| Stadtführer Kiel |
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Buchtipp: Alt-Kiel
und die Kieler Altstadt
Verlag Boyens & Co., 112 Seiten, Euro 12,40
Der Autor Jürgen Jensen, unter anderem Direktor des Kieler
Stadt- und Schifffahrtsmuseums, beschreibt die jüngste
Stadtgeschichte Kiels anhand von eher unbekannten historischen
Ansichten. Seine unterhaltsamen Beschreibungen werden durch
zahlreiche Abbildungen ergänzt. Jetzt
direkt hier bestellen.
Geschichte
Was sich heute als Kieler
Altstadt darstellt, das war vor knapp 800 Jahren nur ein
flacher Moränenhügel, der sich als natürliche Halbinsel im
Schutz einer tiefen Meeresbucht zur Gründung einer Stadt
anbot.Ihre Anlage durch Graf Adolf IV.
von Schauenburg erfolgte planmäßig nach dem damals üblichen
Muster: Der Markt im Zentrum wurde in ein
Parallelstraßenkreuz gelegt und daneben der Platz für die
Stadtkirche St. Nikolai abgeteilt. Die Burg schützte den
Landzugang im Nordosten. Mit Rathaus, Nikolaikirche,
Franziskanerkloster und Hospital entwickelte sich nach und
nach die Bebauung, die bis ins 16. Jahrhundert von einem
Stadtmauerring umgeben war. Noch nach 600 Jahren hatte sich
kaum etwas an dem Erscheinungsbild der kleinen, nach wie vor
mittelalterlich geprägten Hafen-, Universitäts- und
Beamtenstadt mit winkligen Fachwerkhäusern und Buden,
großbürgerlichen Giebelhäusern und eindrucksvollen
Adelsresidenzen in der malerischen Innenstadt geändert. Diese geruhsame Entwicklung endete erst 1865, als Kiel
preußische Flottenstation, dann Reichskriegshafen und damit
eine Marine- und Werftindustriestadt von großstädtischen
Ausmaßen wurde. Die Stadt erlebte ein
"amerikanisches" Bevölkerungswachstum. Der
ungehemmte Bauboom ging einher mit einer kontinuierlichen
Beseitigung der historischen Altstadt. In den 50 Jahren vor
dem Bombenkrieg von 1940-1945 sind mehr alte Häuser des 16.
bis 18. Jahrhunderts zerstört worden als in den Kriegsjahren
selbst. Und was die Luftangriffe nicht in Schutt und Trümmer
gelegt hatten, fiel dem Neuaufbau der Nachkriegsjahre zum
Opfer. Die Modernisierung dauert bis heute fort. Von der historischen Bebauung
der Altstadt sind nur noch Teile der Nikolaikirche, Reste des
Klosters und des alten Rathauses sowie der Warleberger Hof und
der "Rantzaubau" des Schlosses erhalten.
Alter Markt
Das Straßensystem der Gründerstadt, nämlich das
Parallelstraßenkreuz mit dem Marktplatz in der Mitte, blieb
weitgehend erhalten. Sonst erinnert heute wenig an den alten
Platz. 1971/72 errichtete Pavillons aus Glas mit
heruntergezogenen Kupferdächern verstellen ihn, und die
abgesenkte Mitte ist nur über Treppen und Rampen zugänglich. Schuhmacherstraße
Schuhmacher- und Flämische Straße hinter der Nikolaikirche
gehörten einst zu den wichtigsten Straßen Kiels, verbanden
sie doch den Hafen mit dem Markt. Bei freiem Blick auf die
Förde kündeten stattliche Bürgerhäuser vom Wohlstand ihrer
Bewohner. Heute wird ein Spaziergänger diese modernen
Straßen durchqueren, wenn er die "Küste" mit dem
erotischen Vergnügungsangebot einer Hafenstadt oder die
Anlegebrücken der Fördedampfer ansteuern will. Von hier
sieht man auch die luxuriösen Kreuzfahrer sowie die großen
Fährschiffe, die täglich von und nach Skandinavien verkehren
und Kiel zum größten deutschen Passagierhafen gemacht haben. Schlossstraße
Die Schlossstraße verbindet den Markt mit dem Schlossbezirk. Dänische
Straße
Die Dänische Straße, einzige Straße mit Altstadt-Flair,
besitzt eine vergleichsweise einheitliche Bebauung. Hier
versammeln sich die meisten denkmalwürdigen Häuser. Hier
steht ein Brunnen mit der bronzenen
Stadtgöttin Kilia. Diese trägt Mauerkrönchen, Lorbeerkranz und Ruder
als Symbol kluger Staatsführung.

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