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Friedhöfe in Kiel

Seit dem 15./16. Jahrhundert wird die Ruhestätten der Toten Friedhof, abgeleitet vom althochdeutschen frithof, genannt. Ungefähr 6.000 Jahre v. Chr. wurden die ersten Grabstätten in Europa errichtet. Sie dienen den Angehörigen, sich mit einem Ritual von den Verstorbenen zu verabschieden und sich an den Grabstätten an sie zu erinnern. (Text Tobias Müller)

Friedhöfe des ev.-luth. Kirchenkreises Kiel:

Parkfriedhof Eichhof
Südfriedhof
Friedhof Elmschenhagen
Friedhof Neumühlen-Dietrichsdorf
Friedhof Pries
Friedhof Friedrichsort
Friedhof Holtenau

Städtische Friedhöfe:

Nordfriedhof
Ostfriedhof
Alter und Neuer Urnenfriedhof
Friedhof Russee
Friedhof Meimersdorf
Islamischer Friedhof
Der Kieler Tierfriedhof


Parkfriedhof EichhofParkfriedhof Eichhof
Haupteingang: Eichhofstraße
Friedhofsverwaltung und gleichzeitig Sitz der Zentralen Friedhofsverwaltung: 24116 Kiel, Eichhofstraße 56
Telefon 04 31/2 40 25 00, Fax 04 31/2 40 25 16
E-Mail info@friedhof-kiel.de

Der größte Friedhof Schleswig-Holsteins ist sowohl aus künstlerischer, als auch aus historischer Sicht von größtem Wert. Er wurde im Jahre 1898 im Stil englischer Landschaftsgärten nach den Plänen von Gartenarchitekt Egon Petzke angelegt. Das Gelände von über 20 ha gehörte zum Bauernhof Eichhof. Es wurde von der Kirche abgekauft und dann zu einem Friedhof umgestaltet. Probst Wilhelm Becker weihte den Friedhof schließlich am 5. Juli 1900 ein. Die Kapelle wurde im Dezember desselben Jahres fertig gestellt und hat seit ihrem Wiederaufbau nach ihrer Zerstörung 1945 seit 1951 ihre heutige Form. Seit der ersten Erweiterung 1912 hat sich die Fläche bis heute auf 40 ha verdoppelt.

Der Parkfriedhof Eichhof zählt zu den schönsten und pflanzenreichsten Friedhöfen Europas. 430 verschiedene Gehölze, rund 80 Singvogelarten und verschiedene Baumarten tragen dazu bei, dass die Anlage Friedhof und Park zugleich ist und lädt somit zu Spaziergängen ein.

Seit 1900 wurden ungefähr 90.000 Menschen auf dem Friedhof beigesetzt. Darunter auch 1.418 Kriegstote. In Gedenken an die Heimatvertriebenen und Bombenopfer gibt es besondere Gedenkstätten.


Südfriedhof
Haupteingang: Saarbrückenstraße
Friedhofsverwaltung: 24114 Kiel, Saarbrückenstraße 1
Telefon 04 31/2 40 25 30, Fax 04 31/2 40 25 16
E-Mail friedhof.kkkiel@kirnet.de

Der Südfriedhof umfasst eine Fläche von rund 13 ha und steht seit 1995 unter Denkmalschutz. Mit seiner Eröffnung im Jahre 1869 ist er der älteste Stadtfriedhof Kiels. Da scheint es fast selbstverständlich, dass der niederdeutsche Dichter und Ehrenbürger der Stadt Kiel – Klaus Groth – hier 1899 seine letzte Ruhe gefunden hat. Eine weitere Besonderheit ist die Grabstätte der Familie Lass, die von Edvard Eriksen, dem Schöpfer der kleinen Meerjungfrau in Kopenhagen, gestaltet wurde.

Aufgrund seiner parkartigen Gestaltung wird er als die "grüne Lunge" Kiels bezeichnet. Der künstlich geschaffene Kappelenberg am Eingang ist einmalig in Schleswig-Holstein.


Friedhof Elmschenhagen
Haupteingang: Elmschenhagener Allee
Friedhofsverwaltung: 24146 Kiel, Elmschenhagener Allee 4
Telefon 04 31/2 40 25 60, Fax 04 31/2 40 25 16
E-Mail friedhof.kkkiel@kirnet.de

Seit 1327gibt es an der alten Maria-Magdalenen-Kirche einen "Gottesacker", auf dem die Verstorbenen von Elmschenhagen beigesetzt wurden. Nach dem Umbau der Maria-Magdalenen-Kirche entstand 1872 der neue Kirchhof, der heutige Friedhof Elmschenhagen. Eine Sammlung der Grabsteine des alten Friedhofs ist noch heute neben der Friedhofskapelle zu besichtigen.

Auffällig sind die Gräber der Sinti und Roma. Sie sind geschmückt mit viel frischen Blumenschmuck und brennenden Lebenslichtern.


Friedhof Neumühlen-Dietrichsdorf
Haupteingang: Friedhofstraße
Friedhofsverwaltung: 24149 Kiel, Friedhofstraße 44
Telefon 04 31/240 25 40, Fax 04 31/2 40 25 16
E-Mail friedhof.kkkiel@kirnet.de

Nach 15jähriger Planung wurde der Friedhof Neumühlen-Dietrichsdorf am 24.11.1907 (Ewigkeitssonntag) eröffnet. Die Gemeinde war aufgrund des Ausbaus der Werft auf dem Kieler Ostufer gewachsen, sodass ein neuer, großer Friedhof notwendig wurde. Bis zur endgültigen Fertigstellung mit Leichenhalle, einem Andachtsraum und einer Wohnung für den Friedhofsverwalter dauerte es aber noch 20 Jahre.

Schon beim Betreten des Geländes erinnert ein Denkmal an die Gefallenen des ersten Weltkriegs. Auch die Friedhofskapelle in neugotischer Form befindet sich im Eingangsbereich des Friedhofs.

Mit einer vielseitigen Flora und Fauna und gewundenen Wegen wird der Friedhof auch gern als Park für Spaziergänge genutzt.


Friedhof Pries
Haupteingang: Brammerkamp
Friedhofsverwaltung: 24159 Kiel, Brammerkamp 14
Telefon 04 31/2 40 25 50, Fax 04 31/2 40 25 16
E-Mail friedhof.kkkiel@kirnet.de

Trotz der Erweiterungen in den 60er- und 70er-Jahren hat der Friedhof Pries seinen dörflichen Charakter aus seinem Gründungsjahr 1910 behalten. Trauerfeiern finden in der Kirche "Zum Guten Hirten" statt, da der Friedhof Pries selbst keine Kapelle hat. Die Anwohner und Angehörigen schätzen die helle, lichte Weite der Anlage und nutzen sie für Spaziergänge und intensive Grabpflege.


Friedhof Friedrichsort
Haupteingang: Falkensteiner Straße
Friedhofsverwaltung: 24159 Kiel,  Brammerkamp 14
Telefon 04 31/24 02-5 50, Fax 04 31/24 02-5 16
E-Mail: friedhof.kkkiel@kirnet.de

Zwischen 1632 und 1643 wurde die Festung Friedrichsort errichtet. Zeitgleich wurde der Friedhof angelegt. Somit ist dieser der älteste Friedhof Kiels. Während der preußisch-deutschen Zeit wurde er größtenteils für Angehörige der Marine genutzt, wurde dann aber 1948 als Gemeindefriedhof der Ev.-Luth. Kirchengemeinde übertragen.

In den 60er-Jahren verlor der Friedhof immer mehr an Bedeutung und wurde vernachlässigt. Die Kapelle musste deshalb aufgrund von Einsturzgefahr 1999 abgerissen werden.


Friedhof HoltenauFriedhof Holtenau
Friedhofsverwaltung: 24159 Kiel, Brammerkamp 14
Telefon 04 31/2 40 25 50, Fax 04 31/2 40 25 16
E-Mail friedhof.kkkiel@kirnet.de

Zwei Jahre nach Errichtung der Dankeskirche 1897 wurde der angrenzende Friedhof Holtenau am 28.11.1899 eingeweiht. Nach der Erweiterung 1923 streckt sich der Friedhof auf 3,7 ha und hat eine lineare Form. Am Hauptweg befinden sich Kissensteine mit den Namen der Gefallenen im ersten Weltkrieg. An die Gefallenen des zweiten Weltkriegs erinnert ein Obelisk. Für Trauerfeiern wird meist die angrenzende Dankeskirche genutzt, die zur Erinnerung an den erfolgreichen Bau des Kanals 1897 errichtet wurde.


Nordfriedhof
Ansprechpartner: Friedhofsmeister Frank Wunder
24118 Kiel, Westring 481
Telefon 04 31/80 21 06, Fax 04 31/8 59 57
E-Mail Frank.Wunder@kiel.de

Der größte Kieler Stadtfriedhof wurde 1878 auf dem Gebiet der ehemaligen Schießstände errichtet. Der Eingang wird von der im selben Jahr erbauten gelben Backsteinkapelle geprägt. 1961 wurde er der Stadt Kiel überschrieben. Die Bedeutung der Stadt Kiel als Marinestützpunkt wird durch die vielen Soldatengräber unterstützt. Seit 1952 gehört der "Kiel War Cemetery" unter britischer Verwaltung zum Gelände dazu. Der "Kiel War Cemetery" bietet vor allem für Angehörige der Royal Airforce ihre letzte Ruhestätte. Mit seinen kleinen Alleen und einem alten Gehölzbestand trägt der Friedhof zum Grünflächensystem Kiels bei.

Im westlichen Teil des Nordfriedhofs liegt der der British Commonwealth War Cemetery. Rund 1.400 gefallene Soldaten aus dem British Commonwealth finden auf dem ca. 1 ha großen Gelände ihre letzte Ruhe. Es sind Soldaten aus Kanada, Großbritannien, Polen, Neuseeland und Australien. Sie kämpften zum größten Teil für die Royal Airforce im zweiten Weltkrieg und sind in Norddeutschland gefallen.

In die aus englischem Sandstein gefertigten Grabsteine sind der Name, der Rang, das Alter, das Todesdatum und das Truppenemblem gemeißelt. Auf einigen Steinen sind zudem Sinnessprüche der Angehörigen zu finden. Die Verwaltung liegt bei der "Commonwealth War Graves Commission", die weltweit Soldatenfriedhöfe unterhält. Auffällig für das Gelände sind die Ehrenhalle im klassizistischen Stil und das "Cross of sacrifice". Eine kleine Nische in der Ehrenhalle enthält ein DIN-A-4 Heft mit dem Titel "The War Dead Of The British Commonwealth And Empire". Hier sind alle Namen der Bestatteten mit ihren Kenndaten aufgelistet.


Ostfriedhof
Ansprechpartner: Friedhofsmeister Carsten Steffens
24148 Kiel, Klausdorfer Weg 277
Telefon/Fax 04 31/72 44 33
E-Mail Carsten.Steffens@kiel.de

1909 wurde der Ostfriedhof für die Gemeinden Wellingdorf und Ellerbek angelegt. Das Gelände liegt an der Stadtgrenze und wurde 1940 von der Stadt Kiel übernommen. Zwei Alleen bilden den Hauptweg vom Eingang zur Friedhofskapelle. Hinter der Kapelle befindet sich ein unregelmäßiges Wegenetz mit vielen neuen Urnenfeldern. Die Kapelle mit ihrem auffälligen Glockenturm, der räumlich von der Kapelle getrennt ist, wurde 1952 gebaut.

Das Friedhofsgelände ist nur entlang des Hauptweges vom Eingang bis zur Kapelle mit Genehmigung der Friedhofsverwaltung mit privaten PKW befahrbar. Die Genehmigung wird in der Verwaltung auf dem Ostfriedhof erteilt.


Alter und Neuer Urnenfriedhof
Ansprechpartner: Jörg Hantelmann
24116 Kiel, Eichhofstrße 48a
Telefon 04 31/5 45 71 34, Fax 04 31/5 45 71 33
E-Mail joerg.hantelmann@kiel.de

Im Zuge des Baus des Krematoriums wurde zwischen 1914 und 1916 der alte Urnenfriedhof errichtet. Das heutige Gelände gleicht jedoch viel mehr einem Park, da nur noch wenige Gräber in Krematoriumsnähe vorhanden sind. Eine Pelikan-Skulptur von Erich Schmidt-Kabul aus dem Jahr 1949 prägt das Bild des Friedhofs.

Die Anfrage nach Urnengräbern stieg an, doch waren die Erweiterungsmöglichkeiten des alten Friedhofs erschöpft. So wurde 1974 der neue Urnenfriedhof auf dem ehemaligen Gelände des Gartenparks eröffnet.


Friedhof Russee
Ansprechpartner: Friedhofsmeister Carsten Steffens
24111 Kiel, Rendsburger Landstraße 447
Telefon/Fax 04 31/69 79 67
E-Mail Carsten.Steffens@kiel.de

Den Ursprung für das Errichten des Friedhofs war eine Landschenkung des Lehrers Johann Heuk im Jahre 1925 mit der Anordnung, auf dem Gelände einen Friedhof anzulegen. Erst 1965 wurde die Friedhofskapelle gebaut, sodass die Trauerfeiern zuvor direkt vor der Leichenhalle durchgeführt wurden.

Aufgrund der Gebietsreform von 1970 wurde der Friedhof der Stadt übergeben. Heute formen Rasenwege und weitläufige Gehölzflächen das Gesamtbild der Anlage.


Friedhof Meimersdorf
Ansprechpartner: Friedhofsmeister Carsten Steffens
24145 Kiel, Busdorfer Weg 24
Telefon/Fax 04 31/72 44 33
E-Mail Carsten.Steffens@kiel.de

Der Meimersdorfer Friedhof ist mit seinen sehr großen Familiengräbern und der kreuzförmigen Anordnung des Hauptweges ein einmaliges Zeugnis längst vergangener Bestattungskultur. Das Erscheinungsbild ist geprägt von der Strauch- und Heckenbepflanzung. Während der Friedhof 1902 eingeweiht wurde, wurde erst 1950 die Kapelle gebaut. Zum 100. Jubiläum des Friedhofs wurde ein Kapellengarten mit vielen Blumen und Heilkräutern angebaut und lädt nun mit Ruhebänken zum Innehalten ein.


Islamischer Friedhof
Ansprechpartner: Friedhofsmeister Carsten Steffens
24148 Kiel, Klausdorfer Weg 277
Telefon/Fax 04 31/72 44 33
E-Mail Carsten.Steffens@kiel.de

Seit dem 26. November 2000 müssen die rund 10.000 Menschen muslimischen Glaubens in Kiel für die Bestattung ihrer verstorbenen Angehörigen keine hohen Überführungsgebühren mehr zahlen. Auf Antrag der Interessenvertretung für ausländische Einwohner stellte die Stadt ein 1.000 m² großes Areal des Ostfriedhofs zur Verfügung. Ein Imam überprüfte die perfekte Ausrichtung des Grabfeldes in Richtung Mekka, sodass im Juli 2000 mit dem Bau des Friedhofs begonnen werden konnte.


Der Kieler TierfriedhofDer Kieler Tierfriedhof
Ansprechpartner:
Jörg Hantelmann
24116 Kiel, Eichhofstr. 48a
Telefon 04 31/5 45 71 34, Fax 04 31/5 45 71 33
E-Mail: joerg.hantelmann@kiel.de
Notfallnummer: 01 70/7 98 58 03
Die Notfallnummer erreichen Sie Mo-Mi 15.00 bis 18.00 Uhr, Do 15.30 bis 18.00 Uhr, Fr 13.00 bis 18.00 Uhr, Sa/So 10.00 bis 12.00 Uhr

Seit September 2004 haben Tierliebhaber in Kiel und Umgebung ihre verstorbenen Lieblinge würdig zu bestatten. Auf einem an den alten Urnenfriedhof grenzenden Gebiet können die verstorbenen Tiere beerdigt werden. Allerdings gibt es keine Kennzeichnung der Gräber und Blumen können nur an den dafür vorgesehenen Stellen abgelegt werden. Es gibt drei verschiedene Größen, die auf dem Friedhof bestattet werden: Kleintiere (Grabfeld "Hansi"), Katzen sowie kleine bis mittelgroße Hunde (Grabfeld "Minka"), große Hunde (Grabfeld "Lassie"). Die Preise für die Bestattungen liegen bei Kleintieren zwischen 10,- bis 25,- Euro, bei mittelgroßen zwischen 70,- bis 140,- Euro und zwischen 100,– bis 235,– Euro für große Tiere.


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