"Leuchttürme" für die Mobilität in Kiel - kiel-magazin.de

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Verkehr

"Leuchttürme" für die Mobilität in Kiel

Es gibt keine Anzeichn für eine Straßenbahn, © www.kiel-magazin.deEs gibt keine Anzeichn für eine Straßenbahn, © www.kiel-magazin.de

Nicht nur die Schadstoffe in der Luft an manchen Straßen sorgen dafür, dass sich die Stadt immer wieder Überlegung zur Mobilität in Kiel macht. Da Kiel immer weiter wächst, muss auch die Verkehrsinfrastruktur mitwachsen – und das eröffnet auch Möglichkeiten für ganz neue Konzepte für den Verkehr mit weniger Autos.

Oberbürgermeister Ulf Kämpfer: "Kiel hat gemeinsam mit den Kreisen Plön und Rendsburg-Eckernförde einen Masterplan Mobilität für die KielRegion beschlossen und wir haben den Masterplan 100 % Klimaschutz für Kiel. Das sind langfristige Konzepte, deren Umsetzung Zeit kostet. Aber es sind auch die Grundlagen für eine Mobilitätsstrategie, die wir jetzt starten wollen."

Demnächst werden sich die kommunalpolitischen Gremien bis hin zur Ratsversammlung am Donnerstag, 17. Mai 2018, mit einem 10-Punkte-Programm beschäftigen, das Leuchtturmprojekte für die Mobilität in Kiel aufzählt. Diese zehn Projekte mit besonderer Bedeutung, die auch im Fokus der Öffentlichkeit stehen, haben höchste Priorität und sollen noch in diesem oder im kommenden Jahr umgesetzt werden.

Beispielsweise will das Tiefbauamt das Veloroutennetz um die Fahrradstraße Goethestraße als Premiumroute ergänzen. So wie in den angrenzenden Abschnitten der Premiumradroute in der Hansastraße und in der Sternstraße werden die Radler künftig bevorrechtigt auf der Straße fahren. Auf den Wegen neben der Straße und direkt am Schrevenpark sind dann nur noch Fußgänger unterwegs. Dafür erhält die Goethestraße einen neuen Belag. Die Arbeiten sollen noch im Frühjahr beginnen.

Außerdem wird intensiv weitergebaut an der Veloroute 10, dem Rad-Schnellweg zwischen Hassee und Universität auf einer ehemaligen Gleistrasse. Bis zum Sommer soll der Abschnitt Kronshagener Weg bis Schauenburgerstraße fertig sein, anschließend folgt ebenfalls noch in diesem Jahr der Abschnitt bis zum Christinenweg auf dem Uni-Gelände.

Aber nicht jeder Kieler und nicht jeder Tourist hat ein fahrtüchtiges Rad. Das Tiefbauamt rechnet zwar damit, dass auch in Kiel die Angebote privater Fahrradverleiher ausgebaut werden. Die privaten Verleiher werden aber wohl keine Elektrolastenräder anbieten. Daher will die Stadt allein oder mit einem Betreiber ein Basisangebot von voraussichtlich acht Stationen mit je einem Elektrolastenrad schaffen.

Dem ÖPNV und den Fernbuslinien fehlt in Kiel zurzeit der Zentrale Omnibus-Bahnhof (ZOB). Wenn das neue ZOB-Parkhaus fertig ist, wird dort das Erdgeschoss an der Auguste-Viktoria-Straße für die Busse eingerichtet. Der erste Bauabschnitt des neuen ZOB soll 2019 abgeschlossen sein.

Noch in diesem Jahr werden weitere Bushaltestellen barrierefrei. Die Bauarbeiten für die neuen Haltestellen am Rathausplatz sind bereits in vollem Gange. Außerdem bekommt der Bahnhof Ellerbek eine Mobilitätsstation. Die Mobilitätsstation am Bahnhof Oppendorf wird aufgrund der umfangreichen Arbeiten erst 2019 fertig sein.

Auch anderswo sollen – etwas später – Mobilitätsstationen mit sicheren Fahrradabstellanlagen entstehen, beispielsweise an den Bahnhöfen Suchsdorf und Russee sowie am Rathaus oder am Tilsiter Platz an der Grenze von Wellingdorf und Ellerbek. Viele weitere mögliche Standorte für Mobilitätsstationen werden noch untersucht.

Neu-Meimersdorf ist bereits stark gewachsen und wird noch größer werden. Der ÖPNV wächst mit: Geplant ist eine Verdichtung der Busfahrten auf einen 15-Minuten-Takt im Bereich Groot Steenbusch sowie die Anbindung des Radewischs an den Hauptbahnhof. So wird das Busangebot für Schüler und für Berufspendler verbessert.

Vor allem Forscher am Geomar und Studenten der Fachhochschule, aber auch Einwohner von Wellingdorf und Neumühlen-Dietrichsdorf sowie Touristen profitieren vom ausgebauten Angebot der Fördefährlinie 2. Die Schwentinelinie fährt jetzt – zunächst probeweise – 29 Umläufe statt wie bislang 18. Montags bis freitags startet die Fähre von 6.38 bis 21.38 Uhr alle halbe Stunde an der Reventloubrücke zur Fördequerung.

Nicht auf dem Wasser, aber auf Kiels Straßen werden Passagiere bereits teilweise mit Stromkraft befördert. Vor allem auf der KVG-Linie 11 sind seit Januar zehn weiße Hybridbusse (Elektro/Diesel) unterwegs. Weitere 19 Hybridbusse sollen gekauft werden.

Ab 2019/20 werden die ersten 36 rein elektrisch betriebenen Elektrobusse beschafft. Die städtischen Busbetriebshöfe werden umgebaut, damit sie für Hybridbusse und E-Busse gerüstet sind.

Auch Autos sollen mit Strom fahren. Car-Sharing mit reinen E Fahrzeugen rechnet sich derzeit allerdings noch nicht. Um trotzdem ein Angebot in diesem nachhaltigen Mobilitätssegment zu ermöglichen, will die Landeshauptstadt Kiel ein Grundnetz an Netzanschlüssen im öffentlichen Straßenraum (Mobilitätsstationen, Parkplätze) zur Verfügung stellen.

11.04.2018

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