Kieler Zeitgeschichte im Film - kiel-magazin.de

Anzeige

Kiel Bilder

Kieler Zeitgeschichte im Film

Viele historische Filme über Kiel sind zu interessant, um nur hin und wieder vorgeführt zu werden. Deshalb haben die Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, das Stadtmuseum und das Stadtarchiv eine Video-Reihe mit historischen Filmdokumenten begonnen.

Das fünfte Video der Reihe widmet sich der Kieler Kinogeschichte und zeigt die beiden Filme "Metro - Die Geschichte eines Kinos" von Werner Bag und Thomas Plöger (1990) sowie "Regina Blues - der Kampf um ein Kino" von Helmut Schulzeck (1994). Beide Lichtspieltheater stehen stellvertretend für viele andere in Deutschland, die in den 50er Jahren glanzvoll begründet wurden und in den späten 80ern starben.

Die vierte Veröffentlichung in dieser Reihe zeigt Filme über Kiel im Nationalsozialismus, im Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit. Der Videokassette "Kieler Zeitgeschichte im Film. 1936-1944-1954" ist ein Heft mit Texten des Filmhistorikers Dr. Hauke Lange-Fuchs beigelegt. Dieser beschreibt die Inhalte und die geschichtlichen Hintergründe der drei Filme. Die Kassette mit einer Gesamtlaufzeit von 30 Minuten ist im Kieler Stadtmuseum Warleberger Hof erhältlich.

Die Filme:

Die Kieler Firma Nordmark-Film drehte den Film "Kiel, die Stadt der deutschen Kriegsmarine" (1936) für den Kieler Verkehrs-Verein. Er sollte "im Reich und im Ausland für die Segelolympiade werben" und zeigt daher vor allem sommerliche Bilder der Stadt und ihrer Umgebung. Die touristische Werbung für Olympia steht im Vordergrund, nur selten fließt Propaganda für das NS-Regime in den Kommentar ein. Die Kriegsmarine und Hakenkreuzfahnen werden erst ganz zum Schluss ins Bild gesetzt. Im Januar 1936 erhielt der Film von der Zensur das Prädikat "staatspolitisch wertvoll und volksbildend".

Der Amateurfilm "Terror über Kiel" (1944) des Harburger Kaufmanns Erwin Holsten beschreibt in stummen und zum Teil farbigen Bildern die Zerstörungen des Bombenkriegs in Kiel. Holsten begleitete einen Löschzug der Harburger Feuerwehr nach Kiel und machte Aufnahmen nach einem nächtlichen Luftangriff im Sommer 1944. Dieses für Kiel einzigartige Filmdokument zeigt vor allem die Zerstörungen und Kriegsopfer unter der Zivilbevölkerung.

Bilder von Schleswig-Holstein der Nachkriegszeit zeigt der Film "Heute und vor ein paar Jahren" (1954), den Nordmark-Film im Auftrag der Landesregierung drehte. Dokumentiert werden darin der demokratische Neuaufbau und erste Ansätze des Wirtschaftswunders. Zerstörte Häuser und Fabriken sind ebenso zu sehen wie Schulneubauten und neue Wohnblocks. Realisiert wurde der Film vom selben Team wie der Film von 1936 über "Kiel, die Stadt der deutschen Kriegsmarine".

In der Video-Reihe Historische Filmdokumente sind bisher erschienen:

  • Nr. 1: Kieler Erinnerungstage (1921-1932)
  • Nr. 2: Floret Academia (1965), Farbenfrohe Stadt (1962)
  • Nr. 3: Aufgetaucht. Der Kieler Brandtaucher
  • Nr. 4: Kiel, die Stadt der deutschen Kriegsmarine (1936), Terror über Kiel (1944), Heute und vor ein paar Jahren (1954).
  • Nr. 5: Metro, die Geschichte eines Kinos (1990), Regina Blues - Der Kampf um ein Kino (1994)
  • Nr. 6: Kiel im Bombenkrieg (1939-1945)
  • Nr. 7: 8 Millimeter Kieler Woche

12.08.2009

Anzeige

Anzeige
Anzeige
Anzeige