Was schwimmt denn da? Nutzfische in heimischen Gewässern. - kiel-magazin.de

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Umwelt

Was schwimmt denn da? Nutzfische in heimischen Gewässern.

Was schwimmt denn da? Nutzfische in heimischen Gewässern.

Die Meere, Flüsse und Seen bieten eine ungeheure Vielfalt an Meerestieren: Fische, Krabben, Muscheln und vieles mehr. Schon immer hat der Mensch diesen Reichtum für seine Ernährung genutzt. Die Herausforderung heute ist, diesen Reichtum auch für die Zukunft zu schützen. Zu viel Fischerei und die Verschmutzung der Meere bedrohen die Fische. Das heißt noch lange nicht, dass wir auf Fisch verzichten müssen. Aber die Fischerei muss nachhaltig werden. Das heißt: Man darf nur noch begrenzte Mengen Fisch fangen und muss warten, bis die Fische wieder nachwachsen. Die gute Nachricht: Fische aus dieser nachhaltigen Fischerei kann man schon heute in jedem Supermarkt kaufen!

Süßwasser-Fische:

In unseren Teichen, Seen und Flüssen leben über 90 Süßwasser-Fischarten – vom Aal bis zum Zander, die man alle essen kann. Man unterscheidet zwischen Raubfischen und Friedfischen: Raubfische jagen und fressen andere Fische. Friedfische ernähren sich im Wesentlichen von Plankton, Würmern und Kleintieren. Der größte Raubfisch in Deutschland ist der Wels. Er kann bis zu 3 m lang werden und 150 kg wiegen. Auch Hecht und Zander sind relativ große Raubfische. Der Zander wird in Teichen gezüchtet und in Seen und Flüssen ausgesetzt. Auch der Barsch gehört zu den heimischen Fischen. Er wird vorwiegend im August und September gefangen. Regenbogenforellen oder Bachforellen bevorzugen fließende Gewässer. Forellen jagen Insekten sogar außerhalb des Wassers und springen nach ihnen, wenn die Insekten dicht über die Wasseroberfläche fliegen.

Ein weiterer berühmter Raubfisch ist der Aal, der gar nicht wie ein Fisch aussieht, sondern mehr an einen Schlange erinnert. Er lebt gerne in Uferregionen und gräbt sich tagsüber im Schlamm ein. Aale sind Wanderfische, was bedeutet, dass sie vom Süßwasser ins Meer ziehen, um sich fortzupflanzen. Sie begeben sich dabei auf eine große Reise über mehrere tausend Kilometer. Der Karpfen ist der bekannteste Friedfisch. Karpfen lieben langsam fließendes oder stehendes Wasser. Ihr Fleisch schmeckt sehr aromatisch. In vielen Familien wird er zu Weihnachten gegessen. Von März bis Oktober findet man in den Seen außerdem fast alle Arten von anderen kleinen Karpfenfischen wie Brachse, Barbe, Elritze, Rotauge und Rotfeder.

Fische in Nord‐ und Ostsee

In Nord- und Ostsee leben über 200 Fischarten. Die bekanntesten sind Hering, Kabeljau, Seezunge, Scholle, Dorsch und Steinbutt. Die Verschmutzung der Meere macht den Fischen zu schaffen. Außerdem werden manche Arten zu stark gefischt. Der Kabeljau und der Ostseedorsch sind deshalb in ihrem Bestand gefährdet. Aber es gibt auch weniger bedrohte Arten wie Hering, Sprotte und Flunder.

Aquakultur – eine Chance für die wildlebenden Fische der Meere

Der technische Fortschritt erlaubt es, Fische heute in großer Zahl zu züchten, so als ob sie in der Natur leben würden. Das nennt man Aquakultur. In Aquakultur hält und züchtet manFische in Buchten oder im freien Meer auf engem Raum in Netzen. Auch die Züchtung in Tanks wird betrieben. Aquakulturen wirken gegen die Überfischung der Meere und bedeuten für den Menschen eine neue Nahrungsquelle.

Fische züchten in Teichen – eine alte Kulturtechnik

Künstlich angelegte Teiche sind die älteste Art und Weise der Fischzucht: Schon im Mittelalter hat man so in Deutschland Karpfen gezüchtet. Über die Jahrhunderte haben sich so ganze Landschaften geprägt, z. B. die Oberlausitz, der Aischgrund oder die Oberpfalz. Insbesondere Karpfen werden dort gezüchtet. Überall in Deutschland gedeihen in Flüssen, Seen und Zuchtanlagen außerdem Forellen.

Fische essen ist gesund!

Fisch ist gesund, deshalb soll man ihn häufig essen. Gut für die Umwelt ist, wenn man Arten aus der Region kauft. Heimische Fische garantieren nämlich kurze Wege zwischen Herstellung und Verkauf. Noch besser ist es, Fisch aus nachhaltiger Fischereiwirtschaft zu kaufen. Das kann man am Logo des Marine Stewardship Council erkennen. Wer Fisch aus nachhaltigem Angebot bevorzugt, sorgt für eine Fischerei, die auch in vielen Jahren noch Fische und Meeresfrüchte anbieten wird. Beim Fischhändler kann man nicht nur erfahren, welcher Fisch aus nachhaltiger Fischerei kommt. Man kann sich den Fisch auch einmal genauer anschauen. Ob ein Fisch frisch ist, erkennt man z. B. an der Klarheit des Auges und an roten Kiemen. Fisch sollte auf Eis gelagert sein und nicht nach Fisch riechen – denn dann ist er nicht mehr frisch. Mehr zum Thema Erhalt und Nutzung biologischer Vielfalt gibt’s im Internet unter www.hier-waechst-vielfalt.de.

Hintergrund

Der Reichtum der zum Teil sehr alten Pflanzensorten und Tierrassen in der Land-, Forst-Fischerei- und Ernährungswirtschaft ist eine Grundlage für die Ernährung und die Rohstoffversorgung der wachsenden Weltbevölkerung. Er stellt auch eine Voraussetzung darfür die Anpassung an den Klimawandel. Weltweit ist diese Vielfalt jedoch bedroht. Mit der Initiative "Biologische Vielfalt schützen und nutzen" möchte das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz den Verbrauchern zum Beispiel die Erlebnisvielfalt in der Tierwelt und die Fülle an Geschmackserlebnissen etwa durch rund 1.000 Apfelsorten demonstrieren. Es sollen Möglichkeiten zum Schutz durcheine aktive Nutzung dieser biologischen Vielfalt im Alltag aufgezeigt werden.

16.08.2010

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