Kieler Erinnerungstag: Am 18. September 1844 wurde die Eisenbahnstrecke Kiel-Altona in Betrieb genommen - kiel-magazin.de

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Kieler Erinnerungstag: Am 18. September 1844 wurde die Eisenbahnstrecke Kiel-Altona in Betrieb genommen

Die erste Eisenbahn Schleswig-Holsteins setzte sich am 18. September 1844 in Bewegung. Unter Musik und Hurra-Rufen der Menschen begann um 8.00 Uhr die Fahrt in Altona. Drei Sonderzüge waren mit Blumen festlich geschmückt. Auf der Strecke nach Kiel standen überall Menschen und jubelten dem ersten Eisenbahnzug in Schleswig-Holstein zu, auch wenn manche Bauern noch verächtlich sagten: "Ohne Peer? Allns Lögens." Gegen 11.00 Uhr lief der Zug unter Salutschüssen in Kiel ein, wo die offizielle Einweihungsfeier stattfand. Die Bahn erhielt den Namen "König Christian VIII. Ostseebahn".

Die Anregung zum Bau einer Eisenbahn durch Schleswig-Holstein kam 1831 von einem Lübecker Kaufmann, der allerdings die Strecke Hamburg-Lübeck ins Gespräch brachte. 1837 entschied der dänische König Christian VIII., dass, wenn eine Eisenbahn in Schleswig-Holstein entstehen solle, diese von Hamburg oder Altona zur Ostseeküste nach Kiel oder Neustadt verlaufen sollte. Außerdem sollte das Unternehmen nicht auf Staatskosten ausgeführt werden.

In Kiel befürchtete man, dass die Interessen der Stadt bei einer Linienführung nach Neustadt zu kurz kämen. Deshalb wurde am 30. August 1839 eine Versammlung angesehener Personen der Stadt einberufen. Die Kaufleute Brauer, Schweffel, M. T. Schmidt, Grube, die Advokaten Th. Olshausen und Friederici und der Konsul Schröder gründeten ein Komitee zur Förderung des Eisenbahnbaus. In Altona bildete sich 1840 ebenfalls ein Komitee. Beide Gruppen schlossen sich zusammen, um die Realisierung der Strecke Kiel-Altona zu erreichen. Da der dänische Staat den Eisenbahnbau nicht finanzieren wollte, beschloss das vereinigte Komitee, das Vorhaben durch Verkauf von 18.500 Aktien zu je 100 Spezies zu realisieren.

Als erste Stadt zeichnete Kiel 2.000 Aktien, auch Neumünster und Altona beteiligten sich, doch enttäuschte der weitere Verkauf. In dieser Situation reiste der Kieler Professor Franz Hermann Hegewisch zum dänischen König, legte ihm Pläne und Berechnungen vor und schmeichelte ihm: Wenn die Eisenbahn zustande käme, solle sie den Namen "König Christian VIII. Ostseebahn" tragen. Daraufhin erhöhte die dänische Regierung ihren Aktienanteil.

Im März 1843 wurden schließlich die Arbeiten zum Bau der Bahnstrecke aufgenommen. Insgesamt mussten auf der ca. 105 km langen Strecke Altona-Kiel 333 Brücken und Durchlässe gebaut werden. Die Strecke war damals die längste zusammenhängende Bahn in Deutschland. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 45 km pro Stunde, bei Dunkelheit 30 km pro Stunde. Der Personenzug benötigte für die Strecke zwei Stunden und 32 Min. reine Fahrtzeit ohne die Aufenthalte. Auf der Chaussee hatte ein Pferdefuhrwerk zwölf  Stunden gebraucht. Die Bahnstrecke hatte einen glänzenden Erfolg. Schon im ersten Wirtschaftsjahr beförderte die Ostseebahn mehr als 370.000 Personen und 1,2 Mio. Zentner Güter. So gab sie der Kieler Wirtschaft dauerhaft neue Impulse.

17.09.2009

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