Containerumschlag von Kiel nach Hamburg: Volle Autobahnen sorgen für Umschwung auf den Wasserweg - kiel-magazin.de

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Containerumschlag von Kiel nach Hamburg: Volle Autobahnen sorgen für Umschwung auf den Wasserweg

ContainerschiffRiesige Containerschiffe bringen ihre Ladung nach Kiel. Foto: https://pixabay.com/de/users/tassilo111-80733/

Ein Blick auf die Liste der zurückliegenden Verkehrsmeldungen der A7 zwischen Kiel und Hamburg zeigt, dass Autofahrer in der Vergangenheit sehr, sehr viel Geduld haben mussten. Der Ausbau der Strecke führte immer wieder zu Teil- und Vollsperrungen. Weiträumige Umleitungen sorgten für immensen Zeitverlust und höhere Betriebskosten. Unterm Strich bezahlen Händler und Spediteure dafür. Die einen, weil geplante Lieferungen unpünktlich eingehen. Die anderen, weil sie weniger Touren pro Monat fahren können und der einzelne Transport am Ende mehr kostet, als ursprünglich kalkuliert. Eine lokale Lösung: Die Nutzung des Nord-Ostseekanals zwischen Kiel und Hamburg.

Die Teilstrecke der A7 zwischen Kiel und Hamburg ist nicht das einzige Problem. Volle Autobahnen zwingen generell zum Umdenken.

Der Kieler Hafen: Ostuferhafen baut Kapazitäten aus

Der Kieler Hafen, auch Port auf Kiel genannt, ist ein Containerhafen, der 24 Stunden an 7 Tagen die Woche geöffnet hat. In einer Stunde werden hier 30 Container bewegt. Das bedeutet, dass alle 2 Minuten ein Container auf die Reise geht oder ankommt. Im Kieler Hafen stehen zwei Doppelspreader zur Verfügung, das sind große Krananlagen, die bis zu 140 Tonnen Tragkraft aufweisen.

Der große Vorteil des Kieler Hafens ist seine Lage. Er ist über die Autobahnen gut erreichbar. Zudem ist die Anbindung des Port of Kiel an Nordeuropa (Westschweden, Skandinavien), Russland sowie die baltischen Staaten bereits etabliert. Die Geschäftsbeziehungen sollen noch weiter ausgebaut werden.

Diese Häfen stehen auf dem Linienfahrplan des Port of Kiel:

  • Göteborg, Sundsvall (Schweden)
  • Klaipeda (Litauen)
  • Oslo (Norwegen)
  • St. Petersburg (Russland)

Möglichkeiten für Unternehmen, Container von Kiel nach Hamburg und in die Welt zu versenden Unternehmen der Logistikbranche und Firmen, die Logistikdienste beauftragen, sollten den Versand per Schiffscontainer ins Kalkül ziehen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Waren per Container auf den Weg zu bringen.

  • Container mieten
  • Container leasen
  • Container kaufen

Je nachdem, welche Zielsetzung Unternehmen verfolgen, kommt eine der genannten Möglichkeiten in Frage. Am besten lassen sich Firmen von Profis beraten, um den geeigneten Container für ihre Zwecke zu finden. Die Spezialisten von Braun Container bieten unter https://www.braun-container.de/ einen informativen Überblick über die unterschiedlichen Modelle.

Hier ein kleiner Ausschnitt:

Seecontainer

Seecontainer, auch Baucontainer, Standardcontainer oder Lagercontainer genannt, gibt es in unterschiedlichen Güteklassen und Ausführungen. Der 10-Fuß-Seecontainer bietet ein Bruttovolumen von 15,76 m³ und ist die kleinste Variante. Der 20-Fuß-Seecontainer fasst 33,2 m³, der 40-Fuß-Seecontainer 67,7 m³ und der 40-Fuß-Seecontainer High Cube ganze 76,4 m³.

Spezialcontainer

Spezialcontainer weisen besondere Features auf. Es gibt Spezialcontainer mit einem abnehmbaren Dach, mit extra Klapptüren oder Doppeltüren. Sie sind dazu geeignet, besonders sperrige oder empfindliche Waren und Güter zu transportieren. Sie sind zum Beispiel für Schüttgut geeignet, werden zum Möbeltransport genutzt oder weisen isolierte Wände auf, um das innenliegende Gut vor starken Temperaturschwankungen zu schützen.

Kühlcontainer

Kühlcontainer sind speziell für den Versand von gekühlten Waren konzipiert. Je nach Ausführung bedienen sie einen Temperaturbereich zwischen -65 °C und +30 °C. Auch Kühlcontainer gibt es in unterschiedlichen Größen zwischen 10 Fuß und 40 Fuß (High Cube).

Tanks

Neben den bereits genannten Containervarianten ist auch der Versand von flüssigen und gasförmigen Waren vom Kieler Hafen aus kein Problem. Spezielle Tankcontainer sind dazu geeignet, Flüssigkeiten und Gase verschiedener Art aufzunehmen. Die speziellen Tanks müssen die entsprechende ISO Norm erfüllen und außerdem allen Vorschriften entsprechen, die bei der Beförderung von Nahrungsmitteln und Chemikalien greifen.

Je nach zu versendende Produkt können ISO-Tankcontainer zusätzlich mit Dampfheizung oder Isolierung ausgestattet werden. Auch Modelle mit Schwallwänden, die das unkontrollierte Schwappen von Flüssigkeiten unterbinden, sind im Einsatz. Unkontrolliertes Schwappen würde dazu führen, dass sich bei Brems- und Anfahrmanövern starke Kräfte entwickeln, die die Verkehrssicherheit beeinträchtigen.

Bei Tankcontainern, die beim An- oder Weitertransport mit dem Lkw befördert werden, sind Schwallwände auf deutschen Straßen Vorschrift, z. B. bei Containern mit einem Fassungsvermögen ab 7.500 Litern. Unter www.bgl-ev.de liefert der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. umfassende Standardhandbücher für die Ladungssicherung. Dort sind auch Einzelheiten zur Sicherung von Flüssigtransporten zu finden.

Vom Zug auf das Transportschiff – Container sind variabel transportierbar. Foto https://pixabay.com/de/users/tassilo111-80733/
Vom Zug auf das Transportschiff – Container sind variabel transportierbar. Foto https://pixabay.com/de/users/tassilo111-80733/

Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) und ISO 668

Die IMO hat die Anforderungen an Seeschiffcontainer in der ISO 668 präzisiert. Wer sich zum Kauf eines Containers entscheidet, sollte sich deshalb vorab über die einzelnen Vorgaben Informieren. Unter www.schiffsansagedienst-cuxhaven.de ist ein kleiner Ausschnitt der kostenpflichtigen ISO 668 bebildert dargestellt.

Zubehör und Ersatzteile für Container

Kaufen Unternehmen einen Container, können sie beim Containerspezialisten nötiges Zubehör erwerben. Containerrampen und Schlösser, Regale und Kühlmaschinen sind genauso verfügbar, wie spezielle Stapelsicherungssystemen. Geht einmal etwas kaputt, sind Ersatzteile ebenfalls beschaffbar.

Containerversand zwischen Kiel und Hamburg auf dem Wasserweg

So regelmäßig wie die Linienschiffe zwischen Kiel und dem Ausland verkehren, ist der Wasserweg zwischen Kiel und Hamburg nicht frequentiert. Innerhalb der ersten drei Quartale 2017 fuhren insgesamt 8 Containertransporte nach Hamburg. Im Schnitt geht also alle 4 bis 5 Wochen ein Schubverband auf die Reise. Zum Einsatz kam dabei bislang der Schlepper „Vincent“ der Reederei Lauk aus Hamburg. Es handelt sich um einen Schubschlepper, der für den Transport von Containern ausgelegt ist. Für Unternehmen, deren Warenversand lange im Voraus feststeht, ist der Wasserweg zwischen Kiel und Hamburg aufgrund der Planungssicherheit durchaus interessant.

Kombiverkehr: Zug + Wasserweg

Zusätzlich zur Anbindung an die Autobahnen in Schleswig-Holstein besteht die Möglichkeit, über Zugverbindungen Trailer aufs Schiff zu setzen und umgekehrt. Von Kiel aus läuft der Versand innerhalb Deutschlands und weltweit. Kiel hat den kombinierten Verkehr stark ausgebaut, um den Verkehr auf die Schiene zu verlagern. 2017 sollen 30.000 Container und Trailer im Ostuferhafen verladen werden. Das Wachstum des Port of Kiel ist unübersehbar. Der Zuwachs liegt zum Quartalsabschluss 09.2017 bei knapp 18 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Vom Zug auf das Transportschiff – Container sind variabel transportierbar. Foto https://pixabay.com/de/users/matuska-1260123/
Vom Zug auf das Transportschiff – Container sind variabel transportierbar. Foto https://pixabay.com/de/users/matuska-1260123/

Kieler Hafen: Basisstation für Kreuzfahrtreisende

Wer den Kieler Hafen als Tourist erleben will, der kann sich die ankommenden und auslaufenden Passagierschiffe ansehen. Manche von ihnen haben eine Länge von fast 350 Metern und bieten ein beeindruckendes Schauspiel. Jedes Jahr starten über 450.000 Passagiere ihre Reise vom Port of Kiel. Damit belegt der Hafen Rang drei auf der Liste der Reisewechselhäfen in Nordeuropa.

14.12.2017

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