Mehr Platz für Kultur in Gaarden: Das Medusa kehrt zurück
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Nach Jahren des Leerstands erwacht das Medusa zu neuem Leben. Mitten in Gaarden entsteht ein offener Ort für Kultur, Begegnung und gemeinsames Engagement. Auf 300 m2 Innenfläche und einem 500 m2 großen Garten werden in naher Zukunft wieder Konzerte erlebbar und Workshops angeboten.
Ein Ort für Kultur und Begegnung
Kiel Gaarden ist ein Stadtteil mit sozialen Schwierigkeiten und das kann und muss man auch nicht leugnen. Doch die Bilder, die durch die medialen Berichte nach außen getragen werden und somit die Außenwahrnehmung beeinflussen, sind nur ein Teil der Realität. Gaarden ist viel mehr und reich an kulturellen Orten und Vereinen, die sich für die Kulturlandschaft und das Miteinander im Stadtteil einsetzen. Eines davon ist das Netzwerk für revolutionäre Ungeduld e.V (NrfU e.V.), das sein Büro in der Medusastraße 16 hat.
Das Büro liegt neben einem Torbogen, an dessen Ende sich ein metallernes Tor befindet. Dahinter befindet sich ein weißes, efeubewachsenes Gebäude, weiß bläuliches Gebäude, das Medusa. Die Räumlichkeiten des Gebäudes lagen seit der Coronazeit brach und trotz der neuen Nutzung und Mietung merkt man dem Ort an, dass hier noch einiges geschehen muss, bis der Ort wieder zu altem Glanz finden kann.
Zurückblicken kann das Medusa auf eine wechselhafte Geschichte. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde es als Industrieschmeide errichtet und überstand beide Weltkriege. Danach wurde es mehr und mehr zu einem Veranstaltungsraum und Treffpunkt. Zunächst als Veranstaltungsort des schleswig-holsteinischen Ablegers des Nieder- und Oberschlesien e.V., danach als Kulturort mit einem Cafe, Bioladen, Bauchtanzstudio und Second-Hand-Laden. So hielt sich der Ort bis in die 2000er Jahre und es zogen Initiativen und Geschäfte ein und aus, so befand sich hier eine Zeit lang auch der Buchladen Zapata. Ab den 2010er Jahren fanden viele Konzerte und andere Veranstaltungen in den Räumlichkeiten statt, bis die Coronakrise dem Ganzen ein Ende setzte.
Neues Kapitel, neue Vermietung
Nun hat im Jahr das NrfU e.V. die Räume angemietet und füllt sie schrittweise mit Leben. Das Erdgeschoss bildet das Herzstück des öffentlichen Lebens: ein Veranstaltungsraum mit Bühne, Backstagebereichen, Küche mit Bar und Sanitäranlagen ermöglicht Veranstaltungen für bis zu 100 Personen. Die bestehende bauordnungsrechtliche Zulassung als gastronomischer Betrieb bietet dabei eine solide Grundlage für einen hybriden Betrieb aus Kulturprogramm und Gastronomie. So sind langfristig Konzerte, Performances, Theaterformate, Lesungen, Diskursveranstaltungen, Filmabende und Nachbarschaftstreffen geplant. Perspektivisch soll eine barrierefreie Toilette die Zugänglichkeit langfristig verbessern.
Im Obergeschoss werden auf rund 150 m2 Arbeitsräume für Büros, Ateliers, Besprechungen und Workshops sowie eine Wohnung für auftretende Künstlerinnen und Künstler entstehen, die gemeinsam mit der Schaubude Kiel genutzt werden soll. In enger Abstimmung mit dem Bauamt ist eine Nutzungsänderung hin zu einer "Atelierfläche mit temporärer Übernachtungsmöglichkeit" mit bis zu acht Betten vorgesehen. Perspektivisch soll das Medusa auch als Residency-Standort im Rahmen des Programms "Culture Moves Europe“ der EU-Kommission und des Goethe-Instituts dienen, um internationale Künstlerinnen und Künstler mit der Stadtteilarbeit in Gaarden zu verzahnen.
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Hinter der Medusa liegt ein rund 500 m2 großer Garten, der ähnlich wie der Rest des Areals in einem "Dornröschenschlaf" gelegen hat und durch die Mithilfe vieler Menschen von den meterhohen Brennnesseln befreit wurde. Geplant sind hier Permakultur-Kursprogramme, Workshops im Spannungsfeld von Kunst und Natur sowie offene Mitmach-Formate, die Menschen unterschiedlicher Hintergründe zusammenbringen.
Weitere Kooperationen bestehen unter anderem mit der Galerie K34 e.V., dem Kieler Anker und der Muthesius Kunsthochschule bzw. mit dem dortigen Studiengang Raumstrategien. 2026 startet zudem die soziokulturelle Veranstaltungsreihe "Medusa: Vier Jahreszeiten“ mit KulturRotation143, Suppenfest, Floh- und Wintermarkt.
Langfristig verfolgt das NrfU e.V. die Vision "Medusastraße autofrei“, eine fußläufige Begegnungszone rund um das Medusa im Herzen des Kulturareals Gaarden, mit Teilsperrung der Straße zwischen Kaiserstraße und Iltisstraße sowie einem geöffneten Innenhof mit Sitzmöglichkeiten.
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