So nutzen Sie Ihre Zeit als Berufspendler - kiel-magazin.de

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Verkehr

So nutzen Sie Ihre Zeit als Berufspendler

Etwa 22 Prozent aller Berufstätigen haben einen Fahrtweg zwischen 30 und 60 Minuten. Fünf Prozent sind sogar noch länger unterwegs. Diese Zeit wird in der Regel nicht bezahlt – umsonst muss sie deswegen noch lange nicht sein.

Auto oder Zug? Nicht jeder Berufspendler hat das Glück, zwischen diesen Optionen wählen zu können. Wenn Sie zum Beispiel auf dem Land leben und eine schlechte Bahnanbindung haben, müssen Sie notgedrungen mit dem Auto fahren. Wenn Sie in der Stadt wohnen oder Ihr Ort eine gute Verkehrsanbindung hat, haben Sie die Wahl. Bei der Entscheidung für ein bestimmtes Verkehrsmittel sind sowohl finanzielle Interessen und persönliche Vorlieben entscheidend.

Welches Beförderungsmittel ist besser: Auto oder Bahn?

Auch wenn die Monatskarte ein nicht unerheblicher finanzieller Faktor ist, ist die Fahrt mit dem Zug deutlich günstiger als ein Auto – denn dabei müssen Sie nicht nur das Benzin in Rechnung stellen. Das Auto verlangt regelmäßig nach einer Inspektion, und selbst eine geringfügige Reparatur kostet häufig mehrere hundert Euro. Der Vorteil eines Autos ist, dass es Ihnen Unabhängigkeit gibt. Wenn es in der Arbeit einmal später wird, müssen Sie nicht lange auf den nächsten Zug warten. Sie können kommen und gehen, wie Sie (oder Ihr Chef) es wünschen.

Beim Zug hingegen entscheidet die Bahn zumindest mit, wann Sie beginnen und wann Sie spätestens mit der Arbeit aufhören müssen. Meist sind Sie mit der Bahn länger unterwegs. Das gilt aber nicht in jedem Fall. Sollten Sie jeden Tag in eine Großstadt fahren, kann es sein, dass die Zeit im Stau zu den Stoßzeiten Ihre Anfahrt insgesamt länger werden lässt, als die Fahrt mit der U-Bahn.

Die Zeit in der Bahn sinnvoll nutzen

Wer täglich eine Stunde oder länger in der Bahn sitzt, hat den Vorteil gegenüber dem Auto, dass er diese Zeit sinnvoll nutzen kann. Möglichkeiten gibt es viele: 

  • Zeitung lesen: So halten Sie sich täglich auf dem Laufenden und starten informiert in den Tag. Manchmal ist das im engen Zugabteil oder im Sitz ein wenig unbequem. Sie können sich die aktuelle Zeitung auch auf ein Tablett laden. Für eine Bahnfahrt ist das praktischer.
  • Ein gutes Buch lesen: Viele Literaturfreunde empfinden die Zeit im Zug als sehr angenehm, denn sie kommen endlich mehr zum Lesen. Auch hier sind E-Reader für Pendler sehr praktisch.
  • Musik hören: Sie haben sicherlich ein Handy. Speichern Sie Ihre Lieblingsmusik auf der internen Speicherkarte. Auch Podcast, Vorträge und Hörbücher bieten sich an. Je nach Laune können Sie so die Zeit nutzen, um zu entspannen oder um sich weiterzubilden.
  • Filme ansehen: Immer mehr Menschen sitzen mit dem Tablet im Zug und schauen sich einen Film an. Dieser befindet sich meist auf der Speicherkarte. Falls Sie mit einem ICE mit Wi-Fi fahren, können Sie sich den Film auch streamen.

Alternativ können Sie Ihre Reisezeit natürlich auch nutzen, um zu arbeiten. Auch wenn Ihnen nicht so viel Platz zur Verfügung steht wie im Büro, lassen sich viele Arbeiten so erledigen. Nehmen Sie Ihren Laptop mit und arbeiten Sie die E-Mails des letzten Tages ab, schreiben Sie Berichte oder übertragen Sie Zahlen in Tabellen. Suchen Sie sich möglichst ein Zugabteil, bei dem Sie einen Tisch zur Verfügung haben. Bei ICEs ist das immer der Fall, doch auch einige Regionalbahnen sind entsprechend ausgestattet.

Selbstverständlich können Sie sich einfach eine Schlafmaske kaufen und die Zeit für einen kleinen Erholungs-Schlaf nutzen. Denken Sie dabei nur daran, sich Ihr Handy als Wecker zu stellen, damit Sie die Haltestelle nicht verschlafen.

Ab wann lohnt sich das Pendeln?

Deutschland ist die "Republik der Pendler", wie es dieser Artikel formuliert: 17 Millionen Pendler gibt es laut aktuellen Statistiken. Das Pendlerdasein ist also nichts Außergewöhnliches. Dennoch stellt sich wohl Jeder früher oder später die Frage, ob es nicht besser wäre, sich eine Wohnung direkt am Arbeitsplatz zu suchen. Ab wann das sinnvoll ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. Bei manchen Verbindungen lassen sich 80 Kilometer in einer halben Stunde bewältigten. Manchmal benötigt der Pendler die gleiche Zeit schon für 20 Kilometer. Auch die verhältnismäßig lange Strecke von Kiel bis nach Hamburg wird von nicht wenigen Pendlern bewältigt, um die lukrativen Stellenangebote der Hansestadt zu nutzen.

Bevor man einen Umzug in Erwägung zieht, sollten zunächst die Kosten genau abgewogen werden. Auch die gesparte Zeit spielt selbstverständlich eine Rolle. Wenn Sie Familie haben, fällt die Rechnung meist noch schwerer: Einerseits spart man Zeit und hat so mehr Zeit für die Familie. Andererseits ist ein Umzug mit Kindern meist noch schwerer, da diese sich an eine neue Umgebung und Schule gewöhnen müssen. Ein großer Faktor ist zudem die eigene Verbundenheit mit dem Wohnort.

All diese Faktoren sind sehr individuell und lassen sich deshalb schwer in eine pragmatische Kosten-Nutzen-Rechnung übertragen. Ab wann sich Pendeln (nicht mehr) lohnt, ist daher vor allem die Frage, mit welchem Modell sich eine höhere Lebensqualität erreichen lässt.

30.11.2016

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