Arbeitszeitbetrug aufdecken – wie eine Detektei dabei helfen kann - kiel-magazin.de

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Arbeitszeitbetrug aufdecken – wie eine Detektei dabei helfen kann

Arbeitszeitbetrug - was ist das und ab wann wird das Ganze zu einem ernsten Problem? @ FirmBee (CC0-Lizenz) / pixabay.comArbeitszeitbetrug - was ist das und ab wann wird das Ganze zu einem ernsten Problem? @ FirmBee (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Arbeitszeitbetrug ist ein gängiges Thema in der Arbeitswelt. In gewisser Weise haben viele Mitarbeiter einen solchen begangen, wenn er auch nicht geahndet wurde. Richtiger Arbeitszeitbetrug hingegen ist keinesfalls ein Kavaliersdelikt und kann für Mitarbeiter in der fristlosen Kündigung enden. Aber auch Arbeitgeber verhalten sich nicht stets so, wie sie es sollten, und begehen diese Art des Betrugs. Was es damit auf sich hat und was Arbeitgeber und Arbeitnehmer dagegen unternehmen können, verrät dieser Artikel.

Was ist Arbeitszeitbetrug?

Kurz gesagt bedeutet der Begriff nichts weiter, als für eine Leistung bezahlt zu werden, die nicht oder nicht im vollen Umfang erbracht wurde. Gleichfalls bedeutet er aber auch, für eine gewisse Zeit eine Leistung zu erbringen, jedoch nicht für die gesamte Zeit entlohnt zu werden. Wie der Arbeitszeitbetrug gewertet wird, hängt immer von der Perspektive ab. Zusätzlich geht es im Regelfall um mehr als einen Ferienjob. Besonders häufig kommen jedoch folgende Fälle vor:

  • Stempelkarten – ein klassisches Beispiel ist ein Mitarbeiter, der einen Kollegen für sich stempeln lässt, während er noch nicht oder nicht mehr im Betrieb ist. Er lässt seine vollständige Arbeitszeit erfassen, obgleich er nicht mehr anwesend ist.
  • Arbeitszeitlisten – bei Außendienstlern oder auch in Betrieben ohne Stempelkarten wird die Arbeitszeit oft händisch in einer Excelliste oder einem anderen Programm erfasst. Trägt ein Mitarbeiter hier die Arbeitszeit willentlich fehlerhaft ein, beispielsweise, indem er eine Überstunde dranhängt, liegt ein Arbeitszeitbetrug vor.
  • Privates Surfen - auch das private Surfen und Telefonieren am Arbeitsplatz kann als Arbeitszeitbetrug gewertet werden. Selbiges gilt für andauernde Pausen in der Kaffeeküche.
  • Pausen – wird sich bei einer Pause nicht oder erst zu spät ausgestempelt, darf der Arbeitgeber das gleichfalls als Betrug werten.
  • Fehlerhafte Zeiterfassung – dies ist Arbeitszeitbetrug durch den Arbeitgeber. Erlaubt dieser beispielsweise erst das Einstempeln zu Schichtbeginn, erwartet jedoch, dass seine Angestellten schon eine halbe Stunde vorher da sind, ist dies ein Betrug. Dasselbe gilt für Arbeitgeber, die von der gestempelten Zeit einfach mal eine Stunde abziehen, auch wenn mit Arbeitsvorbereitung argumentiert wird.

Sogar das Zuspätkommen ist eine Form des Arbeitszeitbetrugs. Allerdings werden in der Praxis solche Vergehen höchstens mit einer Abmahnung geahndet, wenn sie häufiger vorkommen. Echter und drastischer Betrug, der mit fristlosen Kündigungen enden kann, ist eher die vorsätzliche Falschangabe der geleisteten Arbeitsstunden.

Mit welchen Mitteln lässt sich der Betrug aufdecken?

Grundsätzlich kommt es darauf an, welche Variante des Betrugs vermutet wird. Glaubt ein Arbeitgeber, dass Mitarbeiter die Pausen verlängern, sich ständig in der Kaffeeküche aufhalten, privat das Internet nutzen oder auch mal extrem lange Pläuschen halten, ist die direkte Konfrontation sinnvoll. Arbeitgeber müssen hier auch überlegen, ob die Regeln im Betrieb klar aufgestellt sind. War es Mitarbeitern über Jahre erlaubt, während der Arbeitszeit rauchen zu gehen, ohne diese Zeit von der Mittagspause abzuziehen oder anderweitig nachzuholen, kann er das Rauchen natürlich nicht von heute auf morgen als Arbeitszeitbetrug werten. Ansonsten gilt:

  • Prüfung – neben den internen Regeln muss ein Arbeitgeber prüfen, ob tatsächlich Unklarheiten oder Ungenauigkeiten vorliegen. Hierunter fallen auch die Häufigkeiten, mit denen eine Unklarheit auftritt. Loggt sich ein Mitarbeiter einmal zu spät aus, kann das durchaus ein Versehen sein. Gleichfalls kann es auch einen Grund haben, warum ein Mitarbeiter für ihn das Ausloggen einmalig übernimmt. Eventuell kam ein privater Anruf dazwischen, der Mitarbeiter ist tatsächlich noch im Betrieb, wollte aber die Arbeitszeit durch das Telefonat nicht verlängern. In diesem Fall läge kein Betrug vor.
  • Beobachtung – auch die Beobachtung von Mitarbeitern ist natürlich ein Mittel. Bei Außendienstmitarbeitern oder Angestellten, die außer Haus arbeiten, wäre neben Kontrollanrufen auch die Beauftragung einer Detektei möglich. Innerhalb des Betriebs kann beobachtet werden, ob sich ein bestimmter Mitarbeiter ungewöhnlich verhält, ob er seinen Arbeitsplatz regelmäßig verlässt oder ob er ständig zu spät kommt.
  • Überwachung – die Arbeitszeit muss korrekt und nachhaltig überwacht werden. Das gilt insbesondere für Sonderfälle, wie Raucherpausen und verkürzte Mittagspausen. Arbeitgeber müssen genau prüfen, welche Daten ihnen übergeben wurden und ob diese Zeiten stimmen.
  • Arbeitnehmer – vermutet ein Arbeitnehmer anhand der Gehaltsabrechnung und dem Stundenzettel, dass ihnen Arbeitszeit unterschlagen wird, sollten sie zuerst einmal das Personalbüro aufsuchen und um Aufklärung bitten. Dabei müssen sie natürlich genau belegen können, wie lang sie tatsächlich im Betrieb arbeiten. Eigene Aufzeichnungen sind hier meist wenig hilfreich; wenn nicht mindestens ein Zeuge (Kollege?) diese eigenen Aufzeichnungen belegen kann. Gelingt das nicht, ist die Beauftragung eines Rechtsanwalts unumgänglich.

Bei Mitarbeitern im Home-Office oder bei Außendienstmitarbeitern kann auch eine Softwareunterstützung genutzt werden, um Unklarheiten zu beseitigen. Mitunter wäre es denkbar, dass der Mitarbeiter während der Arbeitszeit dauerhaft im Programm eingeloggt sein muss, was natürlich auch durch Anrufe oder E-Mails geprüft werden kann.

Wie können Detekteien helfen?

Eine Detektei kann Unternehmen insbesondere helfen, wenn Außendienstmitarbeiter in Verdacht stehen, es mit der Arbeitszeit – und auch anfallenden Spesen – nicht ganz genau zu nehmen. Hier hat ein Detektiv natürlich einen gravierenden Vorteil gegenüber dem Arbeitgeber, da er unbemerkt auftreten kann. Generell gibt es natürlich mehrere Optionen:

  • Verdeckter Mitarbeiter – ein Detektiv kann selbstverständlich auch im Unternehmen selbst tätig werden und prüfen, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Insbesondere kann er die Zeiterfassung überwachen und nachverfolgen, ob gewisse Mitarbeiter tatsächlich vor Ort sind, wenn gestempelt wird.
  • Überwachung – im Außendienst kann der Detektiv die vollständige Überwachung übernehmen und prüfen, wann ein Außendienstmitarbeiter anfängt und wie lange er tatsächlich arbeitet. Diese Angaben lassen sich dann mit den Daten des Mitarbeiters vergleichen.

Wie vorgegangen wird, ist natürlich von Fall zu Fall unterschiedlich. Unternehmer sollten sich mit einer Detektei ihrer Wahl in Verbindung setzen und gemeinsam nach einer Lösung suchen.

Arbeitszeiten werden heute häufig als Gleitzeit geregelt - trotzdem muss ein Arbeitnehmer seine Stundenzahl ableisten. @ Geralt (CC0-Lizenz) / pixabay.com
Arbeitszeiten werden heute häufig als Gleitzeit geregelt – trotzdem muss ein Arbeitnehmer seine Stundenzahl ableisten. @ Geralt (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Fazit – kein Kavaliersdelikt

Arbeitszeitbetrug im größeren Stil ist absolut kein kleines Vergehen, das schnell mal vergessen werden kann. Befürchtet ein Unternehmer, dass in seinem Betrieb diese Betrugsform begangen wird, sollte er sich unbedingt Hilfe holen und die Betrügereien aufdecken. Aber auch Angestellte, die mit der Zeitabrechnung ihres Arbeitgebers nicht einverstanden sind, können sich über einen Rechtsanwalt Hilfe holen und dafür sorgen, dass die Arbeitsstunden fortan korrekt abgerechnet und vergütet werden.

26.03.2018

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