Fahrradstraßen in Kiel - kiel-magazin.de

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Verkehr

Fahrradstraßen in Kiel

Seit 1997 erlaubt die Straßenverkehrsordnung (StVO) die Einrichtung von Fahrradstraßen. Das sind attraktive Radverkehrsverbindungen in Nebenstraßen. In Kiel gibt es mit der Hansa-, der Gerhard-, der Kolding- und der Flensburger Straße mehrere ausgewiesene Fahrradstraßen. Dort ist die ganze Fahrbahn praktisch ein Radweg. Kraftfahrzeuge sind nur ausnahmsweise zugelassen. Zu diesen Ausnahmen gehören die Fahrzeuge von Anwohnern und Anliegern. Autofahrer müssen ein mäßiges Tempo einhalten, sich also an der Geschwindigkeit der Radfahrer orientieren (höchstens 25 bis 30 km/h).

Radfahrer dürfen nebeneinander fahren. Wenn die Gehwege in den Einmündungen aufgepflastert sind, besteht für Fahrzeuge, die in die Fahrradstraße einbiegen oder sie queren wollen, Wartepflicht. Der Radverkehr auf der Gerhardstraße zum Beispiel ist in weiten Teilen vorfahrtsberechtigt. Ausnahmen gibt es nur bei der Überquerung der Waitzstraße und der Beselerallee.

Geparkt werden darf in Fahrradstraßen nur innerhalb der weißen Linien – damit Rettungsfahrzeuge ungehindert durchkommen.

Velorouten

Velorouten sind extra ausgeschilderte Hauptverbindungen innerhalb des etwa 190 Kilometer langen Radwegenetzes in Kiel. Kenntlich gemacht werden sie mit weißen Schildern und roter (Alltagsrouten) bzw. grüner (Freizeitrouten) Schrift. Sie sollen zügig befahrbar, besonders komfortabel und besonders sicher sein – vor allem an Einmündungen und Kreuzungen. Zu den Velorouten gehören Fahrradstraßen, Tempo-30-Straßen, Schutzstreifen, Radfahrstreifen und Radwege. Radwege im Straßenraum sind die Radfahrstreifen  (Beispiel Feldstraße). Sie sind durch eine durchgezogene Markierungslinie abgeteilt und nur für den Radverkehr zugelassen. Die Mindestbreite soll 1,50 Meter betragen. Eine Alternative dazu, vor allem in engeren Straßen, sind die Schutzstreifen (Beispiel: Jensendamm). Sie werden durch eine unterbrochene Leitlinie kenntlich gemacht und sollen mindestens 1,25 Meter breit sein. Dadurch soll der erforderliche Mindestabstand für Kraftfahrzeuge beim Überholen deutlich gemacht werden. Schutzstreifen dürfen auch von anderen Fahrzeugen befahren werden – wenn eine Gefährdung von Radfahrern ausgeschlossen ist. Radfahrer dürfen sie zum Überholen auch verlassen.

Das Kieler Veloroutenkonzept umfasst elf Strecken mit einer Gesamtlänge von 80 km. In den Velorouten werden vermehrt Fahrradstraßen eingerichtet, in denen das Fahrrad Vorrang vor dem Autoverkehr genießt. in den Fahrradstraßen wurde Großsteinpflaster durch Asphalt ersetzt, um ein komfortables Radfahren zu ermöglichen. Die Bedingungen für Fahrradstraßen sind in vom Gesetzgeber klar gefasst:

  • Die ganze Fahrbahn einer Fahrradstraße ist praktisch ein Radweg.
  • Radfahren soll die Hauptverkehrsart sein.
  • Kraftfahrzeuge sind nur ausnahmsweise zugelassen: Der motorisierte Verkehr soll sich auf Anlieger beschränken.
  • Autofahrer müssen ein "mäßiges" Tempo einhalten. Sie haben sich also an der Geschwindigkeit von Fahrrädern zu orientieren (höchstens 25-30 km/h).
  • Radfahrer dürfen auf der Fahrbahn auch nebeneinander fahren.

Wegweiser:

Die Stadt Kiel hat spezielle Fahrrad-Wegweiser eingeführt, damit die Fahrer immer die komfortabelste und sicherste Route erkennen. Die Schilder sind am Fahrradzeichen und der Beschriftung zu erkennen.

Neuer Fahrradstadtplan

Wenn Autofahrer von einem Ort zum anderen kommen wollen, stehen ihnen jede Menge Stadtpläne und Straßenkarten zur Verfügung. Radfahrer können mit diesen Karten meist nicht viel anfangen, denn gut ausgebaute Radwege, Velorouten und kurze Verbindungen abseits der Straßen sind dort in der Regel nicht verzeichnet. Für Touren und Fahrten in Kiel können Radler jetzt den Fahrradstadtplan der Stadt zur Hand nehmen. Tiefbauamt und Stadtvermessungsamt haben ein aktuelles, gründlich recherchiertes, übersichtliches und benutzerfreundliches Kartenwerk im Maßstab 1:20.000 erstellt. Diese gute Hilfe für jeden Radfahrer in Kiel ist für 5,- Euro im Buchhandel (ISBN: 3-9808839-0-6) erhältlich, bei der Tourist Information im Neuen Rathaus, Andreas-Gayk-Straße 31, und in der Plankammer des Stadtvermessungsamtes, Zimmer 487, im Rathaus.

Fahrrad fahren – aber sicher!

Fahrradfahren ist preiswert, leise und schnell. Das macht das Radfahren auch bei vielen Kielern beliebt. Um ein unfallfreies und partnerschaftliches Klima auf Kiels Straßen sicherzustellen, hat die Landeshauptstadt zusammen mit der Polizeidirektion Kiel ein neues Faltblatt entwickelt. Das Faltblatt klärt über Rechtsfahrgebot, Radwegbenutzungspflicht, Einbahnstraßenregelung, Fahrradstraßen, Bußgelder und vieles mehr auf. "Infrastrukturell haben wir in den letzten Jahren soviel für den Radverkehr getan, wie wohl kaum eine andere Stadt in Deutschland," so Uwe Redecker, Radverkehrsbeauftragter der Stadt.

Dennoch lassen sich bei Rad- aber auch bei Autofahrern immer wieder erhebliche Wissenslücken in Bezug auf die Verkehrsregeln feststellen. Das Faltblatt soll dabei helfen, diese zu schließen. Die Stadt Kiel hat den Radverkehr in den vergangenen Jahren stark gefördert. Mittlerweile werden in der Landeshauptstadt täglich 125.000 Fahrten mit dem Fahrrad zurückgelegt. Damit fahren in Kiel ungefähr doppelt so viele Menschen mit dem Rad wie im Bundesdurchschnitt.

31.08.2009

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