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Smart wohin das Auge reicht

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Ein Blick in Kataloge und Trendkataloge reicht aus, um zu wissen, was heute über die Ladentheke geht. Modern aussehen müssen die Produkte und vor allem müssen sie eines sein: smart. Es reicht heute aus, ein Produkt smart zu bezeichnen, um es gut vermarkten zu können. Das fängt bei der Uhr an und hört noch längst nicht beim Kühlschrank auf, der heute die Einkaufsliste erstellt. Selbst Kleidung soll, wenn es nach unterschiedlichen Startups und Forschern geht, irgendwann mal smart sein. Doch wohin soll das alles noch gehen, wenn alle Bereiche unseres Lebens plötzlich smart sind.

Das smarte Schloss – eine ziemlich dumme Idee

Eine der wohl herausragendsten Erfindungen, welche die smarte Bewegung hervorgebracht hat, ist das Smart Schloss. Dieses kann mit dem Smartphone oder einem anderen Mobilgerät geöffnet werden. Ein Schlüssel ist nicht mehr nötig. Und wo kein Schlüssel ist, kann man auch keinen verlieren. Klingt doch logisch oder? Dumm nur, dass man auch sein Handy verlieren kann oder es in der Wohnung vergisst. Tür zu, Mensch ausgesperrt. Der menschliche Komfort geht heute schon so weit, dass man selbst zu faul ist, die Tür mit einem konventionellen Schlüssel zu öffnen.

Der Sicherheitsaspekt kann hier wohl kaum eine Rolle spielen, denn Sicherheitsschlösser und die meisten Schlösser, die heute in Türen verbaut sind, gehören zu den sichersten Hausschlössern. Ein Problem gibt es dabei auch noch. Bei smarten Schlössern hat der Schlüsseldienst meist seine Probleme. Besonders dumm kommt es dann, wenn es kein Schlüsselloch gibt, wie bei den ganz smarten Schlössern. Es kann also nur jedemdem wärmstens empfohlen sein sich in dieser Hinsicht der Smart-Bewegung zu widersetzen und dem herkömmlichen Schloss noch ein Weilchen länger treu zu bleiben. 

Wer braucht das alles?

Schaut man sich die vielen smarten Produkte an, so gehören diese auf jeden Fall zu den innovativen und forschungsintensiven Schöpfungen der Menschheit. Aber auf den zweiten Blick stellt sich dann doch die Frage, wer das alles braucht. Ein Blick in den Kühlschrank reicht, um zu wissen, was ich beim nächsten Einkauf benötige. Ein Kühlschrank ist eigentlich nicht nötig. Und doch greifen so viele Menschen zu smarten Produkten, die ihren Lebensalltag nicht nur unterstützen, sondern in vielen Fällen auch noch bestimmen. Das "smart" in den Produktbeschreibungen und -namen ist dabei oft sehr einseitig, denn während die Geräte immer schlauer werden, scheint die Menschheit immer dümmer zu werden. Diverse Studien wollen das sogar bestätigt haben. Ob die Digitalisierung wohl was damit zu tun hat…?

Nicht alles ist schlecht

Keineswegs sind alle smarten Geräte und Produkte schlecht. Die Flut an Smartwatches etc. lässt es oft nur so aussehen. Smarte Technologien sind sogar nötig, um die Probleme der Zukunft in adäquater Weise angehen zu können. So stellen vor allem die Abfallbeseitigung, die Energieversorgung und die Mobilität viele Städte und Länder vor große Herausforderungen. Die Abläufe und Transportwege sind einfach zu komplex, um sie selbst steuern zu können. Smarte Technologien und Geräte können in diesen Bereichen eingesetzt werden, wo es für den Menschen zu kompliziert wird. Künstliche Intelligenz, Computersysteme und Programme können für bestimmte Probleme schneller eine Lösung finden.

Allerdings erschließt sich der Sinn von smarten Geräten, wie dem smarten Kühlschrank, dem smarten Spiegel, Smartwaches und sonstige smarte Wearables vielen nicht. Ihr Mehrwert hält sich meist in Grenzen, die Geräte sind mehr als Statussymbole zu verstehen, als eine ernsthafte Bereicherung des Lebens. Im großen Stil, also im Rahmen der Digitalisierung und der Stadtgestaltung, können diese Technologien aber durchaus eine Bereicherung sein. Im privaten Bereich muss aber nicht alles smart sein, sollte es auch nicht, um unsere eigenen Fähigkeiten nicht einfach so an Geräte abzugeben.

30.08.2018

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