Zehn Jahre Städtebauförderungsprogramm "Soziale Stadt Mettenhof" – ein Stadtteil erfindet sich neu - kiel-magazin.de

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Stadtteile

Zehn Jahre Städtebauförderungsprogramm "Soziale Stadt Mettenhof" – ein Stadtteil erfindet sich neu

Entwurfsplan Soziale Stadt Mettenhof

1999 starteten Bund und Länder das Städtebauförderungsprogramm "Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – Soziale Stadt". Ziel des Programms ist es, die "Abwärtsspirale" in benachteiligten Stadtteilen aufzuhalten und die Lebensbedingungen vor Ort umfassend zu verbessern. Seit Januar 2000 begleitet, koordiniert und moderiert das Stadtteilbüro Mettenhof die Umsetzung des Programms im Kieler Stadtteil Mettenhof. Kiels Stadtpräsidentin Cathy Kietzer, das Stadtteilbüro Mettenhof sowie Vertreter der an der Entwicklung des Stadtteils Mettenhof beteiligten städtischen Ämter stellten im Bürgerhaus Mettenhof die in den vergangenen zehn Jahren umgesetzten und jene Projekte vor, die noch bis zum Ende des Förderprogramms 2012 umgesetzt werden sollen.

Der Startschuss für das Städtebauförderungsprogramm in Mettenhof fiel 1999. Insgesamt wurden seitdem 3.077.000 Euro in die abgeschlossenen 14 Bauprojekte investiert, davon jeweils 844.000 Euro von Bund und Land, 1.362.000 Euro von der Landeshauptstadt Kiel sowie 27.000 Euro von Dritten, zum Beispiel von gemeinnützigen Vereinen. Weitere 5.287.000 Euro fließen bis zum Ende der Förderperiode 2012 in die laufenden zehn Projekte. Davon tragen Bund und Land zu gleichen Teilen 1.228.000 Euro, die Landeshauptstadt Kiel 1.906.000 Euro und Dritte 925.000 Euro. Mit den Investitionen in Höhe von insgesamt 8.364.000 Euro wurden und werden das Wohnumfeld und die Aufenthaltsqualität im Stadtteil verbessert, vielfältige Kommunikations- und Begegnungsräume geschaffen, die soziale und kulturelle Infrastruktur ausgebaut, die lokale Ökonomie gestärkt, Bildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten geschaffen und barrierefreie Bewegungsräume gestaltet. Durch diese und weitere Projekte des Stadtteilbüros werden das Ehrenamt und Kooperationen zwischen lokalen Akteuren gestärkt sowie pädagogische, soziale und imagewirkende Projekte auf den Weg gebracht.

Bislang realisierte Projekte

Seit 1999 wurde zunächst der Mettenhofer Marktplatz neu gestaltet und später erweitert (Gesamtinvestition: 638.000 Euro). Heute finden hier zweimal in der Woche ein Markt sowie weitere Aktivitäten statt. Die Kulturscheune auf Hof Akkerboom folgte 2001 (Gesamtinvestition: 61.000 Euro). Hier finden heute regelmäßig Kulturveranstaltungen statt. Seit 2002 gibt es in Mettenhof eine Skate-Anlage, für die das Skater-Team Mettenhof die Patenschaft übernommen hat (Gesamtinvestition: 75.000 Euro). Im Jahr 2004 entstand eine Freizeittrasse zwischen Bergenring und Göteborgring, auf der Kinder, Jugendliche und Familien sich ungestört treffen oder spielen können (Gesamtinvestition: 337.000 Euro). Ebenfalls 2004 wurde der Wikingerbummel als Spazierweg, Spiel- und Aufenthaltsfläche neu gestaltet (Agenda-21-Projekt, Gesamtinvestition: 252.000 Euro). Im Jahr danach wurde der Reitplatz des Kinder- und Jugendbauernhofes der Arbeiterwohlfahrt Kiel (AWO) überdacht (Gesamtinvestition: 180.000 Euro). 2006 wurde dann der Wikingerbummel Nord barrierefrei gestaltet (Gesamtinvestition: 128.000 Euro), ebenso wie der Bereich Stockholmstraße/Markplatz (Gesamtinvestition: 95.000 Euro). Im gleichen Jahr erhielt der Hof Akkerboom eine neue Holzwerkstatt (Gesamtinvestition: 50.000 Euro). 2008 wurde das Backhaus des Hofes neu hergerichtet (Gesamtinvestition: 52.000 Euro). Die bislang größte Investition stellt das Bürgerhaus Mettenhof dar. Es dient Stadtteilbewohnern seit November 2008 als Veranstaltungs- und Begegnungsstätte. Trägerin ist die Landeshauptstadt Kiel, betrieben wird die Einrichtung durch die drei Kooperationspartner Kinder- und Jugendhilfe-Verbund gGmbH, Migration e. V. und AWO Kreisverband Kiel e. V. (Gesamtinvestition: 866.000 Euro). 138.000 Euro wurden 2009 für die Schulwegsicherung an sechs Kreuzungsbereichen in Mettenhof eingesetzt. Ein erster Bauabschnitt zur Schulhofumgestaltung der Ganztagsgrundschule und der Förderschule am Göteborgring wurde ebenfalls 2009 abgeschlossen (Gesamtinvestition: 204.000 Euro). Ein weiterer Bauabschnitt folgt Ende 2010.

Bis 2012 geplante Projekte

Voraussichtlich im Juli 2010 wird der Ausbau der Kindertagesstätte Janusz-Korczak-Haus abgeschlossen sein. Hier entstehen durch das Programm "Soziale Stadt" 40 neue Elementarplätze (Gesamtinvestition: 1.778.000 Euro). Im  Laufe des Jahres entsteht parallel der erste Teil des Natur- und Erlebnisraums am Heidenberger Teich in Form eines neuen Freizeit- und Bewegungsparks. Gebaut werden ein neues Sportfeld, ein Allwetterplatz, eine Spielwiese, eine BMX-Bahn, Spielbereiche für Kinder und Jugendliche sowie Freiflächen für Erwachsene (Gesamtinvestition: 574.000 Euro). Bis Ende des Jahres soll das Naturerlebniszimmer auf dem AWO-Kinder- und Jugendbauernhof in Betrieb gehen (Gesamtinvestition: 71.000 Euro). Das Holzhaus mit Pultdach wird unter anderem für Aktionen von Schulen und Kindergärten genutzt werden. Ebenfalls bis Ende des Jahres wird der Straßenraum des Oslorings umgestaltet (Gesamtinvestition: 160.000 Euro) sowie der Aalborgring, Bergenring und ein Bushaltestellenbereich im Jütlandring barrierefrei (Gesamtinvestition: 343.000 Euro). Durch ein neues Wasserspiel, Bänke und Zierkirschen wird der Quartiersplatz am Thorwaldsenpfad aufgewertet (Gesamtinvestition: 251.000 Euro). Der Schulhof der Ganztagsgrundschule und der Förderschule am Göteborgring erhält mit einem zweiten Bauabschnitt  abschließend sein neues Gesicht (Gesamtinvestition: 140.000 Euro). Im kommenden Jahr folgen dem die Schulhöfe der Max-Tau-Schule (Gesamtinvestition: 395.000 Euro) und des Bildungszentrums Mettenhof (BZM) (Gesamtinvestition: 585.000 Euro). Den Abschluss des Städtebauprogramms für Mettenhof bildet dann 2012 der zweite Bauabschnitt des Natur- und Erlebnisraums am Heidenberger Teich (Gesamtinvestition: 990.000 Euro). Mit diesem wichtigen "Leuchtturmprojekt" wird ein Areal im Zentrum Mettenhofs geschaffen, das sich durch eine besondere, vielfältige und attraktive Aufenthaltsqualität für alle Menschen im Stadtteil auszeichnen wird.

Den Auftakt für die Planung des "Natur- und Erlebnisraums Heidenberger Teich" bilden zwei moderierte Werkstattverfahren am 12. und 13. Juni 2010. Am Sonnabend, 12. Juni 2010, treffen sich Schüler, Lehrer sowie Eltern in der Mensa des Bildungszentrums Mettenhof, um Ideen zur Neugestaltung des Schulhofes des BZM zu entwickeln. Am Sonntag, 13. Juni 2010, sind alle Mettenhofer von 10.00 bis 15.30 Uhr eingeladen, um in der Mensa des BZM Mettenhof den neuen Natur- und Erlebnisraum am Heidenberger Teich mitzuplanen. Am Freitag, 18. Juni 2010, werden die Arbeitsergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt.

31.05.2010

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