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Buchtipp: "Kieler Bilderschatz. Wirklichkeit und Wahrnehmung der Stadt auf alten Photographien" von Jürgen Jensen

Buchtipp: "Kieler Bilderschatz. Wirklichkeit und Wahrnehmung der Stadt auf alten Photographien" von Jürgen Jensen© Landeshauptstadt Kiel

Für Kiels Kulturdezernent Wolfgang Röttgers ist das neue Buch von Jürgen Jensen "Kieler Bilderschatz. Wirklichkeit und Wahrnehmung der Stadt auf alten Photographien" ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Erforschung, Pflege und Förderung der Geschichte der Landeshauptstadt. Röttgers stellte das Buch im Juli 2012 im Kieler Rathaus gemeinsam mit dem Autor sowie Dr. Brigitte Schubert-Riese, der stellvertretenden Vorsitzenden der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, und Bernd Rachuth, Leiter des Boyens-Verlags, vor.

"Wir wollen unseren städtischen "Bilderschatz‘ nicht nur bewahren, sondern auch zugänglich machen. Dieses neue Buch leistet dazu einen wertvollen Beitrag", lobt Kulturdezernent Röttgers. Das Buch umfasst die Überlieferung der 500 Originalfotografien in der Sammlung der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte aus den Anfängen der Fotografie um 1840 bis nach der Jahrhundertwende um 1910. Es bietet durch die Ergänzung aus den Beständen des Kieler Stadtarchivs und der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek zugleich ein – im Wortsinn – anschauliches Abbild vom alten Kiel in der Übergangsphase zur modernen Industriegesellschaft.

Für Wolfgang Röttgers legt das neue Buch Zeugnis ab von den radikalen Veränderungen im Erscheinungsbild Kiels in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, mit denen gesellschaftliche Wandlungen einhergingen. Sie finden ihren Ausdruck in Gestik und Habitus der abgelichteten Personen.

Auch die bedeutende Fotogeschichte Kiels und die Tradition früher Fotografen wird sichtbar: Schon kurz nach der Erfindung der Fotografie (Daguerre 1839) eröffnete Gregor Renard sein Kieler Atelier (1847) und begründete eine bis in die Gegenwart tätige Fotografendynastie, schon bald wechselten weitere bildenden Künstler in das neue Fach, und viele erfolgreiche Fotohäuser bedienten mit ihrer Bildnis- (Porträt) und Landschaftsfotografie ihre Kundschaft der bürgerlichen Gesellschaft, der Marine, aus Handel und Industrie.

Autor Jürgen Jensen stellt zudem die kritische Frage, in wieweit neben der schriftlichen Überlieferung auch Bilder und speziell Fotos wichtige historische Quellen sind, die viel stärker als bisher von den Geschichts- und Geisteswissenschaften beachtet werden müssen. Die Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte hat bereits Kontakt mit Historikern und Volkskundlern der Christian-Albrechts-Universität aufgenommen, um die Kieler Fotogeschichte und die Geschichte der Kieler Fotografen auf der Grundlage des Bilderschatzes und weiterer jüngerer Bestände vertiefend zu erforschen. Ein wichtiger Partner sind dabei auch das Stadtarchiv und das Stadtmuseum.

Wolfgang Röttgers würdigt das kultur- und wissenschaftspolitische Engagement der Geschichtsgesellschaft, das sehr bedeutsam für eine lebendige Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit sei. Er kündigte eine intensive Zusammenarbeit mit dem Geschichtsverein an. Eines der vielen möglichen Kooperationsfeldern seien die Vorbereitungen für den 100. Jahrestag der Novemberrevolution von 1918 im Jahr 2018.

12.07.2012

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