen Menschen aus Kiel durch sein Engagement an der Bürgerbühne schon bekannt. Jetzt widmet er sich einem neuen Projekt am Vinetaplatz in Gaarden, dem Welttheater Gaarden. Ab der Eröffnung am Freitag, 25. September 2026, soll ein Ort geschaffen werden, an dem die verschiedenen Kulturen der Welt gemeinsam auf die Bühne gebracht werden.

Ein Mann mit einem Plakat in der Hand vor einer dunklen Wand
Anton Brade auf der Bühne des Theaters, ©Redaktion Kiel-Magazin.de

Für viele Menschen ist der Vinetaplatz im Herzen Gaardens wahrscheinlich nicht der erste Ort, den man mit einem Theater verbinden würde. Zu oft ist der Platz in den vergangenen Jahren immer wieder durch die umfassende Drogenszene präsent gewesen und der Stadtteil hat viele Probleme, die es dringend zu lösen gilt. Doch gibt es dort viele Menschen, die sich für das Zusammenleben einsetzen und den Stadtteil mit kulturellen Angeboten aufwerten möchten.

Einer davon ist Anton Brade. Er ist gebürtiger Kieler und hat nach seiner Keramikerlehre den Weg nach Berlin gewählt. Dort war er lange Jahre als Musiker und in der Kulturarbeit für das Bezirksamt in Neukölln tätig, bis in der Weg zurück in den Norden führte. Dort baute er in Wilster das Kulturhaus mit auf, welches sich inzwischen in der Kulturlandschaft des Kreises Steinburg als Ort manifestiert hat.

Und nun zurück in Kiel, genauer in Gaarden. Seiner Meinung nach der interessanteste Stadtteil Kiels, hier treffen verschiedenste Kulturen aufeinander, Sprachen, Vorgeschichten und Erfahrungen. Diese Mischung der Kulturen dient auch als Inspiration für die Stücke, die hier auf der Bühne aufgeführt werden.

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Geplant sind bis zu 10 Produktionen, die jedes Jahr auf der Bühne präsentiert werden sollen. Im Theater selbst werden 50 Menschen Platz finden können, die sich auf 50 besondere Stühle setzten können. Nach einem Aufruf seitens des Theaters, alte Stühle zu spenden, damit diese im Theater einen neuen Platz finden, kamen bisher etwa 40 zusammen. 10 fehlen also noch und falls sich in irgendeinem Keller noch Stühle befinden, die nicht mehr benötigt werden, freut sich das Theater über eine Nachricht.

Doch soweit soll es nicht kommen. "Kiel braucht kein neues Theater, aber einen Ort, der etwas vor Ort mit den Menschen macht", so beschreibt Brade seinen Ansatz. Die Menschen in Gaarden sollen die Möglichkeit haben, günstig ins Theater gehen zu können. Deshalb wird es ein Wochenende im Monat geben, an dem für alle Menschen mit dem Gaarden-Ticket freien Eintritt geben wird. Auch sonst sind die Eintrittspreise so gestaltet, dass es für alle Menschen erschwinglich ist und es Ermäßigungen zu allen Vorstellungen für Menschen unter 18 und mit dem Gaarden-Ticket geben wird.

Geplant sind aber nicht nur Theatervorstellungen und Aufführungen von Künstlerinnen und Künstlern, sondern auch Theaterkurse, Jugendtheater und andere Kooperationen mit anderen kulturellen Orten des Stadtteils wie der Medusa. Große finanzielle Unterstützung erhält das Theater durch die Stadt Kiel, doch die Fördergelder sind durch ihre Befristung zunächst nur auf ein Jahr gesichert, weswegen das Theater bzw. Anton Brade nach einem Jahr einen Schlussstrich ziehen kann.

Mehr zu Aufführugen und Kultur in Kiel findet ihr bei anderen Artikeln auf unserer Seite.