Krisenbewältigung für Jugendliche

Die Corona-Pandemie und der damit verbundene Lockdown beeinträchtigen das Leben von Kindern und Jugendlichen sehr. Viele besuchen seit vielen Monaten keine kinder- und jugendgerechten Orte mehr. Es bleibt nur die Familie und digitaler Unterricht – unter mehr oder minder guten Rahmenbedingungen.

Corona: Jugendlicher mit Maske, © Alexandra Koch / pixabay.com
Corona: Jugendlicher mit Maske, © Alexandra Koch / pixabay.com

Schule ist Ort der Begegnung

Jedoch vermittelt Schule mehr als Wissen — Schule ist im Wesentlichen ein Ort der Begegnung. Auch andere Treffpunkte der Kinder und Jugendlichen sind seit Monaten geschlossen und diese Zeit ist im kindlichen Empfinden unendlich lang. Kinder müssen mental gestärkt werden, damit sie diesen verkraften können und gutes Lernen "danach" wieder möglich sein kann. Es geht neben der Aufarbeitung um die Stärkung von Resilienz zur Überwindung der derzeitigen und vielleicht auch zukünftigen, gesellschaftlichen wie persönlichen Lebenskrisen

Bildungsdezernentin Renate Treutel sagt dazu: "Es braucht eine Brücke vom Ausnahmezustand in die Normalität. Man wird nicht einfach nach der Pandemie zur Tagesordnung übergehen können, in einen Präsenzunterricht mit vermutlich Kindern, die zum Teil innere Orientierung verloren und den sozialen Zusammenhalt verlernt haben. Es braucht Angebote und Kompetenzen, die jungen Menschen in ihrer Lebenssituation abzuholen und Lernen – auf für's Leben – zu befördern."

Jugendhilfe und Bildungssystem müssen sich klar verständigen, die wichtige Kompetenz der Reflektion und Krisenbewältigungskompetenz als Unterrichtsinhalte aufzunehmen. Denn die Akteure vor Ort benötigen die Unterstützung sowie den Freiraum, diese Unterrichtsinhalte umzusetzen. Auch eventuell zulasten anderer Unterrichtsinhalte mit dem Ziel, Lernfähigkeit und Lernbereitschaft zu erhalten, beziehungsweise wiederherzustellen. 

Angebot der Landeshauptstadt für Schüler und Lehrkräfte

In Zukunft könnten Fachkräfte des Jugendamtes der Landeshauptstadt Kiel aus der Erziehungsberatung und der Schulsozialarbeit junge Menschen auffangen und in Unterrichtsstunden ihre Fragen beantworten.

In der geplanten Stunde soll all das, was Kinder und Jugendliche in der Corona-Zeit beschäftigt, aufgegriffen und gemeinsam altersgemäß besprochen werden. Auch über weitere Hilfsmöglichkeiten für Einzelne soll informiert werden.

Das Angebot braucht allerdings die Unterstützung des Sozial- und vor allem des Bildungsministeriums des Landes Schleswig-Holstein sowie der Schulaufsichten. Renate Treutel sagt: "Schulleitungen und Lehrkräfte können nur dann das (digitale) Klassenzimmer für die psychische Bewältigung der Krise öffnen, wenn sie die eine oder andere Unterrichtsstunde Fachunterricht dafür zu Verfügung stellen dürfen."

Daraus kann sich mittelfristig ein Angebot außerhalb des Unterrichtes etablieren.

Interessierte Schulen und Lehrkräfte können sich per Mail an jugendamt@kiel.de anmelden. Die Fachkräfte nehmen dann für die weitere Organisation persönlichen Kontakt auf.

Quelle: Landeshauptstadt Kiel

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